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Kampf um Werbekunden verschärft sich
25.08.2009 Der Kampf um die Werbebudgets verschärft sich: Nachdem der Chef eines TV-Vermarkters gegen Print geholzt hatte und überdies mit Intermedia-Rabatten lockte, ist nun offiziell die Ruhe dahin. Der Gewinner der Keilereien steht für Experten ohnehin fest.
Die Reaktion ließ nicht lange auf sich warten. Christian Schlottau als Verlagsleiter Markting beim SPIEGEL und als Sprecher des Arbeitskreises Anzeigen beim Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) holzte zurück: Krapf habe mit seinem jüngsten Angebotsmodell eine "wahre Rabattflut" eingeleitet, die vor allem "wirtschaftlichem Druck" geschuldet sei und "eigene Leistungsschwächen überspielen" solle. "Das grenzt schon an Hilflosigkeit" machte sich Schlottau gegenüber dem TV-Mann Luft. Die Rabattspirale weiter anzuheizen "löst nun definitiv nicht die Probleme des Marktes", behauptete der Spiegel-Manager. Im Gegenteil würden Mediengattungen von Agenturen sehr gezielt wegen ihrer spezifischen Leistungen und Stärken eingesetzt.
Allerdings ist nicht zu verkennen, dass die Werbebranche insgesamt unter Druck steht. Der VDZ verwies dieser Tage selbst auf Zahlen des statistischen Bundesamtes , wonach sich der Bruttowerbeumsatz bei Publikumszeitschriften mit einem Minus von unbereinigt 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr eingependelt hat. Laut Nielsen Media Research hinkt auch das Fernsehen mit einem leichten Minus von 0,5 Prozent hinter den Umsätzen des Vorjahres zurück.
Im Gegensatz dazu gewinnt Online noch immer, vor allem in den Segmenten W-Mail-, Affiliate- und SEM- sowie SEO-Marketing. Der Bereich Video-Werbung etwa boomt, wenn auch von niedriger Basis aus. Dennoch meint Ralf Scharnhorst , Inhaber der Vermarktungsberatung Scharnhorst Media , dass sich Video-Werbung in Deutschland in 2009 "um den Faktor 10 verfielfachen wird". Gleichzeitig beobachtet er Verschiebungen: "Jeder Euro für Online-Video-Werbunggeht der TV-Werbung verloren", weil Investitionen innerhalb von Werbebudgets umgeschichtet werden in den Zeiten der Krise.
Grundsätzlich wird "Online gewinnen, dass einzige Medium welches messbar ist", ist Thomas Brommund überzeugt, Geschäftsführer bei Contentmetrics in Hamburg. Und es klingt fast ein wenig nach Trost wenn er in Richtung anderer Gattungen formuliert: "Print, TV und Radio bleiben Brand Awareness Medien, die sich als Unterstützung der Perfomance Marketing Maßnahmen erfolgreich einsetzen lassen."
