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Acht Designtrends im E-Commerce für 2023
20.02.2023 Nach überstandener Pandemie hoffen nun alle auf ein schnelles Kriegsende in der Ukraine und dass sich damit auch die Wirtschaft 2023 erholt. Verbraucher und Verbraucherinnen wollen wieder Positivität und Licht in ihrem täglichen (digitalen) Leben. Unternehmen gehen daher mit ihren Design-Strategien aufs Ganze: Sie werden mutiger und innovativer. Um als Unternehmen im ECommerce-Bereich konkurrenzfähig zu bleiben, sollten diese acht Trends beachtet werden.
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Dieser Zusammenhang zeigt sich auch bei den aktuellen Designtrends im Onlinehandel: Nach mehr als zwei Jahren ist zwar Corona halbwegs überstanden, dennoch haben die Pandemie und der nach wie vor brutal tobende Ukraine-Krieg für eine neue wirtschaftliche Realität gesorgt: Preiserhöhungen, Energiekrise, Rekord-Inflation, Rezession, Krieg, Lieferengpässe, Klimawandel, (Massen-)Entlassungen bestimmen unter anderem seit Monaten die Schlagzeilen. Die aktuellen Herausforderungen und damit verbundenen Ängste stellen für den Großteil der Deutschen momentan eine nur schwer zu bewältigende Mammutaufgabe dar. Die Stimmung bei den VerbraucherInnen ist im Keller. Die Experten von 99designs prognostizieren daher, dass sich die Menschen 2023 nach Eskapismus sehnen. Sie wollen Positivität und Licht in ihrem täglichen digitalen Leben: "Mit der zunehmenden Verfügbarkeit von Technologien nutzen Marken diese zu ihrem Vorteil. Angesichts der diesjährigen E-Commerce-Designtrends sehen wir, dass die Menschen beim Online-Shopping eine idealisierte Version der Realität erleben möchten."
Geht es nach der Kreativplattform, wollen die Menschen beim Onlineshoppen dasselbe gute Gefühl wie beim Einkauf im Laden haben. Folglich drehen sich ECommerce-Designtrends 2023 nicht nur um Bequemlichkeit, sondern auch darum, das personalisierte und sensorische Erlebnis nachzuahmen, das KundInnen haben, wenn sie in ein Geschäft gehen.
Bei all der Zeit, die die Menschen online verbringen, erwarten sie von den Marken, dass sie ihnen etwas Neues und Innovatives bieten. Sie wollen den harschen, unsicheren Zeiten entfliehen. Sie wollen mit neuen Technologien wie AR (Augmented Reality) und VR (Virtual Reality) interagieren. "Marken, die auf solche Technologien setzen, sind in der Lage, diese Erwartungen der Kundschaft an den Onlinehandel zu erfüllen. Sie können der Kundschaft eine alternative Realität bieten, in der sie sich verlieren kann - während sie Produkte kauft. Diese Technologien führen dazu, dass ECommerce-Unternehmen das Markenerlebnis besser auf einzelne Personen zuschneiden können, was 2023 besonders wichtig sein wird, um die Kundschaft zu binden", prognostizieren die Kreativen. Sie haben acht ECommerce-Designtrends 2023 identifiziert und wie Marken diese Herausforderung angehen.
1. Animierte Produktenthüllungen
Da E-Commerce für die Kundschaft eine immer wichtigere Rolle einnimmt, wird ihre Erwartung immer größer. Es genügt nicht länger, dass Marken auf mehreren digitalen Kanälen präsent sind. Stattdessen schätzen die Menschen Marken, die sich besonders bemühen, mehr Unterhaltung zu bieten - und so jede Gelegenheit ergreifen, ein einprägsames Erlebnis zu schaffen, das einem ein positives Gefühl gibt.An dieser Stelle kommen animierte Interaktionen ins Spiel, wobei vor allem 3D-Animationen, Hover-Animationen und Scroll-Animationen besonders angesagt sind. Diese sorgen für verspieltere und innovativere Wege, die Kundschaft darüber zu informieren, was sie erwartet, während sie sich auf der Plattform der Marke umschaut. Diese Animationen lenken die Aufmerksamkeit der Kundschaft auf wichtige Produktdetails oder -funktionen.
