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Online-Werbung: Welchen Marktzahlen Sie trauen können

11.04.2008 BVDW oder BITKOM, dass ist hier die Frage. Bei Verbände gehen regelmäßig mit ihren Statistiken und Prognosen für den Online-Werbemarkt in Deutschland an die Fachöffentlichkeit. Doch die Abweichungen sind extrem.

Nach aktuellen Erhebungen des IT-Verbandes BITKOM   hat die deutsche Online-Werbeindustrie im letzten Jahr rund 980 Millionen Euro umgesetzt. Eine Summe, die der Online Vermarkter Kreis   (OVK) des Bundesverband Digitale Wirtschaft   (BVDW) in seinem aktuellen OVK-Report 2008/1   fast verdreifacht. Die OVKler setzten die Online-Umsätze in Deutschland nämlich auf rund 2,8 Milliarden Euro fest.

Und der Ton zwischen den beiden Verbänden wird zunehmend rauer. Die Erhebungs-Methode der BITKOM sei "schlicht nicht geeignet" die tatsächliche Marktlage korrekt wiederzugeben, schießt BVDW-Sprecher Christop Salzig im aktuellen Newsletter vom 09.04.2008 gegen die Konkurrenten aus Berlin.

Für die extremen Abweichungen gibt es, da ist sich Salzig sicher, übrigens einen triftigen Grund. Der OVK ermittelt laut Salzig die Brutto-Werbeumsätze auf Basis von Angaben der Online-Vermarkter, die Nielsen Media Research  . Nur wenn die Brutto-Umsätze ermittelt werden sei Salzig zufolge überhaupt ein Vergleich mit den Werbeausgaben in den klassischen Medien möglich.

Beim BITKOM hingegen basieren sämtliche Angaben auf einer Erhebung von Thomson Media Control  . Ausgewiesen ist der hochgerechnete Netto-Umsatz, wobei laut BITKOM "geschätzte Rabatte und Agenturprovisionen" die Grundlage bilden.

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Der Streit über die unterschiedliche Mess-Methodik brachte dem BVDW im Februar 2007 bereits eine Unterlassungserklärung ein (iBusiness berichtete). Damals hatte der BVDW hatte unter anderem in einer Pressemeldung erklärt, dass "es den BITKOM-Zahlen an einer soliden Datenbasis mangelt". Die Aussage der Bitkom die Umsätze seien im Quartalsvergleich 2007/2008 um 75 Prozent gewachsen, kommentiert Salzig jetzt mit den Worten: "Mit dieser Aussage disqualifizieren sich die Beteiligten selbst."
Auch BVDW-Präsident Arndt Groth machte seinen Ärger publik: "Es ist für die Entwicklung unser Branche abträglich, wenn viel zu niedrige Zahlen in den Markt getragen werden, die zudem überhaupt nicht belegt sind", echauffierte er sich im Herbst letzten Jahres.

Obwohl der BVDW sich nach eigenem Bekunden um eine "konstruktive Lösung" bemühte, habe der BITKOM kein Interesse mehr an einer gemeinsamen Lösung geizgt. Trotzdem, so ist aus BVDW-Kreisen zu vernehmen, werde es im Laufe der nächsten Woche interne Gespräche geben, in denen geklärt werde, ob der Verband nochmal auf den BITKOM zugehen wolle oder nicht. Wie schon im letzten Jahr wollte auf Nachfrage von iBusiness der BITKOM zu diesem Thema keine Stellung beziehen.

Thema: Online-Werbung: Welchen Marktzahlen Sie trauen können

Kommentar von Olaf Groß

Glaube nichts, aber halte alles für möglich

Irgendwie hat der Streit zwischen BVDW und BITKOM etwas von einer antiken Tragödie. Das Problem: jeder hält sich für den Helden, will aber nicht sterben; in dem Fall heißt das Nachgeben.

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 (Fotoatelier Koch)
Bild: Fotoatelier Koch
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Thomas Praus

Zu: Online-Werbung: Welchen Marktzahlen Sie trauen können

Höchstwahrscheinlich liegt die Wahrheit irgendwo in der Mitte.. Zu hohe Zahlen können auch nicht im Interesse des BVDWs sein, schließlich soll ja auch noch ordentlich Platz für Wachstum sein und wer sich in der Branche auskennt, weiß ohnehin, welche saftigen Rabatte gewährt werden. Im Übrigen ist das kein Online-Phänomen - Print, TV, Plakate, überall wird rabattiert und provisioniert was das Zeug hält, wie sollten auch sonst alle Plätze immer gefüllt sein?
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