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Nachhaltigkeit

Zukunftsmodell: Wie man Digitalisierung und Nachhaltigkeit zusammen denkt

19.10.2022 Für den ökologischen Umbau von Industrie und Gesellschaft benötigen wir die Digitale Transformation. Und Menschen, die Digitalisierung und Nachhaltigkeit gemeinsam denken. Im Nachhaltigkeits-Videopodcast zeigen wir vielversprechende Marktstudien und stellen erfolgreiche Anwendungen vor.

 (Bild: Gerd Altmann / Pixabay)
Bild: Gerd Altmann / Pixabay
"In der Diskussion um eine Steigerung der Energieeffizienz rückt auch die Rolle der Digitalisierung zunehmend in den Fokus. Einerseits werden digitalen Technologien wie Künstliche Intelligenz, Big Data, Internet of Things, Robotik und Industrie 4.0 erhebliche Potenziale zugesprochen, den Energieverbrauch durch Effizienzgewinne zu senken. Andererseits trägt die Digitalisierung selbst erheblich zur globalen Klima- und Umweltbelastung bei, da digitale Technologien auch große Mengen an Energie verbrauchen", argumentiert das Bundeswirtschaftsministerium   in seiner Schwerpunktstudie Digitalisierung und Energieeffizienz  .

Die Unternehmen sind optimistisch, wohin die Waage ausschlagen wird: Technischer Fortschritt kann ganz wesentlich dazu beitragen, die Klimabelastungen zu verringern, sagen im Industrie 5.0 Report immerhin 87 Prozent der Führungsspitzen aus Wirtschaft und Politik. Dabei werde grünen Technologien ein erhebliches Potenzial für die Wettbewerbsfähigkeit des Landes zugeschrieben. 87 Prozent sind überzeugt, dass grüne Technologien große oder sogar sehr große Chancen hierfür bieten.

Das CO2e-Einsparpotenzial in 7 Anwendungsbereichen
Das CO2e-Einsparpotenzial in 7 Anwendungsbereichen (Grafik: Bitkom)
Auch die Bitkom-Studie über Klimaeffekte der Digitalisierung   kommt zu einem positiven Ergebnis: Die Digitalisierung sei "ein entscheidender Hebel für den Klimaschutz". Digitale Technologien können 41 Prozent zum deutschen Klimaziel 2030 beitragen - bei beschleunigter Digitalisierung.

Bei moderater Digitalisierung sind es noch 28 Prozent. Andererseits entsteht ein wachsender CO2-Fußabdruck: Durch die Produktion, Nutzung und Entsorgung verursacht die digitale Infrastruktur 2030 etwa 18-26 Megatonnen CO2. Allerdings spricht die Studie von einem positiven CO2-Nettoeffekt: Das CO2e-Einsparpotenzial digitaler Technologien abzüglich des CO2e-Fußabdrucks beträgt 34 Prozent bei beschleunigter und 23 Prozent bei moderater Digitalisierung der 2030 nötigen Emissionseinsparungen.

Nachhaltigkeit im Anwendungsbereich industrielle Fertigung
Nachhaltigkeit im Anwendungsbereich industrielle Fertigung (Grafik: Bitkom)
In unserem Nachhaltigkeits-Podcast stellen wir Digitalisierungs-Anwendungen für erfolgreiche Nachhaltigkeit   vor. So produziert beispielsweise US-Halbleiterhersteller Globalfoundries   in Dresden Mikrochips, für deren Fertigung in Reinräumen mehr als 1.000 Prozessschritte erforderlich sind. Die Regelventile für Reinstwasser prüft jetzt eine IoT-Lösung. Dabei helfen Sensoren für Akustik, Machine-Learning-Algorithmen und eine flexible Cloud-Plattform, Schäden frühzeitig zu erkennen. Das sorgt unter anderem für eine höhere Ausbeute und es werden weniger Ressourcen - darunter viele Spezialchemikalien - benötigt.

Der mittelständische Ziegelhersteller JUWÖ Poroton Werke Ernst Jungk & Sohn   verwendet ein selbst entwickeltes ERP-System, digitale Tools und Recycling in der Fertigung sowie künstliche Intelligenz in der Qualitätskontrolle und will so das Ziel der klimaneutralen Produktion ab 2022 erreichen.

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Thema: Zukunftsmodell: Wie man Digitalisierung und Nachhaltigkeit zusammen denkt

Kommentar von Christina Rose

Tempo und Verzicht

Pandemiefolgen, Energiekrise und Ukraine-Krieg zeigen, dass es nicht immer höher, schneller, weiter geht. Für die Erreichung der Klimaziele muss die Digitalisierung an vielen Stellen sehr viel schneller vorangehen - und an manchen eingebremst werden.

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Christina Rose (Timo Bierbaum)
Bild: Timo Bierbaum
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