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Pixelpark sieht wieder rot

29.04.2008 Seit einem Jahr befindet sich die Pixelpark-Aktie auf Talfahrt und hat rund 50 Prozent ihres Wertes verloren. Der aktuelle Geschäftsbericht offenbart: Wenn sich die Geschäftsentwicklung aus dem vierten Quartal fortsetzt, gehen bei Pixelpark bald die Lichter aus.

Der börsennotierte Interaktiv-Dienstleister Pixelpark    aus Berlin hat ein schweres Jahr hinter sich. Nach Ausweis des aktuell veröffentlichten Geschäftsberichts    für das Berichtsjahr 2007 schreibt der Konzern trotz einer Umsatzsteigerung um 40 Prozent auf 47,381 Millionen Euro (33,905 Millionen Euro i.Vj.) mehr als 2,7 Millionen Euro Verlust. Noch im Jahr 2006 konnte Pixelpark ein Konzernergebnis von rund 800.000 Euro einfahren.

Ein Blick auf die Quartalszahlen des abgelaufenen Geschäftsjahres belegt nämlich: Nach neuen Monaten konnte Pixelpark auf Konzernebene noch einen kleinen Gewinn von rund 0,1 Millionen Euro einfahren. Nur drei Monate später, also in den Monaten Oktober bis Dezember 2007, brach das Konzernergebnis erdrutschartig ein und rutschte auf Minus 2,7 Millionen Euro. Dies erklärte Pixelpark-Chef Michael Riese gegenüber iBusiness mit der im vierten Quartal vollzogenen Übernahme der Interaktiv-Agentur Elephant Seven   .

 (Bild: Cortal Consors)
Bild: Cortal Consors

Die Agenturgruppe konnte seine Eigenkapitalquote von 60 Prozent auf 62 Prozent steigern. Das entspricht in harten Euros einem verfügbaren Eigenkapital von 36,21 Millionen Euro. Unter dem Strich bleiben Pixelpark rund 5,3 Millionen Euro an liquiden Mitteln. Trotzdem der positiven Berichterstattung im Geschäftsbericht gibt es einige Schwachstellen, die genauer betrachtet werden müssen:

  • In der Konzernbilanz werden Firmenwerte (Goodwill) mit einem Betrag in Höhe von 27,1 Millionen Euro aktiviert. In dieser Position wird der Unterschiedsbetrag zwischen dem Kaufpreis und dem Zeitwert eines erworbenen Vermögenswertes angegeben. Bei Pixelpark handelt es sich um die Zukäufe im letzten Jahr, mit deren Hilfe die Marktführerschaft in der Interaktivbranche errungen werden soll. Dazu müssen "die neu erworbenen Tochterunternehmen in den Pixelpark-Konzern integriert werden", erklärt Riese im aktuellen Geschäftsbericht. Ein Scheitern dieser Integration "würde sich negativ auf Umsatz und Ertrag der gesamten Gruppe auswirken". Pixelpark hat also in Erwartung einer positiven Geschäftsentwicklung 27 Millionen Euro mehr für Zukäufe ausgegeben, als die Unternehmen zum Zeitpunkt der Übernahme wert gewesen sind. Kommt der Turnaround nicht wie geplant zu Stande, würde sich das Eigenkapital um die Goodwill-Werte mindern. Allerdings versicherte Riese gegenüber iBusiness, seien sowohl die Wirtschaftsprüfer, als auch die Unternehmensführung von der Werthaltigkeit der Zukäufe vollkommen überzeugt.
  • Zum Stichtag 31.12.2007 weist die Bilanz Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 4,57 Millionen Euro aus. Diese Verbindlichkeiten werden in der Regel nach 30 Tagen fällig. Demgegenüber stehen auf Konzernseite noch Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 7,29 Millionen Euro entgegen. Bei einem Bestand an liquiden Mitteln von 5,3 Millionen Euro wäre der Konzern, sollte er seine Rechnungen komplett begleichen, nahezu zahlungsunfähig, wenn es ihm nicht gelingt, die ausstehenden Forderungen schnellst möglich einzutreiben. Das Risiko besteht darin, dass unerwartete Zahlungsausfälle schnell zu einem Liquiditätsengpass führen können. Allerdings, so beruhigt Riese, sei das Forderungsmanagement bei Pixelpark hochoptimiert und dieser Fall unwahrscheinlich.
  • Der Konzern weist einen negativen Cashflow (Nettoabfluss aus laufender Geschäftstätigkeit) in Höhe von 6,04 Millionen Euro aus. Dem stehen aber nur rund 5,3 Millionen Euro an liquiden Mitteln gegenüber. Für den Interaktiv-Dienstleister bedeutet das, dass in diesem Jahr der Turnaround unter allem Umständen geschafft werden muss. Zwar hat Pixelpark kurzfristige Schulden im Wert von 5 Millionen abgebaut, aber zugleich ein neues Bankdarlehen in Höhe von fast 9,5 Millionen aufgenommen. Damit, so urteilen Aktienanalysten, habe sich der Konzern zumindest Zeit erkauft.


