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 (Bild: HighText iBusiness)
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Social Networks: Die Blubberblasen der Normalität

26.10.2009 - In Venn-Diagramme aufteilen, in Cluster verhäckseln, in Typologien herunterbrechen: Die Werbeindustrie arbeitet sich an der "Generation Y", den "Digital Immigrants" ab. Und misst mit falschem Maß und verkehrten Methoden, weil nicht sein soll, was nicht sein darf.
Glaubt man den Marktforschern und Werbeagenturen, dann gibt es acht Zielgruppen für das Web 2.0, fünf Blogger-Sorten, zehn Internet-Typologien, zehn Sinus-Milieus zur Homepage dieses Unternehmens Relation Browser und allein 16 Arten von Twitter-Nutzern zur Homepage dieses Unternehmens Relation Browser . Die ernst gemeinten unter diesen Studien versuchen Zielgruppen und Weltanschauungen in ein Zwei-Achsen-Diagramm zu übertragen, dort Sub-Zielgruppen zu lokalisieren und diese dann mit marketingrelevanten Namen zu taufen. So entsteht "Die neue Mitte", "Die Sehnsüchtigen" oder "Die Schatten".
Google Trends zur Homepage dieses Unternehmens Relation Browser .

Die Web-Gemeinde ist inzwischen die Blubberblasen-Fetisierung der Werbeindustrie so leid, dass sie

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Zu: Social Networks: Die Blubberblasen der Normalität

Lieber Joachim,

vielen Dank für Deinen wie immer treffsicheren und bissigen Kommentar!

Leider erlebe ich allzu häufig in der "realen" Welt, dass klassische Werber mit der "virtuellen" Welt wenig anfangen können, weil sie sich eben nicht in schöne Cluster einteilen lässt. Und das Megafon aus der Hand legen wollen die meisten auch nicht...

"Listen to Learn" ist eine Disziplin, die eigentlich zu den Grundkenntnissen eines jeden Werbers gehören sollten, steht doch das Grundkonzept des modernen Marketing auf den Fundamenten der Kundenzufriedenheit. Und wie will ich wissen, ob der Kunde zufrieden ist, wenn ich nicht bereit bin zuzuhören?

Ich hoffe immer noch, dass der Stellenwert von "Social Media" in der Werbebranche bald erkannt wird: nicht als Allheilmittel für alle Kommunikationsprobleme (und -sünden), sondern als eine Chance mit den Kunden anders und respektvoller umzugehen, als bisher.

Oliver T. Hellriegel
kein Bild hochgeladen
Von:
Am: 26.10.2009

Zu: Social Networks: Die Blubberblasen der Normalität

Ich bin sicher kein ausgesprochener Verteidiger der klassischen Werbung. Auch die klassische Marktforschung hat im Bereich klassischer Werbung schon lange ihre Grenzen erreicht und ist, da sie eben "nur" eine statistische Hochrechnung eines kleinen Panels ist sehr ungenau. Nur das wissen alle Werber, alle Marktforscher und auch "fast" alle Kunden - es wird für alle gleich falsch gemessen.

Was mir in ihrem Artikel nicht gefällt ist, dass sie das Problem etwas polemisch aufzeigen aber keine Alternativen nennen. Das Schlagwort "1 zu 1 Marketing" gibt es bereits seit ca. 10 Jahren und das Dialogmarketing lebt ebenso wie das Online Performance Marketing teilweise prächtig davon.

Nur was sind ihrer Meinung nach die neuen Masszahlen an Hand derer ein Werber seine Zielgruppen über ALLE Medien erreicht.

Die Werbebranche inkl. der Marktforscher ist ihnen sicher dankbar wenn sie das im speziellen genauer darstellen.

Zu: Social Networks: Die Blubberblasen der Normalität

Sehr geehrter Herr Graf,

schön, dass wir mit unserer Meinung nicht alleine sind. Aber nicht nur Werber & Mediaagenturen (letztere aus purem Selbstzweck) sondern leider auch immer noch sehr viele Marketingleiter brauchen Reichweiten, um "Erfolge" zu messen und Ausgaben zu rechtfertigen. Obgleich es viel einfacher wäre zuzuhören und den "Pull", das Feedback der Kunden als Erfolg zu messen, werden nun auch bei Social Media wieder die guten alten Push-Monolog-Kanonen bemüht. Doch wer so vorgeht, wird mittelfristig scheitern.

Zuhören - da gebe ich Hr. Hellriegel recht - ist heute entscheidend, aber das ist letztlich nicht neu. Erfolgreiche Unternehmen haben schon immer ihren Kunden gut zugehört - auch damals schon in der Zeit ohne Web. Durch die permanente Präsenz von Internet und Mobile wird Zuhören allerdings zur wichtigsten Pflicht im Marketing. Und das wird die einseitige Sicht vom Unternehmen auf den Kunden umkehren. Marketing "vom" und "mit" dem Kunden wird das Marketing "zum" und "für" den Kunden ablösen.

Jedem Marketer, der das nicht glauben mag, empfehlen wir einen Gang über einen Wochenmarkt. Aktuell ist vor unserem Büro ein solcher Markt - und die laute Geräuschkulisse beweist: Märkte waren und sind immer noch Menschen, die Gespräche führen.

Beste Grüsse

Mark Leinemann
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