Jetzt zum Webinar anmelden
November 2026 · Unser Geburtstagsgeschenk
35 Jahre iBusiness.
Im November alles frei lesen.
Zum Jubiläum öffnen wir alle iBusiness-Inhalte: vom 1. bis 30. November, für alle, ohne Anmeldung und ohne Bezahlschranke.
Alle Inhalte im November kostenlosRegistrieren Sie sich kostenlos und abonnieren Sie anschließend den iBusiness-Newsletter. So bleiben Sie bei den Themen auf dem Laufenden, die für Sie zählen.
Sieben Interaktiv-Trends, die die Cebit 2015 bestimmen
13.03.2015 Mit ihren 3.300 Ausstellern und erstmals seit 2001 wieder gewachsener Ausstellerfläche bildet die Cebit als wichtigste IT-Messe der Welt den Indikator dafür, wie sich die digitale Welt in den kommenden Jahren verändern wird. iBusiness zeigt die sieben wichtigsten Cebit-Trends für die Interaktivbranche.
HANDLUNGSRELEVANZ
|
|
Operativ |
Strategisch |
Visionär |
|
Technik |
|
|
|
|
Medien |
|
|
|
|
Wirtschaft |
|
|
|
|
|
heute |
morgen |
übermorgen |
Aber für Unternehmen ist das Thema IT wichtiger denn je. Die Wende scheint zu wirken. Zum ersten Mal seit 2001 wächst die Messe in der Fläche um mehr als fünf Prozent. Und die Zahl der Aussteller bleibt mit 3.300 stabil, kann Oliver Frese, Vorstand der Deutschen Messe stolz vermelden.
Die Cebit stabilisiert sich dank der Digitalen Transformation, die immer größere Teile der deutschen Wirtschaft erfasst. iBusiness hat die wichtigsten Trends der Messe analysiert:
Trend 1: Das Internet der Dinge
Das Internet der Dinge ('Internet of Things', IoT) wird ein gewaltiges Ding: 50 Milliarden vernetzte Geräte bis 2020 prognostizieren Experten, das Ganze mit einem Marktpotenzial von 19 Billionen US-Dollar. Das Internet der Dinge - das bedeutet jede Menge Optimierungspotenzial für Geschäftsprozesse: Industrieanlagen schreien etwa selbst nach dem Techniker, wenn sie kaputt sind oder das Öl alle ist.Selbst die Digitalmarketeers träumen inzwischen vom Internet der Dinge und wie man es für Werbung nutzt. So phantasieren sie darüber, dass Fastfood-Kette McDonalds im vernetzten Auto Werbung für die nächste Filiale ins Navi ausspielt , wenn ein Familien-Van so lange unterwegs ist, dass eventuell mitfahrende Kinder aufgrund der gefahrenen Kilometerzahl wahrscheinlich Hunger bekommen.
Dieses Szenario passt in eine Reihe mit dem in Marketer-Kreisen fast schon sprichwörtlichen smarten Kühlschrank, der seinem Besitzer mitteilt: "Hey, in mir ist keine Milch mehr!" Zukunftsvisionen, die jedem Nutzer Überwachungsängste einjagen, begegnen sinnvollen Anwendungen von E-Health, Fitness bis Mobilität und Entertainment. Auf der Cebit lässt sich die Mainstream-Spitze des IoT-Eisberges besichtigen.
Was es zu sehen gibt:
Diverse Lösungen für das smarte Auto (Lokalisieren von Mietwagen etwa, Optimierung von Routen entlang günstiger Tankstellen), vernetzte Datenbrillen und Augmented-Reality-Anwendungen, Industrie-4.0-Anwendungen (Anlagen in Produktionsstätten kommunizieren mit dem wartenden Mechaniker), Smart Home (automatisierte Türverriegelung und Lichtsteuerung), E-Health-Anwendungen (Sensorik im Haus lässt alte Menschen länger daheim wohnen).
Besondere Themenschwerpunkte bilden das Smart Home Panel , als zentrale Anlaufstelle für dieses Themengebiet in Halle 13, Stand B41 und die Experten-Konferenz zum Internet der Dinge am 18. März ab 11 Uhr in Halle 8.
