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Deutsche und Schweizer Banken hinken bei Internet und Digitalisierung hinterher
10.12.2013 Die deutschen und schweizerischen Geldinstitute befinden sich mit Blick auf die Digitalisierung im internationalen Vergleich nur im Mittelfeld. Das ist das Ergebnis einer Studie, welche die Unternehmsberatung A.T. Kearney zusammen mit dem europäischen Banken-Netzwerk EFMA durchgeführt hat.
(Video: Sparkassenfinanzportal.de)
Das Ranking zeigt: Viele Geldhäuser rund um den Globus drohen eine wichtige Entwicklung zu verpassen. "Die Bankbranche wäre nicht die erste, die von der Schnelligkeit der digitalen Transformation überrascht wird", warnt Kearney-Partner und Studienautor Dr. Torsten Eistert . Eine Reihe von Geldhäusern nimmt das Thema bereits äußerst ernst. Schließlich verändert die Digitalisierung nicht nur das Verhältnis der Kunden zur Bank, sondern sogar deren Alltag: So kann eine Bank heute über das Internet-Suchverhalten des Kunden viel früher erfahren, welche Bedürfnisse dieser hat. Zudem sehen es Kunden inzwischen als selbstverständlich an, auch jenseits der Filialöffnungszeiten mit ihrer Bank in Kontakt zu treten. Ein weiteres Beispiel für die digitale Revolution ist der Trend zum mobilen Bezahlen, der viele Alltagsgeschäfte deutlich erleichtert.
"Bislang haben sich die Banken im digitalen Bereich vor allem darauf konzentriert, ihre Vertriebswege zu integrieren. Erst in letzter Zeit sind Angebote wie Mobiles Banking, die digitale Brieftasche oder E-Wallet und zusätzliche Instrumente für die Vermögensverwaltung hinzugekommen", sagt Torsten Eistert. "Das wird aber nicht ausreichen, um die künftigen Bedürfnisse der Kunden zu befriedigen und sich dauerhaft gegen neue Angreifer, die häufig gar keine Banken sind, zu behaupten".
Um nicht das Schicksal vieler Unternehmen aus der Foto- oder Musikbranche zu erleiden, sollten Privatkundenbanken ihre Produkte, Plattformen und Prozesse daher komplett überdenken, so der Rat der Experten. Wie die Studie ergeben hat, haben die meisten Banken zwar erkannt, dass sie ihre Vertriebskanäle besser integrieren und ihre Innovationen beschleunigen müssen, aber ihre Organisation haben sie diesen Zielen längst nicht ausreichend angepasst. So liegt die Verantwortung für die Gewinn- und Verlustrechnung heute noch häufig in der Filiale. Digitalen Vertriebskanälen wird in der Regel zu wenig Anreiz gegeben.
Hinzu kommt: In der digitalen Welt sollten Banken ihre Vertriebsmodelle nicht mehr nur auf den einzelnen Kundenberater fokussieren. Sie sollten zum Beispiel intelligentes Data-Mining nutzen, um die Kundenbedürfnisse noch frühzeitiger erspüren. Intern sollte eine Organisation so aufgestellt werden, dass schnelle Entscheidungen über die Kanäle und Segmente hinweg möglich sind.
