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MWC 2018: Das sind die wichtigsten Mobil-Trends
22.02.2018 Unter dem Motto "Creating a Better Future" trifft sich die Mobile-Branche in wenigen Tagen zur globalen Leitveranstaltung in Barcelona. Auf dem 31ten Mobile World Congress wird vor allem vernetzte Technik im Fokus stehen.
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Das zeigt auch die aktuelle ARD/ZDF-Onlinestudie . Demnach ist bei den Geräten, mit denen Medien genutzt werden, die bedeutendste Veränderung die mittlerweile große Zahl der verschiedenen Bildschirme: War schon der Laptop eine erste Manifestation von Mobilität, so haben sich in letzten Jahren Smartphone und Tablet dazu gesellt und wälzen die Internet- und Mediennutzung in erstaunlichem Maß um. So führen insgesamt mobile Geräte zu einer häufigeren und längeren Internetnutzung, mit insgesamt steigender Tendenz: Demnach verwenden diejenigen, die unterwegs online gehen, das Internet deutlich intensiver als andere. Das heißt: Neun von zehn Menschen aus dieser Gruppe sind täglich 'im Netz'. Sie nutzen es zudem 60 Minuten länger und kommen so auf 209 Minuten Internetnutzung pro Tag, bei den unter 30-Jährigen sind es sogar 278 Minuten, schreiben die Studienautoren. Mehr als viereinhalb Stunden also. Bei jungen Menschen zwischen 14 und 29 Jahren liegt das Smartphone mit 81 Prozent auch klar auf Platz eins der genutzten 'Medienempfangsgeräte'.
Trend 1: Mobile ist Basistechnologie
So richtig Revolutionäres wird man 2018 in Barcelona kaum finden. Zwar nutzen die großen Hersteller wie Samsung , Sony oder Huawei die Messe, um ihre neuen Smartphones und Tablets für das Frühjahr zu präsentieren. Aber hier ist eher die Devise, Bestehendes wird optimiert. Das das bedeutet, die Herstelleranforderungen steigen - Gerede reicht nicht mehr, es müssen harte Success-Stories und messbare Erfolge her: Der Mobile-Markt erlebt aktuell dasselbe wie vor zwanzig Jahren der Computermarkt: Wichtig ist nicht mehr, einen zu haben. Sondern das Richtige damit zu machen. Der Computer in der Hosentasche verändert das Geschäft ganzer Branchen und schafft neue Einsatzfelder - und disruptive Konflikte. Und wirft natürlich Geld ab. Viel Geld. Sehr viel Geld. Unverschämt sehr viel Geld.Barcelona wird zeigen, dass entsprechend Konflikte sichtbar werden. Die Mobilfunkbetreiber beschweren sich, dass die Internetunternehmen in ihren Netzen das große Geschäft machen, ohne zu den Milliarden-Investitionen beizutragen. Im Hintergrund wird um den Standard der nächsten Datennetze gefochten. Untermalt wird das Mobil-Spektakel von zahlreichen prominenten Gastrednern.
Deutlich im Messefokus wird die vernetzte Technik stehen. Die Richtung ist klar: Alles, was mit dem Internet oder anderen Geräten verknüpft werden kann, wird künftig verbunden werden. Diesmal zeichnet sich noch stärker der Trend zu digitalen Gesundheits-Anwendungen ab. Für die vielen Fitness-Tracker gibt es nun Plattformen, mit denen die Daten von Geräten verschiedener Anbieter gesammelt ausgewertet werden können. Zudem kündigen sich mit der Entwicklung smarter Textilien neue Optionen an: Die Sensoren müssen nicht mehr am Handgelenk getragen werden, sondern können direkt im T-Shirt stecken.
