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SevenOneMedia: "Marken werden im Web 2.0 zerfasert und verunglimpft"

von sr

25.05.2007 So lässt sich die zunehmende Online-Konkurrenz auch schönreden: Laut TV-Vermarkter SevenOneMedia wird wegen Web 2.0 die "Führung einer Marke durch Werbung in klassischen Medien wichtiger". Die Begründung: Da Marken im Web durch Konsumenten "verwässert" werden, müssen Unternehmen mehr in klassische Werbung investieren. Da "nur die Klassik das kollektive Bewusstsein präge".

"Die Markenführung wird immer demokratischer": Peter Christmann , Vorstand Sales & Marketing bei ProSiebenSat.1   und Geschäftsführer von Vermarkter SevenOne Media  , erklärt in einem aktuellen Interview mit dem Werbemagazin Horizont  , dass zunehmend Nutzer Einfluss auf Marken ausüben werden.

Im ersten Moment wirkt dieses Statement für einen Verantwortlichen eines traditionellen Vermarkters von Fernsehwerbung noch ungewöhnlich "webzwonullig". Für das Internet macht sich TV-Vermarkter Christmann dann aber doch nicht stark. "Das Fernsehen gewinnt weiter an Bedeutung", argumentiert er - trotz boomenden Web 2.0.

Seine Begründung: Da Konsumenten im Web 2.0 eine Marke "demokratisch verwässern" können, wird "die Führung einer Marke durch Werbung in klassischen Medien immer wichtiger". Die Klassik bleibe daher das Fundament der Markenführung, da nur sie das kollektive Bewusstsein präge.

"Im Internet lehnt sich eine neue Generation von "68ern" gegen die Autorität von Marken auf." Hier werden Christmanns Einschätzung zufolge Marken "ein Stück weit zerfasert, teilweise auch verunglimpft". Nur wer seinen Marken über die klassischen Medien genügend Authentizität und Relevanz verleihe, werde daher "im Web 2.0 nicht untergehen".

In der Interaktiv-Branche sorgen Christmanns Äußerungen für Kopfschütteln. So gibt Dr. Willms Buhse , Executive Director des Hamburger Online-Dienstleisters Coremedia   zwar SevenOneMedia Recht, dass Marken immer demokratischer werden. Mehr Investitionen in klassische Werbung müssen Unternehmen deswegen aber noch lange nicht tätigen: "Marken werden im Web 2.0 durch global vernetzte Konsumenten interaktiv geführt und Markenbotschaften sekundenschnell verbreitet."
SevenOneMedias These, dass Unternehmen der zunehmenden Markenführung durch Konsumenten im Web 2.0 steigende Investitionen in klassische Werbung entgegensetzen müssen, sorgt auch beim Hamburger Internet-Dienstleister SinnerSchrader    für Stirnrunzeln. "Anscheinend sind sich die Verantwortlichen noch nicht über die Tragweite des Prozesse bewusst, dass Kommunikation immer mehr online stattfindet", staunt Mark Pohlmann von der auf Web-2.0-Marketing spezialisierten Unit 'Online Conversations'. "Immerhin ist das Thema Web 2.0 aber jetzt endlich auch bei den klassischen Vermarktern angekommen."
Auch Dietrich Boelter , geschäftsführender Gesellschafter der A&B Face2Net GmbH  , sieht in Christmanns Äußerungen Augenwischerei: "Die Herausforderung für Unternehmen besteht heute darin, an den vernetzten Diskursen ihrer Kunden aktiv teilzunehmen und auf diesem Wege einen nachhaltigen Dialog zu etablieren", argumentiert er. "Diese Herausforderung muss man annehmen und sich nicht hinter Strukturen verstecken, die es in fünf Jahren so nicht mehr geben wird." Reine Top-Down Markenführung gehe seiner Einschätzung nach mittlerweile am Konsumenten vorbei: "Zurück zur Klasssik ist doch nur das Eingeständnis, mit digitaler Kommunikation im Netz überfordert zu sein."
Die Blogosphäre hat sogar Mitleid mit SevenOneMedias unglücklichem Versuch, als TV-Vermarkter vom Web 2.0 zu profitieren. So ist in einem Beitrag   von einem "verzweifelten Rettungsversuch des Fernsehens" die Rede. Und Massenpublikum   sieht in Christmann sogar eine Person, "die gar nicht verstanden werden will".

