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Kippt die "EU-Entwaldungsverordnung" doch noch in letzter Minute?
20.09.2024 Betroffen sind Agentur-Beratungskunden in den Branchen Möbel, Bücher, Papier, Schokolade, Kaffee, Tierfutter oder Leder: Zum 30. Dezember 2024 soll die EU-Entwaldungs-Verordnung (EUDR) in Kraft treten, die unter anderem Onlineshops dazu verpflichtet, Rohstoffe und Erzeugnisse nur dann zu verkaufen, wenn sie waldfreundlich sind. Jetzt steht eine Verschiebung im Raum - Agenturen müssen wohl umplanen.
Landwirtschaftsminister Cem Özdemir fordert die Verschiebung auf den 1. Juli 2025, Bundeskanzler Olaf Scholz hat Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen jüngst aufgefordert , die EUDR auszusetzen. Die Umweltverbände beharren auf dem pünktlichen Start.
Kritik kommt wegen des hohen bürokratischen Aufwands - und wegen der EU-weiten Produktdatenbank mit Millionen von Datensätzen, die aktuell laut dem Deutsche Raiffeisenverband (DRV ) noch nicht einsatzbereit ist.
Jetzt scheint eine Verschiebung oder Aussetzung im Raum zu stehen, wie Table Media unter Berufung auf EU-Kreise meldet. Die Verordnung soll nachgebessert werden.
Worauf Agenturen Unternehmen sich jetzt vorbereiten müssen
Doch langfristig ist es egal, ob die Entwaldungsverordnung dieses Jahr oder erst in drei Jahren in Kraft tritt - oder die EU-Kommission noch Ausnahmen für KMUs oder bestimmte Segmente einpflegt. Klar ist, dass es drei globale Trends gibt, die unaufhaltsam sind, und auf die Agenturen ihre Kundschaft vorbereiten müssen:- Totale Produkttransparenz: Verbrauchende, Politik, NGOs - sie alle wollen zunehmend wissen, wie ein Produkt hergestellt wird. Welche Komponenten es enthält. Wie man es optimal anwendet, repariert, entsorgt. Diese Daten werden Verantwortliche in Herstellung und Handel ermitteln - und zur Verfügung stellen müssen.
- Totale Verantwortung: Auch wenn (wie beispielsweise beim Lieferkettengesetz) nur Großunternehmen im Fokus eines Gesetzes stehen: Angesichts der vernetzten Systeme werden auch Kleinunternehmen die geforderten Daten vorhalten müssen. Sei es, weil Großunternehmen entlang ihrer Lieferketten diese Daten anfragen. Oder sei es, weil potentielle Kundschaft es gewöhnt sein wird, diese Daten von großen Unternehmen zu erhalten - und dies bei KMUs auch verlangt.
- Totale Datendominanz: Damit diese Daten bereitgestellt werden können, benötigen alle Unternehmen ein Produktinformationssystem (PIM) oder ein anderes System (ERM, PXM, WaWi ...), in dem diese Daten zentral gespeichert werden können. Dazu nötig sind aber vor allem die Recherchedienste, um alle Daten für alle geforderten Anforderungen überhaupt zusammenzutragen. Wer hier entsprechende Datenservices anbieten kann, sitzt auf einer Diamantenmine.
