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Ebay wird Amazon immer ähnlicher
27.08.2008 Früher war alles klar getrennt: Ebay war ein Portal für private und gewerbliche Online-Auktion, Amazon ein klassischer Online-Händler. Bis dann Amazon sich als Marktplatz für externe Händler öffnete und Ebay nachzog. Mittlerweile meinen Experten, dass die Unterschiede zwischen den beiden Konkurrenten immer geringer werden.
Nach Ansicht von Axel Gronen und Scot Wingo nicht mehr viel. "In manchen Punkten bewegt sich Ebay auf Amazon zu", konstatiert Gronen im Gespräch mit iBusiness und führt als Beispiel das neue Preismodell für Powerseller an. Bisher sei es bei Ebay so gewesen, dass der Verkäufer bei hohen Angebotsgebühren vergleichsweise geringe Verkaufsprovisionen zu zahlen hatte. "Hier hat Ebay sich auf Amazon zubewegt und die Angebotsgebühren gesenkt, dabei aber natürlich im Gegenzug die Verkaufsprovisionen erhöht." Unterm Strich geht Gronen davon aus "bleiben dabei wohl die Einnahmen Ebays gleich, aber das Risiko für die Händler sinkt". Denn nur wer viel verkaufe, müsse auch viel zahlen.
Weitere Berühungspunkte macht Gronen bei der Produktsuche aus. Hier habe Amazon die Nase vorne. "Käufer finden schnell Bestseller und die Artikel, die sie suchen." Diese Effizienz möchte auch Ebay seinen Kunden bieten und arbeitet intensiv an einer neuen Suchtechnik, die nach einem komplizierten Berechnungssystem die "beliebtesten Artikel" sortieren soll.
"Der große Unterschied bleibt aber: Ebay ist 'nur' ein Marktplatz, während Amazon den eigenen Händlern mit eigenen Produkten Konkurrenz macht", weist Gronen auch auf die Unterschiede hin. Dabei sei Amazon natürlich gegenüber den eigenen Händlern stark im Vorteil, weil sich der Online-Primus auf Bestseller konzentrieren könne und zugleich "die Ladenhüter der Händler erkennt und meidet."
Auch Scot Wingo sieht in Ebay eher einen Marktplatzbetreiber, denn ein Online-Auktionshaus. In seinem Weblog Ebay Strategies zeigt er auch warum: Er vergleicht das Handelsvolumen von Ebay, das über Fixpreisgeschäfte und nicht über eine Auktion generiert wird, mit dem von Amazon. Aktuell machen Fixpreisgeschäfte etwa einen Anteil von 43 Prozent bei Ebay aus. Dazu sind allerdings noch 20 bis 30 Prozent der Auktionen hinzuzuzählen, bei denen die Ware über den Sofortkauf erstanden wird. Auch diese rechnet Wingo den Festpreisgeschäften zu. Somit beläuft sich das Handelsvolumen, dass Ebay mit Festpreisen, also Online-Händlern macht auf 60 bis 70 Prozent.
