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Social Media: Agenturen müssen Kunden endlich aufklären
10.10.2008 Der Einsatz sozialer Medien ist bei den meisten Unternehmen noch im Anfangsstadium oder steht gar nicht im Fokus des Interesses. Das hat eine Studie des IT-Beratungsunternehmens Avanade herausgearbeitet. Interaktivagenturen steht also noch eine Menge Überzeugungsarbeit bei ihren Kunden ins Haus. Aber damit auch neue Umsätze.
Dies sei umso erstaunlicher, als dass zahlreich voneinander unabhängige Studien bereits dauerhaft verbesserte Kundenbeziehungen und höhere Verkaufszahlen nachgewiesen haben. Die größten Hemmnisse beim Einsatz sozialer Medien in Unternehmen sind laut der Avanade-Umfrage allgemeine Bedenken und Gleichgültigkeit gegenüber den neuen Technologien.
Dies liegt nach Auffassung von IT-Experte Marcel Weiß sicherlich auch daran, dass viele Marketingentscheider die speziellen Abläufe von sozialen Medien noch nicht erkannt haben. "Generell sollte man als Unternehmen in Social-Media-Diensten die Leute von sich aus kommen lassen, als auf sie zuzurennen", erklärt er gegenüber iBusiness. Auf Agenturseite ist der Trend zu Social Media bereits durch eine eigene Beratungsdisziplin aufgenommen worden: Der Social Media Optimization (SMO). "Ziel der SMO ist es, dass im Netz über einen gesprochen wird", beschreibt es René Seifert von Holtzbrinck eLab und hat insgesamt eine sieben Punkte umfassende Checkliste zusammengestellt, wie sich Unternehmen in Social-Media-Diensten verhalten sollten.
Doch bevor Unternehmen ihre Social-Media-Strategien optimieren, müssen sie sie erst einmal entwickeln. Über die Hälfte der weltweit Befragten gaben an, dass sich sowohl ihre Vorgesetzten als auch die IT-Verantwortlichen in ihren Firmen gegen die Einführung sozialer Medien sperrten, da sie Produktivitätsverluste befürchteten. In Deutschland schieben 41 Prozent der Studienteilnehmer der Unternehmensführung den schwarzen Peter zu, die das große Potenzial sozialer Medien für Angestellte und Kunden verkennen würde. Etwa 60 Prozent der Teilnehmer gaben an, dass die Entwicklung einer Integrationsstrategie für soziale Medien nicht geplant sei. Demgegenüber stehen nur eine Minderheit von 18 Prozent, die erklärten in ihrem Unternehmen gäbe es eine klare Strategie um soziale Medien zu integrieren.
Thorsten Eberhardt , Business Development Director bei Avanade warnt daher eindringlich: "Unternehmen, die sich nicht - oder nicht schnell genug - an die Veränderungen anpassen, können Kunden verlieren". Ein Hemmschuh, den die Studie allerdings außen vor lässt, ist das Fehlen einheitlicher Metriken bei den sozialen Medien. Einheitliche Standards für den deutschen Markt festzulegen, hat sich die Arbeitsgemeinschaft Social Media (AG-SM) auf die Fahnen geschrieben. Wie Mit-Initiator Dr. Benedikt Köhler , Soziologe an der Universität der Bundeswehr gegenüber iBusiness verriet, werden erste Vorschläge zu Beginn des neuen Jahres der Fachöffentlichkeit vorgestellt.
