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Umsätze in der Onlinewerbung: BVDW und BITKOM kommen sich näher

28.10.2008 Normalerweise liegen der BITKOM und der BVDW mit ihren Prognosen für die Umsätze der Onlinewerbeindustrie weiter auseinander. Doch in diesem Jahr kommen sich die beiden Konkurrenten ein großes Stück näher. Das größte Wachstum konstatiert der BITKOM im Dienstleisterbereich.

Für das Jahr 2008 prognostiziert der IT-Verband BITKOM   bei der klassischen Onlinewerbung - Dazu zählen grafische Werbemittel wie Banner, Pop-Ups und Streaming Ads - einen Branchenumsatz in Höhe von rund 1,4 Milliarden Euro. Keinen Einfluss in die Prognose haben beim BITKOM die Umsätze aus dem Suchwort- und Affiliatemarketing. Zudem erhebt der Verband im Gegensatz zum Bundesverband Digitale Wirtschaft   (BVDW) nur die Nettoumsätze, also abschlägig geschätzter Rabatte und Agenturprovisionen.

Damit liegen die beiden Branchenverbände erstmalig mit ihren Prognosen dicht beieinander. So erwartet der Online Vermarkterkreis (OVK) im BVDW in seinem halbjährlichen Report bis zum Jahresende für das Segment klassische Online-Werbung ein Gesamtvolumen von 1,8 Milliarden Euro. Dies würde einem Wachstum von rund 26 Prozent gegenüber dem Vorjahr entsprechen. Im Frühjahr waren die Branchenexperten noch von einem Wachstum von 30 Prozent ausgegangen.

Uneinig sind sich beide Verbände jedoch, was die Zukunftsaussichten angeht. "Nach einem Wachstumsschub im Jahr 2007 hat die rasante Entwicklung angehalten. Der Online-Werbemarkt wird weiter zulegen, auch weil die werbetreibende Wirtschaft ihre Marketingbudgets ins Internet umschichtet", hofft BITKOM-Präsident Prof. August-Wilhelm Scheer . Im Vorjahresvergleich weist der BITKOM ein Wachstum von 44 Prozent aus. So optimistisch will der OVK die Entwicklung nun nicht betrachten. Er taxiert das Wachstum in der klassischen Onlinewerbung nur auf 26 Prozent und korrigierte damit, wie iBusiness berichtete, seine Frühjahrsprognose nach unten.

Der Streit über die unterschiedliche Mess-Methodik brachte dem BVDW im Februar 2007 bereits eine Unterlassungserklärung ein, wie iBusiness berichtete. Damals hatte der BVDW hatte unter anderem in einer Pressemeldung erklärt, dass "es den BITKOM-Zahlen an einer soliden Datenbasis mangelt". Die Aussage des BITKOM, die Umsätze seien im Quartalsvergleich 2007/2008 um 75 Prozent gewachsen, kommentierte der ehemalige BVDW-Sprecher Christoph Salzig noch im Frühjahr dieses Jahres mit den Worten: "Mit dieser Aussage disqualifizieren sich die Beteiligten selbst." Auch BVDW-Präsident Arndt Groth machte damals seinen Ärger publik: "Es ist für die Entwicklung unser Branche abträglich, wenn viel zu niedrige Zahlen in den Markt getragen werden, die zudem überhaupt nicht belegt sind", echauffierte er sich im Herbst letzten Jahres.

Entsprechend den Auswertungen des BITKOM hätten vor allem die Telekommunikationsanbieter und Internetplattformen den Markt in den ersten neun Monaten dieses Jahres getrieben. Sie investierten von Januar bis September knapp 370 Millionen Euro in grafische Onlinewerbung - das ist ein Zuwachs gegenüber 2007 von 147 Millionen Euro beziehungsweise 66 Prozent. Auf dem zweiten Platz folgten Handels- und Versandhäuser, die Banner, Pop-Ups und Streaming Ads im Wert von 255 Millionen Euro schalteten, was einem Anstieg von 37,2 Prozent entspricht. Zu den Top 5 unter den Werbetreibern zählen zudem Banken und Finanzdienstleister (153 Millionen Euro, +40,2 Prozent), Medien und Entertainmentanbieter (152 Millionen Euro, +24,9 Prozent) sowie die Autobranche (106 Millionen Euro, +10,4 Prozent).

Den größten Sprung mit einem Anstieg von 88 Prozent verzeichneten der Dienstleistungsbereich. Das sind unter anderem Immobilienvermittler, Arbeitsplatzbörsen, Gewinnspiel-Anbieter und Autovermieter. In den ersten drei Quartalen dieses Jahres kauften sie grafische Online-Werbung in Höhe von 91,5 Millionen Euro - 2007 waren es im gleichen Zeitraum lediglich 48,5 Millionen Euro.

Thema: Umsätze in der Onlinewerbung: BVDW und BITKOM kommen sich näher

Kommentar von Olaf Groß

BVDW-BITKOM-Prognosen: Langsam werden die Zahlen vergleichbar

Jeder der beiden Verbände behauptet mit seinen Prognosen eine korrekte und treffende Marktentwicklung wiederzugeben. Lange Jahre war das Verhältnis vergiftet. Jetzt werden beide Prognosen auf einmal ähnlicher, ohne dass sich anscheinend die Methodik geändert hat.

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 (Fotoatelier Koch)
Bild: Fotoatelier Koch
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