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Studie: Freemium-Modelle sind besser gegen Content-Piraterie als DRM

20.09.2013 Eine Studie, die sich mit dem Raubkopieren von Musik beschäftigt, belegt: Music Streaming im Freemium-Modell ist ein wirksames Instrument, um Nutzer in die legale Welt zu holen, besser wohl als die bekannten und insgesamt gescheiterten Versuche des Schutzes von Musik durch technische Schutzmechanismen wie Digital-Rights-Management-Systeme (DRM).

Für die Studie 'Music as a Service: eine Alternative für Musikpiraten?' von TU Darmstadt   und Universität München befragten die Forscher 8000 Studierende nach ihrer Einstellung zu Freemium-Geschäftsmodellen, darunter auch 132 Musikpiraten. Kernergebnis: Musikpiraten wollen zwar grundsätzlich nicht für ihre Musik bezahlen, aber wenn man ihnen geeignete Abo-Modelle, das heißt insbesondere Freemium-Modelle für Geld anbietet, sind sie eher geneigt, zuzuschlagen.

Die Erklärung dafür sehen die Professoren Dr. Alexander Benlian und Dr. Thomas Hess im Profil der Piraten. Diese seien deutlich aktiver und versierter im Internet unterwegs, sowohl bei der Suche nach Informationen als auch, wenn es darum gehe, die Meinungsführerschaft zu übernehmen. Sie seien auch technik-affiner und technisch anspruchsvoller als legale Kunden von Musikanbietern. Piraten hätten häufig einen sehr ausdifferenzierten Musikgeschmack und eine mehr als doppelt so große Sammlung von Musikdateien wie legale Nutzer, viele verschiedene technische Endgeräte und großes Interesse daran, ihre Musik gut zu sichern und überall zu hören.

Nicht überraschend, schätzen Raubkopierer ein großes Angebot an Musiktiteln. Als technik-affinen Nutzern sollte ihnen ein attraktives Abo-Angebot ermöglichen, ihre Musik unterwegs und zu Hause sowohl über Streaming als auch offline und auf verschiedensten Endgeräten zu hören. Die Player-Software sollte möglichst viele interessante Zusatzfunktionen bieten. Und auch eine gut ausgebaute Community-Funktion - also die Möglichkeit, sich mit anderen Nutzern direkt und intensiv über das Angebot auszutauschen - könnte sie überzeugen, für ein gut gemachtes Premium-Angebot zu bezahlen.

Wichtig ist dabei auch der Erstkontakt. Wenn Musikpiraten für eine begrenzte Zeit die Möglichkeit haben, alle technisch ausgefeilten Funktionen eines Premium-Angebots testweise zu nutzen, sind sie deutlich eher bereit als legale Nutzer, später dafür zu bezahlen. Dürfen sie dagegen mit einer Gratis-Basisversion auch nur eingeschränkte Funktionen ausprobieren, sind Piraten deutlich zurückhaltender. Hier unterscheidet sich der Pirat doch klar vom Durchschnitts-User: Der gibt sich schneller zufrieden und akzeptiert sogar Werbung. Piraten sind offensichtlich die anspruchsvolleren Kunden - und bieten Potential fürs Geschäft. "Im Grunde sind Piraten eine noch nicht wahrgenommene Zielgruppe", argumentieren die Forscher.
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