Was das bedeutet:
Das Internet der Dinge wird nicht allein Chance, sondern vor allem eine Herausforderung - für die Industrie, die neben den Sicherheitsproblemen immer größere Datenberge in den Griff bekommen muss; aber auch für Agenturen: Je mehr vernetzte Gegenstände den Mainstream erobern, desto mehr wandern die Nutzerdaten in die Hände der großen Konzerne und Hersteller von Wearables, Smart Cars und Industrie-4.0-Technologien. Werben in Ökosystemen, in denen Maschinen auch immer häufiger mit Maschinen kommunizieren, wird ein heikles Thema: Big Data, M2M und viele andere IoT-Aspekte sind Domänen der IT, die Agenturen haben hier kein Heimspiel.
Trend 2: Digitale Transformation
Top-Trend der Cebit heißt "D!conomy". Die kryptische Bezeichnung lässt zwar Messebesucher für gewöhnlich an der Aussprache scheitern, dahinter steckt jedoch ein bedeutendes Thema: die Digitale Transformation von Dienstleistung, Industrie und Handwerk.Einer Studie der DZ-Bank zufolge sehen mehr als drei Viertel der deutschen mittelständischen Unternehmen zwar eine rasante digitale Transformation der Wirtschaft und erkennen, dass ihre eigene Wettbewerbsfähigkeit bedroht ist, wenn sie dieser Entwicklung nicht folgen. Aber nur bei jedem zweiten Unternehmen ist die Digitalisierung Bestandteil der eigenen Strategie.
Entsprechend hoch ist der Informationsbedarf und in die Business-Perspektive in diesem Bereich. Im Kern geht es darum, die Wettbewerbsfähigkeit durch eine Integration digitaler Prozesse zu stärken, das Unternehmen mittels schlanker Workflows agiler zu machen und neue, disruptive Geschäftsmodelle zu ermöglichen (oder sich deren zu erwehren). Im Wesentlichen handelt es sich also um eine Management-Aufgabe, die allerdings oft drastische Auswirkungen für das gesamte Unternehmen hat, wie die Musik-, Verlags- und Handelsbranche bereits zu spüren bekam. Derzeit sind die die Fertigungsindustrie sowie der Dienstleistungs- und Finanzsektor besonders im Fokus.
Was es zu sehen gibt:
Sehr viele Expertenforen und Beratungsangebote von neutraler Seite (BMWi , Forschung, Hochschulen) richten sich insbesondere an mittelständische Unternehmen. Unternehmenssoftware aus den Bereichen BI, ERP, CRM, Enterprise Mobility, Marketing, Content-Management, Digital Workplace, ECommerce und die gesamte Middleware (Lagerhaltung, Logistik, Finanzbuchhaltung etc) werden gezeigt und zunehmende tiefer integriert. Ein Schwerpunkt liegt im flexiblen Einsatz aus der Cloud.
Konkrete Beispiele gibt es unter anderem aus Handel und Industrie. So zeigt Microsoft einen Showcase, in dem der Hersteller Jack Wolfskin einen in eine Socke integrierten Fitness-Tracker nutzt, um die Belastung der Fußsohlen zu messen und für den Läufer einen optimalen Schuh zu ermitteln. Die erfassten Daten werden in Echtzeit für die weitere Verarbeitung und Analyse in CRM- und ERP-Applikationen bereitgestellt.
Das Wiener Unternehmen All About Apps präsentiert ein Omnichannel-Szenario, in dem der Einzelhandel mit Bluetooth LE-Sendern und Tablets ausgestattet wird, um dem Kunden im Laden ein Einkaufserlebnis zu bieten, das nahtlos an die Online-Shopping-Experience anknüpft.
Breiten Raum nimmt auch SAPs neue Version SAP/4 Hana ein. Die Standardsoftware bricht in der neuen Version mit einigen Konventionen und wird als geschlossenes System nur noch auf genau spezifizierten Hard- und Software-Plattformen laufen. Im Gegenzug verspricht das Unternehmen flexiblere Business-Modelle (Cloud), einfachere Architektur und bessere Wartbarkeit. Trotzdem: In weiten Teilen der Anwendergemeinschaft stößt diese Politik auf großen Widerstand. Kein Wunder: Eine SAP-Implementation ist ein sehr teures und langwieriges Unterfangen, das nicht mal eben abgeschrieben wird. Entsprechend lang wird allerdings auch die bestehende Plattform unterstützt: Der Support reicht bis 2025.