"Sie sind eine großartige Möglichkeit, Aufmerksamkeit zu erregen und schicke Bilder zum Leben zu erwecken. Animationen können auch dabei helfen, die Dienstleistung oder das Produkt besser zu erklären als ein statisches Bild", argumentiert Tristan Le Breton , Creative Director bei 99designs von Vista.
Marken passen beispielsweise Scroll-Funktionen an und nutzen sie, um die Markenstory zu zeigen und Produktfunktionen zu präsentieren. 3D-Animationen werden im ECommerce-Design auch verwendet, um die Inhalte zu verbessern. Sie erleichtern es der Kundschaft, sich das Produkt vorzustellen.
2. Immersive Branding-Erlebnisse für wichtige Produkte
Die Userinnen und User erwarten immer mehr von ihren digitalen Erlebnissen. Das Aufkommen des Metaverse und die Verbreitung fortschrittlicher Technologien (z. B. Augmented Reality) im Mainstream haben die Messlatte für Marken mit einer digitalen Präsenz höher gelegt. Es geht nicht länger darum, den UserInnen das schnellste und reibungsloseste ECommerce-Erlebnis zu bieten. Es geht darum, eine verbesserte, detaillierte Umgebung zu bieten, in der sich die UserInnen verlieren können. Marken wenden dieses extravagante Konzept auf ihre wichtigsten Produkte oder Limited Editions an.Diese Strategie, die sich Seltenheit zunutze macht, kann eine Marke begehrenswerter machen und der Kundschaft das Gefühl geben, dass es sich um eine wertvolle Marke handelt. Wird diese Strategie auf die digitale Plattformen erweitert, auf der die eigenen Produkte verkauft werden, sorgt sie für ein einzigartiges, einprägsames und innovatives Erlebnis. Sie wertet das Markenerlebnis auf und trägt dazu bei, dass sich die Markenidentität durchweg luxuriös oder anders anfühlt.
Ein guter Weg, dies umzusetzen, besteht beispielsweise darin, Designelemente zu nutzen, die mehrere Sinne ansprechen. Dabei könnte es sich um Sounds oder Musik, 3D-Bilder, animierte Symbole usw. handeln, die vermitteln, wie die Produkte der Kundschaft nützen und wie sie entstanden sind (z. B. ein Blick hinter die Kulissen des Designprozesses). Vermittle mit Limited Editions Deiner Produkte und den von Dir geschaffenen, immersiven Welten den Freunden der Zielgruppe das Gefühl, etwas zu verpassen.
3. Neo-Brutalismus
Der Brutalismus, erstmals in der Architektur der 50er-Jahre zu sehen, zelebriert mit großer Vorliebe die zweckmäßige Ästhetik. Er tauscht Schönheit gegen direkte Ehrlichkeit und konterkariert klassische Designregeln. Designer und Designerinnen haben ihn für den digitalen Bereich wiederbelebt und so sehen wir nun, wie seine harsche Struktur kommerzialisiert wird, während er immer weiter in den Mainstream vordringt.
Man kann Neo-Brutalismus als abgeschwächte Variante des Brutalismus betrachten. Er spricht mehr Menschen an und ist ein Stil, mit dem es sich leichter arbeiten lässt. Neo-Brutalismus spielt noch immer mit klassischen Designregeln, opfert dafür aber nicht die Funktionalität einer Seite. Er verleiht dem ECommerce-Shop etwas Außergewöhnliches, aber auf subtile Art. Dazu wird häufig das Layout durcheinandergebracht. Bilder bewusst unpassend zu platzieren oder die Elemente asymmetrisch anzuordnen, verleiht dem Design ein unkonventionelles Gefühl und fördert die neo-brutalistische Ästhetik.
