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Meinestadt.de will Tageszeitungen und Jobportalen Konkurrenz machen

06.03.2008 Stellenanzeigen sind für Tageszeitung immer noch ein notwendiges Geschäft. Denn sie binden Leser und Unternehmen an die Region. Online sind vor allem die großen Jobportale in Sachen Stellenanzeigen relevant. Nun bricht das Städteportal Meinestadt.de in diese Phalanx ein. Und entwickelte dafür eine Erfolg versprechende Strategie.

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Angespornt durch den Erfolg der eigenen regionalen Stellenbörsen, macht das Städte-Portal Meinestadt.de    nun den Tageszeitungen Konkurrenz. Dazu will das Unternehmen sein Vertriebsteam im Geschäftsfeld Stellenmarkt von momentan 80 Mitarbeitern bis zum kommenden Monat auf über 100 Mitarbeiter ausbauen.

Im Vergleich zu den Stellenanzeigen der Tageszeitungen seien die Anzeigen in Online-Stellenbörsen "wesentlich günstiger und stehen dem Suchenden länger zur Verfügung", gibt sich Unternehmenssprecher Thorsten Laumann optimistisch. Dabei wolle sich das Portal gar nicht mit den großen Playern der Online-Stellenbörsen wie beispielsweise Monster   oder Stepstones   in deren Kerngeschäft anlegen. Die lokalen Stellenbörsen auf Meinestadt.de wenden sich hauptsächlich an kleine und mittelständische Unternehmen und hätten durch ihre "regionale Segmentierung" ein Alleinstellungsmerkmal, erläutert Laumann gegenüber iBusiness die Strategie.

Mit Online-USP gegen die Tageszeitung, mit regionalem Fokus gegen die großen Online-Jobportale - Mit dieser zweigleisigen Strategie hofft Meinestadt-Betreiber Allesklar.com AG   auf großes Wachstum.

Könnte funktionieren. Denn auch Experten für Personalrecruiting halten regionale (Online-)Stellenbörsen für sinnvoll. Personaler suchten neue Mitarbeiter für Positionen bis zu einem Jahresbruttogehalt von bis zu 60.000 Euro vornehmlich im regionalen Umfeld des Unternehmens. Erst jenseits dieser Gehaltsgrenze sei die überregionale Suche der Standard, erklärt Dr. Jan Thieme , Partner der Management-Beratung TGMC   gegenüber iBusiness. "Für Headhunter-Aufträge liegt die Gehaltsuntergrenze bei durchschnittlich 90.000 Euro", macht Dr. Thieme die Unterschiede bei der Personalsuche deutlich.

Positionen in Unternehmen, die mit Mitarbeitern aus der Region besetzt würden, sind allerdings das Gros des deutschen Arbeitsmarktes. Diese breite Basis an verfügbaren Arbeitsplätzen macht daher regionale Stellenbörsen notwendig. Davon sind Personalberater wie beispielsweise Günter Reinhold , Partner der Personalberatung Pape Consulting Group   , überzeugt.

Finanziert wird das Stellenportal bei Meinestadt.de vor allem durch Bannerschaltungen auf den Städtseiten, den Gebühren aus den Stellenanzeigen und durch Premium-Modelle von Brancheneinträgen auf dem Portal. Wie bei den Gelben Seiten   können Unternehmen Firmeneinträge auf den Lokalseiten von meinestadt.de kaufen. Schaltet ein Premiumkunde nun eine Stellenanzeige, wird sein Unternehmen optische und in der Reihenfolge der Suchergebnisse bevorzugt.

Der Online-Stellenmarkt von Meinestadt.de gehört mit rund 150 Millionen Page Impressions laut aktueller IVW  -Messung zu den meistbesuchten deutschen Stellenmärkten im Internet. Nach eigenen Angaben ist der Stellenmarkt der größte Wachstumsmotor bei meinestadt.de "Wir rechnen in diesem Jahr mit einer Umsatzsteigerung von über 100 Prozent", hofft Vertriebsleiter Werner Wiersbinski .

Thema: Meinestadt.de will Tageszeitungen und Jobportalen Konkurrenz machen

Kommentar von Olaf Groß

Jetzt aber schnell ins regionale Internet.

Als sei das Anzeigengeschäft der Printtitel nicht schon schwer genug. Jetzt will auch noch eines der größten deutschen Regional-Portale den Zeitungsverlagen das Geschäft mit den Stellenanzeigen abjagen.

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 (Fotoatelier Koch)
Bild: Fotoatelier Koch
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