Was das bedeutet:
Digitale Transformation ist vor allem ein Management-Thema, das aber von der IT eng begleitet werden muss. Um sich ans digitale Zeitalter anzupassen, muss das Unternehmen schlanker und agiler organisiert werden. Das bedeutet insbesondere, die Mitarbeiten schnell und zielgenau mit den richtigen Informationen zu versorgen, Datensilos zu vermeiden und Angestellten in die Lage zu versetzen, effektiv zu agieren. Partner, Dienstleister und Kunden werden engmaschig vernetzt und tief in den Produktionsprozess eingebunden. Für die meisten Unternehmen bedeutet dies vor allem: Vereinheitlichung, Integration und Simplifizierung der bestehenden IT-Systeme sowie die Einbindung neuer Touchpoints.
Trend 3: Social Business
Wikis, Blogs und soziale Netzwerke werden für die interne Kommunikation von Unternehmen immer wichtiger. Doch viele erreichen nur einen Bruchteil der möglichen Vorteile: Während 72 Prozent der Unternehmen Social-Media-Technologien einsetzen, schöpfen nur wenige das volle Potenzial aus, sagt eine Studie der Unternehmensberatung McKinsey . Gartner geht sogar davon aus, dass 80 Prozent der Unternehmen ihre Ziele in Bezug auf Social Collaboration im Jahr 2015 nicht erreichen werden. Denn sie setzen zu sehr auf Technik anstatt auf internes Marketing. Hier will die Cebit unter anderem mit der Fachkonferenz Social Business Arena abhelfen, die sich mit den Themen Enterprise 2.0, Social Collaboration und Digital Workplace befasst.IT-Lösungen und Tool für Enterprise Mobility oder Social Kollaboration sind aber auf einer IT-Messe wie der Cebit wesentlich präsenter. Die Liste an Unternehmen, die entsprechende Softwarelösungen anbieten, ist lang. Kein Wunder, dass sie Anbieter nur so aus dem Boden sprießen. Schließlich sind sich Experten einig, dass die Verbreitung des Social Business erst am Anfang ist. "In den ITK- und FuE-Branchen könnten in fünf Jahren 80 bis 90 Prozent der Arbeitsplätze virtualisiert und flexibel sein", schätzt zum Beispiel Christiane Flüter-Hoffmann , Senior Researcher im Kompetenzfeld Arbeitsmarkt- und Personalökonomik beim Institut der deutschen Wirtschaft Köln .
Was es zu sehen gibt:
Die Liste der Anbieter im Bereich Social Business auf der Cebit ist lang. Vor allem Software und Tools werden ausgestellt. Mit den arbeits- und organisationspsychologischen Faktoren beschäftigt sich unter anderem die Social Business Arena (Halle 4/A72).
Sich jetzt schon auf die soziale Transformation des Unternehmens vorzubereiten, ist angesichts des Fachkräftemangels gerade für Internetunternehmen Pflicht. Denn die Virtualisierung von Arbeitsplätzen ist in Zukunft aus unserem Arbeitsalltag nicht mehr wegzudenken. Das zeigt auch der Schwerpunkt der Cebit auf diesem Thema. Und Unternehmen profitieren davon gleichermaßen: Sie optimieren nicht nur die Kommunikation, sichern Wissen und reduzieren zeitaufwendige Meetings. Sie schaffen auch ein Wir-Gefühl der Mitarbeiter, binden ihre Angestellten und locken neue an.
Trend 4: Disruptive Technologien
Sie werden es nicht schaffen, über die Cebit zu schlendern, ohne das Wort 'Disruption' zu hören: Die marktverändernder Kraft von disruptiven Technologien und solchen, die es angeblich sein sollen, begegnet einem überall, Produktbeschreibungen und Vortragstitel wimmeln davon.Da wird auch schon mal Buzzwords wie 'Content Marketing' der disruptive Stempel aufgedrückt. Interessanter wird es dort, wo Technologien mit echtem Disruptionspotenzial auftauchen: Etwa 3D-Druck oder Wearables. Ihre Gegenwart auf der Cebit ist immer ein Indikator dafür, dass eine zunehmende Bewegung Richtung Mainstream stattfindet - was hier vertreten ist, muss man zumindest auf Relevanz für das eigene Geschäftsmodell gründlich abklopfen.
Besonders spannend sind vor allem die hochgehandelten Technologien 3D-Druck und Wearables:
- Das Feld des 3D-Drucks hat in den vergangenen Monaten vor allem preisgünstige Geräte gesehen, die für Endanwender erschwinglich sind. Was noch fehlt ist das spannende Endanwenderszenario das den Kauf eines Druckers rechtfertigt.
