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Newsletter-Studie: Kunden werden deutlich anspruchsvoller
22.09.2022 Die Deutschen haben ein ganz klares Bild, was Unternehmen per Newsletter kommunizieren sollen und was nicht. Unsere repräsentative Deutschlandstudie zeigt, wie Sie Ihr EMail-Marketing am kundenfreundlichsten gestalten können.
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Mehr als acht von zehn Befragten gaben in der Befragung eines oder mehrere Themen an, die sie von Unternehmen in der EMail-Kommunikation erhalten wollen. Lediglich einer von sieben Befragten wünscht überhaupt keine E-Mails von Unternehmen. Der Umkehrschluss ist zulässig: 85,5 Prozent akzeptieren E-Mails und Newsletter. Damit liegt die EMail-Zustimmung zwar 0,8 Prozentpunkte unterhalb der Zustimmung, die wir bei der identischen Befragung im Jahr 2020 ermittelt haben - aber immer noch sehr hoch. Trotz sozialer Medien, Chats, Messengern und Videokonferenzen: Kunden-EMails und Kunden-Newsletter bleiben hoch akzeptierte Kommunikationsformen für Konsumierende und Interessierte.
Ebenfalls zurückgegangen ist das Interesse an E-Mails, in denen ein Unternehmen mit Kundin oder Kunde persönlich interagiert (z.B. mit Geburtstagsglückwünschen). E-Mails, die Rabatte versprechen oder (noch lieber) einen Gutschein enthalten, schätzen KundInnen nach wie vor am meisten.
Insgesamt sind die Anforderungen an Newsletter und Kunden-EMails im Jahr 2020 differenzierter als noch vor zwei Jahren - was für eine stärkere Individualisierung der EMail-Kommunikation spricht:
Auch für E-Mails und Newsletter mit individuellen Produktvorschlägen interessieren sich mehr Männer als Frauen, beim Produktüberblick ist es umgekehrt. Mit Produktstories lassen sich eher Männer als Frauen ansprechen - überhaupt ist die Zahl der EMail- und Newsletter-Verweigerer bei Männern deutlich geringer als bei Frauen.
Kundinnen und Kunden nutzen Newsletter immer weniger als reines Informationsmedium
Vergleicht man die aktuelle Befragung mit den Werten, die wir in weitgehend identischen bevölkerungsrepräsentativen Erhebungen vor zwei beziehungsweise vier Jahren gewonnen haben, so zeigt sich, dass die Menschen in Deutschland seit 2018 anspruchsvoller geworden sind, was den Kommunikationskanal 'E-Mail und Newsletter von Unternehmen' angeht.So ist insbesondere der Anteil der Bundesdeutschen von Befragung zu Befragung zurückgegangen, der die E-Mail als eine Informationsquelle für Produktneuheiten nutzt. Ein Minus von zwölf Prozentpunkten entspricht binnen vier Jahren immerhin einem Viertel der damaligen Nutzenden.
Einen vergleichbaren Rückgang findet man interessanterweise nicht bei Newsletter und E-Mails, die einen Überblick über das Produktangebot geben. Hier ist der Anteil der Interessierten seit 2018 annähernd stabil geblieben. Auch E-Mails, die Produktvorschläge machen nach individuellen Vorlieben (zum Beispiel Outfit-Kombinationen oder Werkzeug-Kombinationen), haben in den vergangenen vier Jahren kaum an Interesse verloren.
Die Umfrage aufgeschlüsselt nach demografischen Gruppen
Wertet man die Ergebnisse nach Alter, Einkommen, Familienstand, Berufs- und Schulabschluss aus, dann zeigt sich:- Ältere Zielgruppen kann man überdurchschnittlich gut mit Produkttipps, So-gehts-Anleitungen und Anwendungsberichten ködern, ansonsten ist diese Klientel schlechter als andere per E-Mail zu erreichen.
- Gutscheine und Rabatte funktionieren in der Generation 60plus deutlich schlechter als in anderen Altersgruppen.
- Der Rabatt ist das Mittel der Wahl bei Gutverdienenden - ebenso wie der Produktüberblick, der hier überdurchschnittlich gut funktioniert.
- Menschen in Partnerschaften erreicht man mit Gutscheinen besonders gut.
- Familien schätzen den Produktüberblick mehr als andere.
- Mit E-Mails und Newsletter mit persönlicher Interaktion legt man vor allem bei Menschen mit hohem Bildungsabschluss Ehre ein. Auch Menschen mit hohem Einkommen wollen eher personalisiert angesprochen werden, während Ältere das gar nicht schätzen.
- Hier wirkt wohl noch das "Mama, lass mich"-Syndrom: In jungen Zielgruppen kommen individuelle Produkt-Vorschläge überhaupt nicht gut an. Auch Produkt-Tipps werden ungern gelesen.
