Jetzt zum Webinar anmelden
November 2026 · Unser Geburtstagsgeschenk
35 Jahre iBusiness.
Im November alles frei lesen.
Zum Jubiläum öffnen wir alle iBusiness-Inhalte: vom 1. bis 30. November, für alle, ohne Anmeldung und ohne Bezahlschranke.
Alle Inhalte im November kostenlosRegistrieren Sie sich kostenlos und abonnieren Sie anschließend den iBusiness-Newsletter. So bleiben Sie bei den Themen auf dem Laufenden, die für Sie zählen.
Warum Bilder-SEO Disruptionspotenzial hat
18.01.2019 Während alle in Sprachsuche das eine angesagte Trendthema sehen, bastelt Google an der Suche mit Bildern: Was nach Nische klingt, hat Disruptions-Potenzial in Produktsuche und Offlinehandel.
HANDLUNGSRELEVANZ
|
|
Operativ |
Strategisch |
Visionär |
|
Technik |
|
|
|
|
Medien |
|
|
|
|
Wirtschaft |
|
|
|
|
|
heute |
morgen |
übermorgen |
Die aktuell noch weiter verbreitete, traditionelle Bildsuche - also 'Bildsuche' als die Suche nach Bildern begriffen - ist in einigen Geschäftsmodellen ein überraschend bedeutendes Thema und wertvolle Traffic-Quelle: SEO Markus Hövener von der Agentur Bloofusion hat Kunden im Portfolio, deren Seiten fast ein Drittel ihres Traffics aus der Suche nach Bildern beziehen.
Die Suche mit Bildern dockt hier an, erschließt aber darüber hinaus vollkommen neues Potenzial - sie kann einer Site quasi Traffic von 'Suchen nach dem Unsagbaren' bescheren: Wer etwas nicht in Keywords fassen kann, etwa eine seltene Pflanze oder ein Paar gefälliger Schuhe, sucht stattdessen indem er ein Bild des Gesuchten verwendet: "Hier tut sich ein klarer Anwendungsbereich in Abgrenzung von der Sprachsuche auf: Alles was man nicht benennen kann, ginge stattdessen über eine visuelle Suche", sagt Bilder-SEO-Experte Marcell Sarközy, von der Agentur SEOdeluxe.de .
Bedeutsam ist hierbei, dass Google vor einigen Jahren sein Bild-Suchprinzip veränderte, nachdem massive Kritik an der Bildsuche aufkam, mit der die Nutzer Bilder abspeichern konnten, ohne dafür die Quellseite zu besuchen: "Googles Bildersuche ist nun ein Weg auf die Homepage - nicht wie früher die Suche nach Motiven, die man sich heraussucht, sondern ein expliziter Weg zur Seite", sagt Hövener. Fotos sind wie Visitenkarten, SEO-Rankingfaktor und Keywordset in einem: Das gelungene Foto auf der Homepage ist wie das gut gewählte beim SEA ein Weg, den Kunden auf die Markenseite zu locken. Wer etwas nicht in Keywords fassen kann, sucht eben, indem er ein Foto verwendet.
Nutzer suchen etwa nach 'Porträtfotos' und wählen anhand der Aufnahmen, die ihnen gefallen, einen Fotografen aus, von dem sie sich ablichten lassen oder sie suchen nach 'Einladungskarten', um eine Druckerei zu finden, bei der sie ihre eigenen drucken lassen.
Aktuell bietet Google vier Wege an, um mit Bildern nach Ergebnissen zu suchen:
- Nutzer können am Desktop das Rubrum 'Bilder' auswählen und dann Bilder via Drag-and-drop in den Suchschlitz fallen lassen,
- es gibt die App 'Lens', eine Suchapplikation für die Suche mit Bildern,
- in der Virtuellen-Helfer-App 'Assistant' bietet der Agent Nutzern die Option, ein Foto statt eines Suchbegriffs zu verwenden
- und in Photos, Googles Bilder-Organisiertool, kann ebenfalls anhand der Bilder eine Suche nach ähnlichen Motiven ausgelöst werden.