So wie 2D-Druck für daheim hat die Copyshops und Druckereien nicht ausgemerzt hat, weil Aufwand und Kosten zu hoch sind, wird 3D-Druck nicht die Logistikbranche abschaffen oder die Zahnärzte, weil man sich das Gebiss daheim ausdruckt. Spannend ist die Technologie eher im B2B- und Serviceumfeld: Welche Dienstleistungen wird der Endverbraucher gerne in zentral-gelegenen 3D-Druck-Shops kaufen? Ersatzteile, individuelle Luxusartikel oder Sammlerobjekte böten sich als disruptive Dienstleistungsmodelle an.
- Wearables sind dadurch spannend, dass die benötigten Zubehörteile wie etwa Sensoren etwa immer kleiner und billiger werden und Branchendickfische mit Produkten auf den Markt kommen. Google plant eine Diabetiker-Kontaktlinse für den EHealth-Markt, seine Brille Glass gilt dagegen schon jetzt als Flop. Und noch laufen die Wetten wie erfolgreich Apples smarte Uhr wird. Besonders spannende Felder sind hier EHealth und Smart-Home, das nächste große Ding - das Endgerät, das das Handy ablöst - ist dagegen noch nicht auf der Cebit zu finden. Smartwatches gibt es allerdings jede Menge.
Was es zu sehen gibt:
Wearable-Technologien von Datenbrille über Fitness-Armband bis Smartwatch, 3D-Druck-Service-Anbieter, Farben und Materialien, Disruption als Buzzword in gefühlt jedem zweiten Vortrag
| 3D-Druck-Aussteller | Themen | Zu finden in... |
|---|---|---|
| FH Aachen | Neue Verkaufserlebnisse und Produkte durch 3D-Druck | Halle 9, Stand D24 |
| 3Yourmind | 3D-Modelle | Halle 9, Stand B28 |
| Innofil3D Premium Filamente | Druckmaterialien | Halle 3, Stand K18 |
| Mac4U | Mass Customization für individualisierte Produkterweiterung | Halle 9, Stand D24 |
| Kisters | Plotter, Drucker, 3D-Druck und Lamination, Scannen im Großformat | Halle 3, Stand G11 |
| Form1+ | Hochauflösender 3D-Druck für den Arbeitsplatz | Halle 12, Stand B77 |
Wearables präsentiert werden unter anderem als Navigationsgürtel für Fußgänger , Hemd mit eingebautem Herzschlag-Monitor . Ausgewählte Use-Cases für Smartwatches gibt es bei Heidelberg Mobil International (Halle 2, Stand A10).
Was das bedeutet:
Disruptive Technologien haben nicht immer eine allumfassende Relevanz, die bis zum Endverbraucher reicht, können aber hinter den Kulissen von Shops, Herstellern und Dienstleistern, quasi im unsichtbaren Backend des Commerce große Veränderungen bewirken. Die ausgestellten Anwendungen und Technologien machen es abschätzbar, ob disruptive Relevanz für das eigene Geschäft besteht - oder nicht.
Im Zweifelsfall hilft auch die disruptive Formel von iBusiness bei der Analyse des Potenzials, die wir in der Analyse Disruptions-Formel: Was ein Produkt braucht, um Gamechanger zu werden ausführlich vorgestellt haben.
Trend 5: Big Data
Für EU-Kommissarin Neelie Kroes sind Big Data und die Datenflut "der Treibstoff der digitalen Wirtschaft". Doch die heutigen Datenmengen seien so umfangreich und schwierig zu verarbeiten, dass sie neue Ideen und Infrastrukturen erforderlich machten. Auf der Cebit bieten viele Aussteller mehr als nur Big-Data-Analyse. Sondern sie meisten spezialisieren sich auf spezielle Anwendungen oder Branchen. Zum Beispiel Pro-Opt (Halle 9/E24) hat seine Analyse großer Datenmengen auf die Automobilindustrie, und hier konkret auf die Verbesserung der Produktionskette zugeschnitten. Und Computer Zentrum bietet mit CZ-Kita (Halle 7/B62) eine Analysesoftware im Bereich E-Government, die Städte und Gemeinden bei der Verwaltung, Ressourcenplanung und Abrechnung der Beiträge für Kindereinrichtungen unterstützt.Die Cebit zeigt gleichzeitig, dass Big Data nicht nur ein Marketing- und Optimierungs-Tool für bestehende Unternehmen ist. Sondern auch eine Chance für Start-ups, sich mit neuen Produkten auf Big-Data-Basis am Markt zu positionieren. Ein Beispiel hierfür ist iTesa (Halle 9/E24). Das Unternehmen baut ein automatisches Alarmsystem, das Reisende in Echtzeit vor Reiserisiken warnt und Arbeitgebern so die arbeitsrechtliche Fürsorgepflicht abnimmt. Seine Informationen gewinnt iTesa aus sozialen Netzwerken und öffentlichen Quellen. IS Predict (Halle 16/D30) dagegen optimiert mit dem Produkt 'Smart Home Grid' mithilfe von Predictive Analytics Heizung und Klimaanlage und reduziert so die Energiekosten.
