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Industrie 4.0: Fünf Handlungsfelder auf dem Weg zur digitalen Produktion
17.03.2015 Viele Unternehmen fangen erst jetzt an, sich konkret mit Industrie 4.0 auseinanderzusetzen: Vorteile neuer Technologien wie dem 3D-Druck, Big Data und dem Internet der Dinge werden zu oft als Risiko und nicht als Chance gesehen, die Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen. Derzeit investieren deutsche Unternehmen nur 14 Prozent ihres jährlichen Forschungsetats in für Industrie 4.0 relevante Themen. Hier klafft eine zweifache Lücke. Um diese zu schliessen, müssen Unternehmen fünf Handlungsfelder besetzen.
Als größte Hindernisse auf dem Weg zur Industrie 4.0 werden von Unternehmen das Wissen der Mitarbeiter, Datensicherheit
und einheitliche Datenstandards gesehen. Stichwort Datensicherheit: Gut die Hälfte (57%) aller Unternehmen würde ihre Systeme zwar
outsourcen, jedoch nur innerhalb Deutschlands (81 Prozent) oder Europas (33 Prozent).
Die McKinsey-Studie identifiziert fünf Handlungsfelder, auf denen Industrieunternehmen nun aktiv werden sollten:
- Daten besser nutzen. Unternehmen sollten die komplette
Wertschöpfungskette und den gesamten Lebenszyklus eines Produkts
digital abbilden. Bisher wird nur rund ein Prozent der in der
Produktion anfallenden Daten genutzt - ein enormes Potenzial liegt
damit brach. Softwaregestützte, präzise Wartungsvorhersagen können
beispielsweise helfen, Maschinen besser zu nutzen - und so die
Produktivität um bis zu 30 Prozent steigern. Insgesamt bietet
Industrie 4.0 die Chance, systematisch alle Kostenpositionen auf den
Prüfstand zu stellen.
- Fähigkeiten aufbauen. Die Digitalisierung erfordert von den
Mitarbeitern neue Fähigkeiten - und Spezialisten, beispielsweise für
die Analyse großer Datenmengen, sind rar gesät. Firmen müssen sich
jetzt darum kümmern, diese Mitarbeiter zu finden und an sich zu
binden.
- Zugang zum Kunden sichern. Unternehmen müssen entscheiden,
welche strategischen Schnittstellen sie kontrollieren müssen, um den
Kontakt zum Kunden zu behalten und sich gegen neue Wettbewerber zu
behaupten.
- Schneller werden. Im IT-Sektor sind schnelle Updates und
ständige Produktverbesserungen an der Tagesordnung.
Industrieunternehmen sollten im Sinne einer "Two-speed IT" neben
ihrer bestehenden IT-Struktur gezielt Möglich-keiten eröffnen,
Schnelligkeit wie in Startups abzubilden.
- Datensicherheit erhöhen. Die Abwehr von Cyberangriffen ist -
zumal in einer komplett vernetzten Produktion - eine Aufgabe, die
nicht in der IT-Abteilung allein gelöst werden kann, sondern auf die
Vorstandsagenda gehört.
