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StudiVZ: Markenbekanntheit top, Markenwert flop
18.11.2008 Bereits in seiner aktuellen Branding-Studie hat iBusiness den hohen Stellenwert der sozialen Medien für das Onlinebranding aufgezeigt. Eine Spezialauswertung der Agentur Ethority zeigt am Beispiel deutscher Start-ups, dass Reichweite und Markenwert weit auseinanderliegen können.
Ethority hat ausgewertet, wie oft in den sozialen Medien - das sind Weblogs, Foren, Bewertungsportale oder Communities - über ein deutsches Start-up gesprochen wurde (Buzz). Zugleich wurde untersucht, wie häufig in diesen Gesprächen positiv und negativ über die untersuchten Unternehmen gesprochen wurde. Und hier schneidet StudiVZ schlecht ab. Denn das Verhältnis zwischen positiven und negativen Inhalten ist ausgeglichen, wohingegen bei den anderen untersuchten Webunternehmen die positiven Äußerungen dominieren.
Allerdings relativiert David Nelles , Sprecher von Ethority, die Interpretation der Ergebnisse ein wenig. "StudiVZ ist die Ausnahme von der Regel", erklärt er gegenüber iBusiness. Die Erfahrungswerte aus ähnlichen Untersuchungen zeigen, dass Unternehmen mit einem hohen Buzz-Wert - also über die viel im Netz gesprochen wird - auch in der Regel positiv gesehen werden. Die Kritikpunkte an StudiVZ seien "temporär begrenzte Phänomene". Die Kritik an der Studenten-Community ziele im Oktober hauptsächlich auf die Person des Geschäftsführers Martin Riecke und seiner umstrittenen Demission. Dazu störe viele Nutzer, dass die Tochter der Verlagsgruppe Holtzbrinck mit harten juristischen Mitteln gegen viele kleine Webseiten vorgehe, die das Kürzel VZ in ihrem Namen tragen. Der dritte große Kritikpunkt seien die technischen Unzulänglichkeiten der Plattform. Um hier auch langfristig ein verzerrungsfreies Bild liefern zu können, werde Ethority das Start-up-Barometer kontinuierlich fortsetzten und regelmäßig aktualisieren.
Ein weiteres negatives Element bei StudiVZ ist nach Ansicht von Nelles sicherlich auch in den Bemühungen des Netzwerks nach einer Refinanzierungsstrategie zu sehen. Denn nach aktuellen Erkenntnissen des Nachrichtenmagazins Der Spiegel liege das Netzwerk beim Umsatz weit hinter den Planungen für das Jahr 2008 zurück. Dass seit Rieckes Weggang von Stefan von Holtzbrinck geführte Unternehmen macht wohl nur zehn statt wie geplant 25 Millionen Euro Umsatz - und zehn Millionen Verlust. Viele Zeitungen und Zeitschriften müssten jetzt sparen, um die Online-Verluste von StudiVZ auszugleichen, monieren die Mitarbeiter des Verlagskonzerns.
Daher werde es für Unternehmen zunehmend wichtiger, dass über sie im Netz gesprochen wird, meint Nelles. Denn in den kommenden Jahren werden die sozialen Medien eine tragende Säule im Kommunikationsverhalten der Nutzer sein. Dies alleine deshalb, da sich die Kommunikation immer weiter internetgestützt vollziehen wird. Aus diesem Grund werden Unternehmen künftig wissen müssen, wie häufig und mit welcher Konotation über ihre Unternehmen geredet wird. Die einfache Formel lautet daher vereinfacht: Hoher Buzz-Wert führt in vielen Fällen auch zu einem hohen Markenwert.
Besonders positiv reden die deutschen Internetnutzer zur Zeit über den Anbieter von Local Based Services Plazes . Auf Platz zwei liegt regionale Bewertungsportal Qype , gefolgt vom Mass-Customization-Anbieter Spreadshirt und dem Internetradio Last.fm .
Die Grundlagenstudie Brands in 'Social Media' kann exklusiv über den Onlineshop von iBusiness zum Preis von 500 Euro bezogen werden. Premium-Mitglieder von iBusiness sparen 50 Euro auf den Bestellpreis. Ebenfalls im Onlineshop erhältlich ist das dazugehörige Rankingposter, der 100 beliebtesten Marken im deutschen Web 2.0.
Am: 18.11.2008