Die Politik hat sich Big Data ebenfalls auf die Fahne geschrieben und will die datengesteuerte Wirtschaft gemeinsam mit Unternehmen und Forschung vorantreiben. Die Investitionssumme ist 2,5 Milliarden Euro groß. Allein in der IT sollen so 100.000 neue Jobs entstehen. Wie man zu einem der gefragten Datenspezialisten wird, zeigt die Cebit ebenfalls. Zum Beispiel mit Data-Scientist-Fortbildungen der Fraunhofer Gesellschaft (Halle 9/E40).
Was es zu sehen gibt:
Big-Data-Lösungen für alle möglichen Anwendungen, neuartige Produkte auf Basis von intelligenter Datenanalyse sowie Weiterbildungsmöglichkeiten für diesen Sektor. Auch im Konferenz-Programm spielt Big Data eine wichtige Rolle, zum Beispiel beim Big Data Forum .
Was das bedeutet:
Big Data kommt in der Anwendung an, wird aber auch kleinteiliger. In Zukunft wird nicht mehr nur von einer Big-Data-Lösung, die das Unternehmen nutzt, gesprochen. Sondern die unterschiedlichen Geschäftsbereiche und Anwendungen bekommen ihr eigenes Tool. Durch diese Spezialisierung sinkt auf der einen Seite die Einstiegshürde und es kann konkreter nach Optimierungspotenzial gesucht werden. Auf der anderen Seite wird Big Data im Unternehmen sehr fragmentiert. Und am Ende wird wieder die leidige Aufgabe stehen, die unterschiedlichen Lösungen miteinander zu verknüpfen.
Trend 6: Cloud- statt Lizenzcomputing
Der Markt für Cloud Computing mit Geschäftskunden wird in Deutschland im laufenden Jahr um 46 Prozent auf rund 6,4 Milliarden Euro wachsen, sagen Zahlen des Bitkom auf Basis von Prognosen der Experton Group . Zu den Cloud-Dienstleistungen zählen die Bereitstellung von Anwendungsprogrammen (Software-as-a-Service), von Speicher- oder Rechnerkapazitäten (Infrastructure-as-a-Service) sowie von Entwicklungsumgebungen (Platform-as-a-Service) über das Internet. Investitionen in Cloud-Hardware machen 2,2 Milliarden aus (plus 39 Prozent) sowie Integration und Beratung 1,2 Milliarden Euro (plus 39 Prozent).Was es zu sehen gibt:
Dieser Wandel zeigt sich in Hannover darin, dass klassische On-Premise-Anbieter wie den DMS- und Postbearbeiter WMD ihr Portfolio erweitern und Cloudservices wie die WMD Xsuite Cloud (Halle 3/B17) anbieten. Cloudanbieter wiederum erweitern ihr Produkt-Portfolio, so wie CRM-Anbieter Salesforce , der mit der 'Salesforce Analytics Cloud' (Halle 4/C11) eine cloud-basierte Analytics-Lösung vorstellt, während IBM mit Watson Analytics einen auf natürlicher Sprache basierenden Zugang zu Analytics-Lösungen aus der Cloud vorstellt.