Hier tut sich viel disruptives Potenzial auf. Zum einen für Google selbst in Form einer Geldquelle: "Die Bildersuche ist anders als die allgemeine oder Shoppingsuche noch nicht monetarisiert", sagt Hövener."Es ist daher absolut sinnvoll, dass sich Google hier bewegt. Vielleicht wird Lens ein Vorstoß in dieses noch unerschlossene Gebiet." Sieht also ein(e) NutzerIn ein Produkt und will danach suchen, kann sie es fotografieren und wird beispielsweise von Lens oder Assistant an einen Shop weitergeleitet, der dafür einen CpC an Google bezahlt.
Vier Szenarien für die Zukunft der bildgetriebenen Suche
Mainstream
Bildergetriebene Suche löst ein, was Voice Search nur versprochen hat und wird binnen kurzer Zeit das neue Mainstream-Interface.
(Große) Nische
Für einige Anwendungen etabliert sich Bildsuche - sie wird Usus in einer gar nicht mal so kleinen Branche (etwa für Mode oder Möbel).
Evolutionärer Siegeszug
Je besser die Bildsuche funktioniert und je mehr Leute sie nutzen, desto mehr kommt das Prinzip in Fahrt - hat dann aber mehr Potenzial als Stimmsuche.
Flop
Bildsuche setzt sich nicht durch, weil die Erkennungsalgorithmen (noch) nicht funktionieren - damit verschwindet sie, bevor sie richtig funktionierte.
Noch ist eine Suche mit Bildern nicht Mainstream - aber das Thema wird an Bedeutung gewinnen. Es wäre sicherlich schon längst jenseits der Prognose und operative Realität, hätte sich Google Glass durchgesetzt: Die Bildsuche erscheint wie ein für Datenbrillen erdachtes Konzept. Doch auch auf Smartphones wohnt dem Prinzip viel Potenzial inne. Für weitsichtige SEOs ergeben sich daraus schon heute ein paar strategisch sinnvolle Maßnahmen, um die Marke für eine wachsende Bedeutung der Suche mit Bildern aufzustellen.
Saubere Daten
Bilder sollten sauber vertaggt sein, gut betitelt, und ein klares Markup besitzen, das sie etwa als Produktdetailseite auszeichnet und in einen Shoppingkontext rückt. Google muss die Verbindungen hinbekommen, ob hier ein Bild in einem lexikalischen Kontext auf einer Wissensseite steht, nur als Symbolfoto für eine Kategorie in einem Shop dient oder als konkretes Produktfoto (ist ein Foto eines Schuhs etwa die Bebilderung der Kategorie 'Mode' oder geht es um den konkreten Schuh oder handelt es sich hier um einen Wiki-Eintrag, der erklärt, wie Schuhe hergestellt werden).Saubere Bilder
Shops müssen sicherstellen, dass Google einen abgebildeten Schuh erkennt, wenn ein Nutzer mit einem Foto danach sucht: Das Produkt kann inszeniert werden, sollte aber auch einmal groß und freigestellt abgebildet werden, ohne störende Accessoires (andere Kleidung/Gegenstände oder humanoide Störkörper wie Menschen) dargestellt werden, damit Google kapiert, worum es auf dem Foto im Kern geht.Variantenreiche Bebilderung
Im SEA bieten Marketer auf riesige Synonym-Ketten, damit bei einer Suche auch ein bestimmtes Produkt/Artikel/Erzeugnis/Fabrikat/Werk/Manufakt/Produktion/Ware/Gebilde/Gegenstand/Erzeugnis beworben wird. Künftig braucht es eine Art visuelle Pseudonyme: Bilder des Produktes in verschiedenen Darstellungen, aus allen Winkeln, groß, klein, von vorne, von hinten: Fotografiert man als Nutzer etwa eine Weinflasche, um danach zu suchen, muss man als Weinshop eine Aufnahme auf der Seite haben, die das Etikett sauber zeigt, ohne die Wurstfinger des die Flasche haltenden Dressmans darüber, die es unerkennbar für Google machen.Aktuell scheint Google vor allem große Gegenstände zu erkennen - damit taugen Apps wie Lens und Co. vor allem zur Identifikation von Bauwerken und Sehenswürdigkeiten (lexikalisches Wissen). Als ECommerce-Verwendung hat der Konzern - wie die Beispielbilder auf der Lens-Homepage verraten, unter anderem Mode im Visier. Und überraschend gut funktioniert die Erkennung auch (aufgrund der Größe) mit Möbeln. Doch je besser die Bilderkennungsalgorithmen funktionieren, desto größer wird die Akzeptanz und desto breiter das Einsatzfeld der Suche mit Bildern sein.
