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Holtzbrinck mutiert zur Agentur-Gruppe - Konkurrenzdruck in der Interaktivbranche wächst
26.08.2008 Langfristig müssen Online-Agenturen und Dienstleister mit mehr Wettbewerb im Markt rechnen. Denn viele Contenproduzenten, seien es nun Medienhäuser oder Online-Händler, haben mittlerweile eine immer größere Kompetenz im Onlinemarketing erworben. Jetzt beginnen sie damit, diese Kompetenz auf dem freien Markt anzubieten. Eine 'folgerichtige' Entwicklung meinen die Experten.
Der Full-Service-Anbieter für Direkt- und Dialogmarketing Direct Relation wird Consulting, Data-Services, Mediaplanung und -Einkauf sowie Kooperationsmanagement in die Gruppe einbringen. SEM, Affiliate und Web-Anayltics kommen aus dem Tochterunternehmen Booming . Die Mailandsale GmbH hat E-Mail-Marketing und die dazugehörigen Versandlösungen im Portfolio. Dem Vernehmen nach, soll noch eine weitere Holdinggesellschaft gegründet werden, um das Angebot zu vervollständigen.
Geschäftsführer von The Performance Network sind Johannes Mettler und Andreas Schwabe . "Mit der neuen Holding-Struktur sind wir optimal aufgestellt und bieten Kunden und Agenturen als einziges Netzwerk in Deutschland die volle Wertschöpfungskette des Onlinemarketing in Verbindung mit Data Services und Integration der Above-the-line-Medien", so Schwabe.
Für Thomas Brommund , seit neuestem Vorsitzender der Arbeitsgruppe Performance Marketing im Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW), ist das Engagement von Medienunternehmen im Dienstleistungssektor eine folgerichtige
Entwicklung der aktuellen Marktverhältnisse. "Wer Content erstellt, muss diesen nicht nur vermarkten, sondern auch dafür sorgen, dass er gefunden wird". Der Trend zu einem Anbieter von Online-Services zu werden, sei zudem eine Strategie vieler Medienhäuser, die stagnierenden Umsätze aus dem Printgeschäft durch neue Erlösquellen abzufedern. "Denn bis heute haben die Medienhäuser das Problem, ihren originären Content nicht wirklich profitabel im Netz monetarisieren zu können", erklärt Brommund im Gespräch mit iBusiness."
Zu dem gleichen Schluss kommt auch Thomas Peters , Geschäftsführer der Performance-Marketing-Agentur nonstopConsulting . Allerdings weißt Peters darauf hin, dass die Dickschiffe, die auch für die verlagseigenen Dienstleister zur Cash-Cows werden könnten, in den meisten Fällen schon seit vielen Jahren mit externen Agenturen erfolgreich zusammenarbeiten. "Da bleiben für den Inhouse-Dienstleister zu Anfang vielleicht nur die kleinen Web-2.0-Startups als Kunden innerhalb der Verlagsgruppe übrig", skizziert Peters.
Doch nicht nur Medienunternehmen wagen den Schritt in das Dienstleistungsgeschäft. Wie iBusiness berichtete, bietet der Online-Händler Amazon mittlerweile neben Webhosting, Zahlungsabwicklung, Vermarktung und Logistik seit wenigen Monaten auch eine Shop-Software an. Damit ist aus einem reinen Handelsgeschäft immer mehr ein Full-Service-Anbieter im E-Commerce geworden.