Die Verwolkung findet sich in allen Messehallen: LinguaTV zeigt cloud-basierten Sprachkursen mit multimedialen Lerninhalten (Halle 9/F43), ECM-Anbieter Sitecore zeigt die 'Sitecore CMS Azure Edition' mit der sich Websites und Shops auf die Microsoft Azure Cloud skalieren lassen sollen (Halle 4/A26). Auch CRM-Lösungen wandern immer öfter in die Cloud - wie beispielsweise die neue Azure-Version von Organice CRM 7 (Halle 3/B01) zeigt. Sogar SAP ist längst in die Cloud gewandert: In Halle 4 stellt SAP-Cloud-Marktführer T-Systems eine ganze Reihe von Cloud-Services vor. Highlight ist dabei die Plattform für die Big-Data-Lösung HANA .
|
|
Was das bedeutet:
Alles, was in der Vergangenheit in den Serverschränken der IT datenverarbeitet wurde, wandert Schritt für Schritt in die Cloud. Hackerangriffe, Werkspionage und Geheimdienstattacken inklusive. Doch die Flexibilität und Skalierbarkeit sind für Kunden zunehmend wichtiger, als Datenschutzbedenken. So sind deutsche Cloudanbieter in der Minderheit. Immerhin: Nicht immer sind die üblichen Verdächtigen unterwegs. So dominiert im Cloud-Geschäft Microsoft Azure aufgrund seiner Entwicklungspartnerschaften die CeBIT - selbst wenn Amazons Cloud-Tochter Amazon Web Services vertreten ist - jedoch nur mit einem Truck im Convention Centre (N18).
Trend 7: Sicherheit
Smart Home, Industrie 4.0, Connected Cars, Mobile Computing, Fitness Tracker, Wearables - während nahezu alle Lebensbereiche vernetzt werden und die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit einer Volkswirtschaft immer mehr von digitaler Innovation abzuhängen scheint, zeigen sich zugleich die Schattenseiten der Entwicklung: Die Snowdon-Enthüllungen rund um den NSA-Skandal, Bundestrojaner, Stuxnet-Attacken und spektakuläre Hackerangriffe auf Unternehmen wie Sony führen plastisch vor Augen, wie verwundbar digitale Geräte zugleich machen. Dabei geht es neben Grundwerte wie Bürgerrechten und Meinungsfreiheit auch um handfeste wirtschaftliche Aspekte. Cyberattacken, Wirtschaftsspionage, Produktionsausfälle und schwindendes Verbrauchervertrauen sind Folge mangelnder Sicherheit. Zusätzlich ist absehbar, dass sich die Problematik weiter verschärfen wird: Die Anzahl der vernetzten Geräte nimmt ebenso exponentiell zu wie die Abhängigkeit der Gesellschaft von deren Funktion.Was es zu sehen gibt:
Die Bedeutung des Themas wird durch eine Live-Schalte zu Whistleblower Edward Snowden während der Messe unterstrichen (18. März). Die Wirtschaft steht derzeit vor einem gefährlichen Dilemma: Je umfassender sich Unternehmen vernetzen, desto angreifbarer werden sie - je weniger sie vernetzt sind, desto weniger sind sie wettbewerbesfähig. Deswegen nehmen Connected Security-Lösungen einen großen Raum ein, die Verbindungen zu verschiedenen Partnern in Unternehmen absichern sollen. Wirtschaftlich ebenso kritisch ist die IT-Infrastruktur, die mit Lösungen zur Critical Infrastucture Protection gesichert werden soll. Lösungen zur Mobile Security widmen sich insbesondere der Gefahr, die von Smartphone und Tablets ausgeht, die Mitarbeiter selbst in die Unternehmen mit bringen. Datenschutz und Privacy sind insbesondere in Cloud-Architekturen ein wichtiges Thema, über das unter anderem die Nationale Initiative für Informations- und Internet-Sicherheit (NIFIS) informiert. Das Verbrauchervertrauen wird durch das Kompetenzzentrum für IT-Sicherheit der Universität des Saarland (Halle 9/E13) adressiert, die Smartphone-Nutzern mittels einer Software zeigt, auf welche Informationen die installierten Apps zugreifen und welche Sicherheitslücken sie öffnen. Ebenfalls auf Transparenz setzt ein anderes Projekt des Instituts, das PC-Anwendern offen aufzeigt, wie anonym die gerade genutzte Internetverbindung tatsächlich ist.
Was das bedeutet:
Die Absicherung der IT-Infrastrukturen wird zu einer immer bedeutenderen Aufgabe. Mit dem Grad der Vernetzung steigt die Anfälligkeit für Angriffe und Störungen. Unternehmen sind aufgefordert, im Rahmen ihrer Digitalisierungsstrategie diese Herausforderung anzunehmen. Ihre Möglichkeiten sind aber zugleich beschränkt. Gerade seitens der Politik sind nationale Initiativen zur Erhöhung der IT-Sicherheit nötig.


