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Industrie 4.0: Fünf Handlungsfelder auf dem Weg zur digitalen Produktion

17.03.2015 Viele Unternehmen fangen erst jetzt an, sich konkret mit Industrie 4.0 auseinanderzusetzen: Vorteile neuer Technologien wie dem 3D-Druck, Big Data und dem Internet der Dinge werden zu oft als Risiko und nicht als Chance gesehen, die Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen. Derzeit investieren deutsche Unternehmen nur 14 Prozent ihres jährlichen Forschungsetats in für Industrie 4.0 relevante Themen. Hier klafft eine zweifache Lücke. Um diese zu schliessen, müssen Unternehmen fünf Handlungsfelder besetzen.

 (Bild: Joachim Graf)
Bild: Joachim Graf
Laut der McKinsey-Studie   'Industry 4.0 - How to navigate digitization of the manufacturing sector' geben US-Unternehmen zum einen mehr als doppelt so viel Geld für Industrie 4.0 aus. Zum anderen sind die 14 Prozent auch ein Unterinvestment gemessen an den eigenen Umsatzerwartungen, da sich die deutsche Industrie im Durchschnitt ein Umsatzwachstum von 20 Prozent dank der neuen Technologien erhofft. "Jedes Unternehmen muss für sein jeweiliges Kerngeschäft Lösungen entwickeln, um die Effizienz zu steigern und zusätzliche Erlösquellen zu erschließen", so die Berater.

Als größte Hindernisse auf dem Weg zur Industrie 4.0 werden von Unternehmen das Wissen der Mitarbeiter, Datensicherheit
und einheitliche Datenstandards gesehen. Stichwort Datensicherheit: Gut die Hälfte (57%) aller Unternehmen würde ihre Systeme zwar
outsourcen, jedoch nur innerhalb Deutschlands (81 Prozent) oder Europas (33 Prozent).

Die McKinsey-Studie identifiziert fünf Handlungsfelder, auf denen Industrieunternehmen nun aktiv werden sollten:

  1. Daten besser nutzen. Unternehmen sollten die komplette
    Wertschöpfungskette und den gesamten Lebenszyklus eines Produkts
    digital abbilden. Bisher wird nur rund ein Prozent der in der
    Produktion anfallenden Daten genutzt - ein enormes Potenzial liegt
    damit brach. Softwaregestützte, präzise Wartungsvorhersagen können
    beispielsweise helfen, Maschinen besser zu nutzen - und so die
    Produktivität um bis zu 30 Prozent steigern. Insgesamt bietet
    Industrie 4.0 die Chance, systematisch alle Kostenpositionen auf den
    Prüfstand zu stellen.

  2. Fähigkeiten aufbauen. Die Digitalisierung erfordert von den
    Mitarbeitern neue Fähigkeiten - und Spezialisten, beispielsweise für
    die Analyse großer Datenmengen, sind rar gesät. Firmen müssen sich
    jetzt darum kümmern, diese Mitarbeiter zu finden und an sich zu
    binden.

  3. Zugang zum Kunden sichern. Unternehmen müssen entscheiden,
    welche strategischen Schnittstellen sie kontrollieren müssen, um den
    Kontakt zum Kunden zu behalten und sich gegen neue Wettbewerber zu
    behaupten.

  4. Schneller werden. Im IT-Sektor sind schnelle Updates und
    ständige Produktverbesserungen an der Tagesordnung.
    Industrieunternehmen sollten im Sinne einer "Two-speed IT" neben
    ihrer bestehenden IT-Struktur gezielt Möglich-keiten eröffnen,
    Schnelligkeit wie in Startups abzubilden.

  5. Datensicherheit erhöhen. Die Abwehr von Cyberangriffen ist -
    zumal in einer komplett vernetzten Produktion - eine Aufgabe, die
    nicht in der IT-Abteilung allein gelöst werden kann, sondern auf die
    Vorstandsagenda gehört.
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