4. Whimsigothic
Gott ist lange nicht tot und die Generation Z steht drauf. Bei all den Dingen, die in vergangener Zeit außer Kontrolle geraten sind (Kriege, die Rezession, die Klimakrise und die Pandemie), wenden sich immer mehr Menschen der Generation Z Subkulturen zu, die ihnen die Kraft geben, sich frei auszudrücken. Sie sind auf der Suche nach Authentizität, Gemeinschaft und Trost.Ein kurzer Blick auf TikTok zeigt Millionen von Posts mit dem Hashtag #whimsigoth. Denke dabei an die hexenartige, übernatürliche Kult-Ästhetik der 90er-Jahre des Looks von Lisa Bonet oder die Klamotten aus dem Film "Der Hexenclub". Diese Ästhetik zelebriert Individualität und vereint zugleich Menschen bei der Suche nach Akzeptanz und Authentizität. Sie ist zu einer Fluchtmöglichkeit in eine überirdische Welt geworden, die es ihnen ermöglicht, mit ihrer Spiritualität in Kontakt zu kommen, ihre Bestimmung zu finden und die Kontrolle zurückzugewinnen. Whimsigoth steht auch für die Rebellion gegen den Status quo.
Bei dem Versuch, mehr Menschen der Generation Z anzulocken, bieten viele Online-Modehändler Kleidung, Schmuck und andere Accessoires im Whimsigoth-Stil an. Passend zur Atmosphäre setzen viele Einzelhändler auf Grafikdesign-Illustrationen im Gothic-Stil, indem sie auf Schriften und Farbpaletten in dunklem Violett, Schwarz und Dunkelrot setzen. Spirituelle Symbole, die auf Astrologie und Tarot anspielen, zum Beispiel Sternzeichen, Glücksbringer, antike Runen und das Pentagramm, vervollständigen die Whimsigoth-Ästhetik. All das ergibt Sinn - bei all der Unsicherheit in der Welt ist es kein Wunder, dass der Blick zu einer höheren Macht der Generation Z Trost bietet.
5. Personalisiertes, animiertes Onlineshopping
Der Onlinehandel ist bekannt dafür, Käufern und Käuferinnen Bequemlichkeit zu bieten. Man kann sich über Produkte informieren, bevor man sie kauft, muss nicht an der Kasse in der Schlange stehen und dir läuft kein Verkaufspersonal hinterher.Allerdings fehlt der persönliche Touch, den man im Geschäft hat, wo man beispielsweise jemanden direkt fragen kann und dir eine Auswahl an Produkten präsentiert wird. Um für eine reibungslose Interaktion zwischen dem digitalen und physischen Geschäft zu sorgen und das Einkaufserlebnis persönlicher zu gestalten, kannst du eine animierte Umfrage unter der Kundschaft durchführen, durch die du ihre Interessen kennenlernst. Diese Daten ermöglichen es der Plattform - sei es die App einer Marke oder ihre Website - genau die richtigen Produktvorschläge zu machen.
Manche Marken nutzen auch animierte Produktkataloge mit ungewöhnlichen Layouts. Es lassen sich zudem animierte Hover-Effekte hinzufügen, um neue Funktionen zu zeigen, oder auf einer ECommerce-Seite einen Augmented-Reality-Hintergrund animieren, durch den sich die Kundschaft bewegen kann. Wir verbringen mehr Zeit online als jemals zuvor. Daher ist es kein Wunder, dass die Menschen sich nach einem (simulierten) Gefühl von Realität sehnen.
6. Animierte Navigation
Aus dem Weg, ihr Minimalisten! Der Maximalismus gewinnt immer mehr an Beliebtheit und schickt sich an, den ECommerce-Bereich zu erobern. Um das Kundenerlebnis zu verbessern, bevorzugen Marken nun dramatische Farbschemata und auffällige Bilder. Sie überreizen die Sinne der Menschen, indem sie jeden verfügbaren Platz auf der Seite mit interaktiven, visuellen Elementen ausfüllen, die unübersehbar und doch zusammenhängend sind. Ein herausstechendes Merkmal dieser Praxis sind animierte Navigationen.