Unter dem Strich bleibt festzuhalten, dass Pixelpark seine Kostenstrukturen und die damit verbundenen Zukäufe schnellstens in den Griff bekommen muss. Sollte nämlich, das erste Quartal 2008 auch nur annähernd so defizitär angelaufen sein, wie das vierte Quartal 2007 aufgehört hat, wird es für den selbsternannten Kronprinzen wirtschaftlich eng. Die bei den meisten börsennotierten Unternehmen übliche Vorabmeldung zur Geschäftsentwicklung im ersten Quartal wird es aber nicht geben, erklärte Riese gegenüber iBusiness. Pixelpark wolle nur die endgültigen Zahlen melden und dies geschieht laut dem Finanzkalender am 4.05.2008.

Die iBusiness-Analyse bestätigt auch Engelbert Hörmannsdorfer , Chefredakteur und Herausgeber des Börsendienstes BetaFaktor.de  . Momentan ist es Hörmannsdorfer "schleierhaft", wie Pixelpark 2008 beim Umsatz und Ergebnis eine "deutliche Steigerung" hinbekommen will. "Der Konzernabschluss zeigt eigentlich nur eins: Man steht derzeit auf sehr wackligen Füßen", beurteilt Hörmannsdorfer im Gespräch mit iBusiness die aktuelle Situation.

Und dann rücken auch mögliche Übernahmepläne durch die französische Agentur-Gruppe Groupe Publicis   ins Blickfeld. Wie iBusiness berichtete, hatte im Mai 2005 das Ziel ausgegeben, bis zum Jahr 2010 "Multimedia-Martkführer" in Deutschland werden zu wollen. Um dieses Ziel zu erreichen, hat der Konzern in den vergangenen knapp drei Jahren über ein halbes Dutzend Dienstleister akquiriert. Diese sind zum Teil nur schlecht im Konzern integriert, zum Teil defizitär. Ein Käufer, der sich vor allem für das Interaktiv- und Onlinewerbegeschäft interessiert, könnte den Konzern durch Ausgliederung verschlanken und auf Profitkurs bringen. Umgekehrt könnte Pixelpark als Teil einer weltweiten Agenturgruppe stärker als bisher vom internationalen Geschäft profitieren.




in TEUR20072006Veränderung in Prozent
Umsatzerlöse47.38133.90539,75
Betriebsergebnis-2.0401.039-296,34
Ergebnis vor Steuern-2.828985-387,1
Konzernergebnis-2.751789-448,67

Quelle: Pixelpark AG Geschäftsbericht 2007

Thema: Pixelpark sieht wieder rot

Kommentar von Olaf Groß

Pixelpark-Bilanz: Wachstum um jeden Preis vermeiden

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 (Fotoatelier Koch)
Bild: Fotoatelier Koch
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Stephan Mosblech
Von: Stephan Mosblech ,  people interactive GmbH ,  Verbindungen
Am: 29.04.2008

Zu: Pixelpark: Der Turnaround muss kommen

sehr guter Artikel und gut in der Billanz recherchiert. Lustig ist wenn man den Pressartikel auf Horizont dagegen liesst:
Pixelpark legt dank Übernahmen deutlich zu:
http://www.horizont.net/aktuell/digital/pages/protected/show.php?id=76026
Stephan Mosblech
Von: Stephan Mosblech ,  people interactive GmbH ,  Verbindungen
Am: 29.04.2008

Zu: Pixelpark: Der Turnaround muss kommen

sehr guter Artikel und gut in der Billanz recherchiert. Lustig ist wenn man den Pressartikel auf Horizont dagegen liesst:
Pixelpark legt dank Übernahmen deutlich zu:
http://www.horizont.net/aktuell/digital/pages/protected/show.php?id=76026
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