Welche E-Mails von Unternehmen finden Sie gut? - Abweichung vom Durchschnitt | |||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Neue Produkte | Individuelle Produkt- Vorschläge | Rabatt | Gut-schein | Produkt-Überblick | Persönliche Interaktion | Spannende Stories | Produkt-Tipps | Nichts davon | |
| Alter | |||||||||
| 18-29 Jahre | 0,8% | -8,0% | 1,3% | -1,4% | -1,3% | 2,8% | -1,3% | -5,7% | 9,2% |
| 30-39 Jahre | -0,9% | 3,7% | 2,2% | 5,7% | 4,5% | 5,1% | -2,2% | -6,3% | 3,9% |
| 40-49 Jahre | 4,2% | 3,0% | 6,4% | 3,2% | -1,0% | -0,5% | 0,7% | -1,6% | -4,7% |
| 50-59 Jahre | 0,7% | 2,3% | -3,9% | -0,2% | 0,6% | -0,5% | -0,5% | 5,1% | -1,8% |
| 60-69 Jahre | -6,0% | -1,3% | -6,1% | -7,9% | -2,7% | -7,2% | 3,7% | 8,2% | -6,7% |
| Geschlecht | |||||||||
| Männlich | 1,8% | 3,3% | -3,3% | -2,6% | -2,2% | 1,6% | 2,1% | -0,4% | -4,6% |
| Weiblich | -1,6% | -3,1% | 3,1% | 2,5% | 2,1% | -1,5% | -2,0% | 0,4% | 4,2% |
| Haushalts-Nettoeinkommen | |||||||||
| < 1100 Euro | -1,0% | 2,2% | -5,7% | -1,6% | 0,9% | 0,2% | -4,2% | 5,3% | -7,1% |
| 1100 -1500 Euro | -1,8% | 0,2% | 2,3% | 3,1% | 6,8% | -3,0% | 3,6% | -1,2% | -0,6% |
| 1500-2000 Euro | -1,9% | 3,2% | -1,1% | -2,0% | 3,2% | 3,0% | 0,1% | -0,7% | 0,9% |
| 2000-2600 Euro | -0,4% | -0,9% | 2,1% | 1,4% | -5,2% | 1,8% | -6,1% | -4,4% | -1,1% |
| 2600-4000 | 2,7% | 4,2% | 0,8% | 2,0% | -3,3% | 0,7% | 6,4% | -3,3% | 1,0% |
| >4000 Euro | 3,7% | -1,4% | 5,7% | 2,0% | 5,1% | 4,1% | 6,7% | -4,0% | 6,7% |
| Familienstand | |||||||||
| Verheiratet | 0,0% | -2,8% | -0,9% | -3,0% | 1,0% | 0,5% | 1,1% | 0,3% | -0,6% |
| Feste Beziehung | -0,4% | 3,7% | 2,4% | 6,9% | 0,1% | 1,0% | -0,7% | -3,5% | -0,3% |
| Geschieden | -4,9% | -1,1% | -5,4% | -5,7% | -1,3% | -8,4% | -1,2% | 13,0% | -5,8% |
| Ledig/ Single | 2,4% | -0,3% | 1,8% | 1,4% | -0,1% | 1,6% | -1,2% | -2,9% | 3,5% |
| Familien | 1,8% | 0,7% | -1,6% | 0,0% | 3,2% | 2,3% | 2,3% | -4,4% | 3,5% |
| Schulabschluss | |||||||||
| Haupt-/Volksschule | -3,7% | -0,3% | -7,5% | -4,6% | -2,7% | -3,2% | -4,8% | 8,6% | -4,2% |
| Mittlere Reife/Realschule | 2,4% | 4,7% | 1,5% | 2,0% | 0,3% | -0,2% | 2,5% | -1,6% | -2,3% |
| FH-/Uni | 2,5% | -3,1% | 7,3% | 3,1% | 3,5% | 4,5% | 3,7% | -6,7% | 6,4% |
| Berufsabschluss | |||||||||
| In Ausbildung | -5,6% | -9,8% | 12,3% | -7,7% | 5,6% | -0,9% | -1,8% | -4,1% | 4,8% |
| Ohne Berufsabschluss | 2,9% | -0,2% | -1,5% | 6,4% | -3,2% | 1,5% | -3,5% | 0,9% | -5,6% |
| Lehre | -1,3% | 1,3% | -1,5% | 1,4% | 0,0% | -2,8% | -2,0% | 2,8% | -1,8% |
| Fachschule, Meister | 9,0% | 6,8% | -7,4% | -4,3% | 3,2% | 2,5% | 8,9% | -3,0% | -0,4% |
| FH/Uni-Abschluss | -0,3% | -6,9% | 8,7% | -1,6% | 1,2% | 6,5% | 4,3% | -7,7% | 8,1% |
| Mehr als +5% gegenüber dem Durchschnitt | |||||||||
| Mehr als -5% gegenüber dem Durchschnitt | |||||||||
Vier Szenarien für die Entwicklung des EMail-Marketings
Content
Obwohl nur eine Minderheit angibt, sich für Success-Stories und Anwendungs-Tipps zu interessieren: Ihr Anteil wächst. Vor allem die Gutverdienenden und gut Ausgebildeten erreicht man verstärkt darüber.
Produkt
Obwohl Produktangebote nach wie vor beliebt sind, verlieren sie kontinuierlich an Bedeutung. Die E-Mail als Bestandskunden-Medium braucht zunehmend einen komplexeren Inhalte-Mix als plumpes "Kauf das!".
Individualkommunikation
Nur eine von vier befragten Personen will sie, dennoch wird sie immer wichtiger. Denn nur wirklich treue Kundinnen und Kunden akzeptieren persönliches Wissen des Händlers über sie. Für diese Klientel sollte es Individualangebote geben.
Schnäppchen
Rabatte funktionieren (anders als Gutscheine) bei niedrigen Einkommen eher nicht. Auch sonst sind "fünf Prozent" im Marketing weniger wert als "fünf Euro" - außer bei den Gutverdienern und den gut Ausgebildeten mit ihren großen Warenkörben.
