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Musik-Studie: Illegales Filesharing so beliebt wie nie

von sr

31.07.2007 Deutlich mehr Musik-Fans als noch im Vorjahr nutzen illegale Tauschbörsen, um Musik aus dem Internet herunter zu laden. Besserung ist nicht in Sicht: Selbst an DRM-freien legalen Musiktracks - der neue Hoffungsträger der Musikindustrie - zeigen Musik-Fans nur wenig Interesse.

 (Bild: Sebastian Maul/Stock.xchng)
Bild: Sebastian Maul/Stock.xchng
Auf die krisengebeutelte Musikindustrie kommen weiter harte Zeiten zu, wie die Studie Digital Music Survey   des Londoner Marktforschungsinstituts Entertainment Media Research   zeigt. Demnach haben zwar 58 Prozent der befragten Musik-Fans bereits einmal für einen legalen Musik-Download gezahlt. Allerdings scheint dieser Markt bereits schon bald gesättigt zu sein.

Zum Vergleich: Im Jahr 2006 hatten erst 50 Prozent der Fans legale Musik-Downloads genutzt. Im Vergleich zu 2005 war dieser Wert damit um 15 Prozentpunkte gestiegen. Jetzt hat sich diese Wachstum aber bereits wieder deutlich abgeschwächt: Vom Jahr 2006 auf 2007 ist der Prozentwert der Musikhörer, die legale Musik-Downloads kaufen, nur noch um acht Prozentpunkte gestiegen.

Was aber viel alarmierender ist: Im selben Zeitraum hat das Interesse an illegalen Tauschbörsen wieder spürbar zugenommen. 2006 betrieben erst 36 Prozent der befragten Fans illegales Filesharing, jetzt sind es der Studie zufolge bereits wieder 43 Prozent. So viel wie seit drei Jahren nicht mehr: Im Jahr 2005 lag der Prozentwert der Musikhörer, die illegal Musik herunter laden, erst bei 40 Prozent.

Warum sich Musik-Fans legalen Download-Plattformen verweigern, hat verschiedene Gründe: 54 Prozent dieser Gruppe geben an, Musik lieber über CDs und LPs zu konsumieren. 27 Prozent argumentieren, dass legale Downloads zu teuer sind. Jeder fünfte hat zudem Angst, sich mit einem Download einen PC-Virus einzufangen. Und 19 Prozent wissen nicht, wie legale Download-Plattformen funktionieren.

Interessant: Wegen restriktiver DRM-Beschränkungen verweigern sich nur 13 Prozent der Befragten legalen Musik-Downloads. Die Strategie der Musikindustrie, mit DRM-freien Downloads mehr Umsätze zu generieren, erscheint vor diesem Hintergrund kaum zukunftsträchtig.

An illegalen Tauschbörsen schätzen die Nutzer vor allem, dass alle Inhalte umsonst zu haben sind (91 Prozent der Befragten). 42 Prozent finden nach eigenen Angaben hier alles, wonach sie suchen. Und 15 Prozent der Nutzer geben als Grund für die Nutzung an, dass sie jetzt "über Breitband verfügen".

Aber nur 33 Prozent der Tauschbörsen-Fans möchten künftig weniger Filesharing betreiben, weil sie Angst vor strafrechtlichen Konsequenzen haben. Vor einem Jahr lag dieser Wert mit 42 Prozent noch deutlich höher. Die massiven Abschreckungsmanöver der Musikindustrie sind damit im Sande verpufft.

Für die Studie hat Entertainment Media Research 300.000 britische Musikkonsumenten befragt.
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