Thema: SevenOneMedia: "Marken werden im Web 2.0 zerfasert und verunglimpft"

Kommentar von sr

Absurder lässt sich kaum argumentieren

Mit einer ziemlich plumpen Argumentation versucht der Münchner TV-Vermarkter jetzt, vom Web 2.0 zu profitieren und seine Werbekunden in trügerische Sicherheit zu wiegen. Denn die Tatsache, dass langfristig immer mehr Werbegelder aus der klassischen TV-Vermarktung in interaktive Medien wandern, wissen auch die Verantwortlichen von SevenOneMedia genau.

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 (Boris Giesl)
Bild: Boris Giesl
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Horst D. Deckert

Zu: SevenOneMedia:

Da die Volksverdummung im Fernsehen 1.0 immer dreister wird, wird "die Führung einer Marke aus Kundensicht, z.B. durch Web 2.0, immer wichtiger".

Fernsehen ist eine Einbahnstraße. Man wird berieselt. Ich vergleiche es sogar mit Hypnose. Durch kein Medium werden Menschen so einseitig manipuliert, wie durchs Fernsehen. Der Bürger zahlt für die öffentliche Verblödung an die GEZ.

Der mündige Bürger hat nur eine Chance der Manipulation zu entkommen, die er vermehrt wahrnimmt. Die Menschen werden online immer aktiver. Sie informieren und bilden sich, diskutieren miteinander, kaufen, verkaufen. Das Internet verdrängt alle anderen Medien.

Wenn es keine gesetzlichen Einschränkungen gibt, werden wir erleben, dass das Internet auch den Fernseher und das Radio verdrängt bzw. integriert. Das ist sicher mit ein Grund, warum die Online-Freiheit den Politikern ein Dorn im Auge ist und man per Spitzel-Gesetze versucht, auch hier die Privatsphäre der Menschen auszuspionieren und unter Kontrolle zu bekommen.

Das Internet ist das aktivste Informationsmedium, weil hier der User nicht zum Zuschauer dekratiert wird, sondern selbst aktiv werden muss. Der User handelt in seinem eigenen Interesse und will von diesem Medium profitieren.

Jeder Internetnutzer bestimmt selbst, welche Informationen ihn interessieren. Das Ende der Volksverdummung naht.

Sie als Unternehmer können dabei sein und davon profitieren:

Wer laufend interessante und gleichermaßen profitable Informationen liefert, hängt die Konkurrenz ab. Wer das nicht will, überlässt das Geschäft der Konkurrenz.

Aus 248. Tipp:
10 Marketing-Fehler, die auf Dauer die Existenz kosten
http://tipp-der-woche.de/?p=52
Horst D. Deckert

Zu: SevenOneMedia:

Da die Volksverdummung im Fernsehen 1.0 immer dreister wird, wird "die Führung einer Marke aus Kundensicht, z.B. durch Web 2.0, immer wichtiger".

Fernsehen ist eine Einbahnstraße. Man wird berieselt. Ich vergleiche es sogar mit Hypnose. Durch kein Medium werden Menschen so einseitig manipuliert, wie durchs Fernsehen. Der Bürger zahlt für die öffentliche Verblödung an die GEZ.

Der mündige Bürger hat nur eine Chance der Manipulation zu entkommen, die er vermehrt wahrnimmt. Die Menschen werden online immer aktiver. Sie informieren und bilden sich, diskutieren miteinander, kaufen, verkaufen. Das Internet verdrängt alle anderen Medien.

Wenn es keine gesetzlichen Einschränkungen gibt, werden wir erleben, dass das Internet auch den Fernseher und das Radio verdrängt bzw. integriert. Das ist sicher mit ein Grund, warum die Online-Freiheit den Politikern ein Dorn im Auge ist und man per Spitzel-Gesetze versucht, auch hier die Privatsphäre der Menschen auszuspionieren und unter Kontrolle zu bekommen.

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Horst D. Deckert

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Horst D. Deckert

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