Zuletzt wurde vorwiegend auf Header- oder Hamburger-Menüs gesetzt, nun freuen sich Marken darauf, NutzerInnen physisch durch die Website zu führen und sie mit auf ein Abenteuer zu nehmen. Das passt zur Idee der "Gamification" des E-Commerce. Das bedeutet, dass Marken die Benutzeroberfläche ihrer Webseiten so verändern, dass die UserInnen das Gefühl haben, ein Spiel zu spielen, statt eine ECommerce-Website zu nutzen. Das Ziel ist noch immer dasselbe - sie sollen die Produkte kaufen, aber der Weg dorthin ist sehr viel unterhaltsamer und einprägsamer.
7. Klobige Schriften mit satten Farben
Wie lässt dem Onlinepräsenz einer Marke Persönlichkeit verleihen? Klobige, dicke Schriften mit satten Farben verschönern den UserInnen den Tag. Dies gilt besonders für die Generation Z, die Hoffnung und Optimismus in leuchtenden Farben findet. So düster, wie sich unsere Welt manchmal anfühlt, ist es kein Wunder, dass Marken sich aufmachen, etwas Licht in die Leben der Menschen zu bringen.Dicke Serifenschriften oder weiche, abgerundete Schriftarten machen die UserInnen nicht nur sofort auf die Website und Botschaft aufmerksam, sondern verleihen dem gesamten Design auch eine warme Atmosphäre. Wie ein plüschiger Teddybär, den man am liebsten in den Arm nehmen möchte, können klobige Schriften auf Webseiten und anderen ECommerce-Plattformen einer Marke aufgeschlossener oder freundlicher aussehen lassen. Das wahrscheinliche Ergebnis? Eine Ästhetik, die dafür sorgt, dass die Kundschaft positive Gefühle für die Marke entwickelt.
Auch die Wahl der Farben hat einen Einfluss auf die klobigen Schriften. Die Farbpsychologie besagt, dass jede Farbe das Unterbewusstsein eines Menschen und seine Stimmung beeinflussen kann. Farben können zudem die aufkommenden Mode-, Design- und Gesellschaftstrends von heute widerspiegeln. Vor diesem Hintergrund können klobige Texte in Kombination mit fröhlichen Farben wie Gelb, Orange oder Pink die klobige Typografie aufwerten und einen bleibenden Eindruck bei der Kundschaft hinterlassen. "Farben werden wieder leuchtender und kontrastarme Farben verblassen allmählich", fasst es Designer c-artworker von 99designs zusammen.
8. Abgerundete Rahmen
In der Architektur sorgen geschwungene Linien für einen ebenen und nahtlosen Übergang von Raum zu Raum. Sie sorgen auch für ein gemütlicheres und wohnlicheres Interieur. Auf ECommerce-Plattformen ist die Wirkung ähnlich. Dort sorgen sie für Wärme und Ruhe.Dieser Trend ist vor allem beliebt bei ECommerce-Marken für Kosmetika und Bekleidungsmarken, die auf einen aufgeräumteren, modernen und minimalistischen Stil setzen. Vielleicht ist dir auch schon aufgefallen, dass die Homepage von YouTube eine Galerie mit Thumbnails ist, deren Rahmen abgerundete Ecken haben, wodurch es leichter wird, die Seite zu überfliegen.
Die Leute wollen reibungslose, angenehme und zuverlässige digitale Erlebnisse. Marken nehmen das wörtlich und verzichten zugunsten fließender Rundungen auf die harten Kanten ihrer Rahmen. Und in asymmetrischen Designs zeigt diese Technik die einzigartige, authentische und weichere Seite der Markenpersönlichkeit - ein subtiler Trick, um den Leuten die eigene menschliche Seite zu zeigen.
Die Kreativen von 99designs sind sich sicher: "Im Jahr 2023 werden ECommerce-Marken den Userinnen und Usern lebensechte Einkaufserlebnisse bieten, die immersiv, eskapistisch und voller individueller Persönlichkeit sind. Diese Marken, die Authentizität, Transparenz und Innovation zu schätzen wissen, werden es schaffen, einen loyalen Kundenstamm aufzubauen, um auch in Zukunft noch erfolgreich zu sein."
