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Boomende Onlinewerbung - BVDW warnt vor Verbot von Cookies
04.03.2008 Unter das Motto "Wachstum durch Selbstheilungskräfte" hat der Bundesverband Digitale Wirtschaft heute auf der CeBIT seine Jahrespressekonferenz gestellt. Die Botschaft von BVDW-Präsident Arndt Groth: Die Welt ist schön, vor allem die Online-Werbewelt. Aber durch die Politik bedroht.
Für das Jahr 2008 geht der OVK davon aus, dass der Onlinewerbemarkt auf rund 3,7 Milliarden Euro wächst, davon
- der Bereich Displaywerbung plus 30 Prozent auf 1,9 Milliarden Euro
- der Bereich Suchwortanzeigen plus 28 Prozent auf 1,5 Milliarden Euro
- der Bereich Affiliate-Marketing plus 25 Prozent auf 270 Millionen Euro
Die Internetwerbung wird nach BVDW-Schätzung damit im Jahr 2008 auf 12,14 Prozent des gesamten deutschen Werbemarktes (2007: 8,8 Prozent) steigen. Aber Paul Mudter sieht für das Wachstum von Onlinewerbung noch weiteren Platz nach oben: "Die Onlinebranche hinkt noch hinterher, wenn man davon ausgeht, dass der Anteil des Internet an der gesamten Mediennutzungsdauer bei 15 Prozent liegt". Mittelfristig erwartet der BVDW, dass Onlinewerbung den dritten Platz im Ranking der Werbeträger einnehmen wird - nach TV- und Zeitungswerbung.
Weitere Marktzahlen aus der Digitalen Wirtschaft, die der BVDW vorgestellt hat:
- Das Online-Handelsvolumen wächst ungebrochen. Das Potenzial liegt im Jahr laut BVDW bei 20,8 Milliarden Euro.
- Das mobile Internet wächst. Das Datenvolumen Online ist hier inzwischen bei 8,9 Prozent. Im Jahr 2006 war es erst sechs Prozent des Mobiltraffics, der durch Internetnutzung verursacht wurde.
- Deutschland ist zum Treiber in Sachen Breitband geworden. Mit 4,8 Millionen neuen Breitbandanschlüssen führt Deutschland auch gegenüber den nächstplatzierten europäischen Ländern England und Frankreich, bei denen die Zahl der Anschlüsse um jeweils 2,8 Millionen Anschlüsse wuchs. Spanien und Italien folgen mit jeweils 1,7 Millionen Neuanschlüssen im Jahr 2007.
- Der Dienstleistungsumsatz ist um 26 Prozent, die Zahl der Festangestellten um 19 Prozent. Für 2008 wird ein Umsatzzuwachs um 17 Prozent und ein Mitarbeiterzuwachs um 21 Prozent erwartet
- 95 Prozent aller Dienstleister beschweren sich über Fachkräftemangel
Als kontraproduktiv für den noch jungen Markt von VoD- und IPTV-Angebote stuft der BVDW etwaige zusätzliche Belastungen im Rahmen des Filmfördergesetzes sowie die Diskussion über Senderlizenzen ein. "Überall, wo Wachstum zu erwarten ist, treten in Deutschland die Regulierer auf den Plan", Klagt BVDW-Präsident Arndt Groth. Dabei habe es sich in der Vergangenheit sehr wohl gezeigt, dass die Branche durchaus selbst in der Lage ist, Fehlverhalten zu unterbinden. Das gelte auch für den Jugendschutz.
Nötig sei der Aufbau einer funktionierenden und akzeptierten Selbstregulierung bei der Erhebung und Verwendung persoenbezogener Daten und zur Verwendung nicht personenbezogener Daten (wie IP-Adressen und Cookies"). Der BVDW will im kommenden Jahr Aufklärung schaffen in der Politik und bei Nutzern. "Eltern und Lehrer haben nicht genügend Medienkompetenz, um ihren Kindern zu vermitteln, wie sie mit persönlichen Daten zum Beispiel in sozialen Netzwerken umgehen müssen", so BVDW-Vizepräsident Matthias Ehrlich . Eine Forderung von Medien und manchen Teilen der Politik, Cookies via Regulierung zu verbieten, wäre das Ende von Web 2.0: "Man kann ein Auto nicht dadurch sicherer machen, in dem man ihm die Räder abschraubt".
Unter den Slogan "Hilf Dir selbst, dann hilft Dir Gott" stellte Arndt Groth mit einem Augenzwinkern die BVDW-Forderung nach einer politischen Unterstützung der Selbstheilungskräfte der Digitalen Wirtschaft: "Targeting ist der treibende Motor der Internet-Wirtschaft". Dazu brauche es Cookies. "Wir sehen mit großer Sorge, wenn es tatsächlich von Seiten der Politik zu Initiativen kommt, Cookies ganz zu verbieten."