Interessante Entwicklungen vollziehen sich außerdem im Bereich der künstlichen Intelligenz (KI). Hier sind die Stichworte Machine Learning, Deep Learning und Cognitive Computing. Künstliche Intelligenz ist einer der wichtigsten aktuellen Technologie-Trends und wird eine zentrale Rolle auf dem MWC einnehmen. Das unterstrich auch Ryan Ding , Präsident der Carrier Business Group von Huawei, während er die zentrale Rolle der neuen KI-Plattform Atlas im Rahmen seines Pre-Mobile World Congress Briefings skizzierte. Nicht weniger als die "vierte industrielle Revolution" nach der Dampfmaschine, der Elektrizität und dem Internet bezeichnete der Huawei-Manager KI. Auch für Mercedes-Benz ist die Nutzung Künstlicher Intelligenz ein zentrales Zukunftsthema, sei es in der Entwicklung, der Produktion oder bei der Nutzung von Fahrzeugen und bei Mobilitätsservices. Auf dem Mobile World Congress präsentiert Mercedes-Benz im Rahmen seiner übergreifenden Digitalisierungsstrategie Innovationen und Initiativen aus den verschiedensten Bereichen. Im Mittelpunkt stehen dabei Systeme wie zum Beispiel das Multimediasystem MBUX - Mercedes-Benz User Experience. Die neue A-Klasse mit dem lernfähigen MBUX feiert ihre Messepremiere in Barcelona. MBUX ist individualisierbar und stellt sich auf den Nutzer ein.
Trend 2 - Wearables treiben Mobile-Markt
Die Geräteklasse der Mini-Computer, die man am Körper trägt, wächst schnell. Aktuell sind vor allem Fitness-Armbänder und Smartwatches die Treiber in diesem Segment. Der Klassiker sind Fitness-Armbänder. Aber in Barcelona dürften auch wieder viele Computer-Uhren zu sehen sein - auch solche, die ohne ein Smartphone direkt ins Netz gehen können. Neu ist, dass die Bänder und Uhren immer häufiger als Ersatz für Kreditkarte und Bargeld genutzt werden sollen. Aber nicht nur im privaten Bereich soll die Zahl der Wearables steigen. Das zunehmende Wachstum des Internet of Things (IoT) und der verstärkte Einsatz von Echtzeitdaten, Monitoring und Rückverfolgung im Produktionsalltag treiben die Entwicklung von Wearable-Technologien im Industriesektor weiter voran. Stakeholder in Produktion, Logistik und Lagerung sowie in den Bereichen Bergbau, Bau, Öl und Gas, Einzelhandel und Gesundheit arbeiten daran, neue Technologien, die bereits die Konzeptphase verlassen haben, in ihre jeweiligen Portfolios zu integrieren. Ob in der Kappe, der Brille oder am Handgelenk: Sensoren, Spracherkennung, Sehhilfen oder berührungssensitive Technik lässt sich an verschiedenen Stellen unterbringen. Laut der Studie "Wearable Technologies for Industrial Applications" ist Teil des Frost & Sullivan Tech-Vision Growth Partnership Service Programms. "Im Verlauf der nächsten zwei bis fünf Jahre werden hochdisruptive Entwicklungen im Markt für Wearables erwartet," prognostiziert Studien-Analyst Ranjana Lakshmi Venkatesh Kumar . "Die fortschreitende Digitalisierung wird den derzeitigen Industriesektor in eine 'smarte' Industrie mit internen Anwendern und externen Kunden verwandeln, die mit der Lieferkette verbunden sind und durch Mensch-Maschine-Schnittstellen die Produktivität, Nutzersensibilisierung und Arbeitsbedingungen verbessern."Die Verkäufe von Wearables werden in diesem Jahr deutlich zunehmen. So soll es laut dem Beratungs- und Forschungsunternehmen CCS Insight 2018 weltweit rund 350 Millionen Nutzer von Wearables geben. Zahlen der GfK zum globalen Telekommunikationsmarkt 2017 belegen, dass sich die Nachfrage nach Wearables positiv entwickelt hat. Zu diesem Segment zählen unter anderem Smartwatches, Health- und Fitnesstracker und Wrist Sport Computer wie GPS Pulsuhren. Aber auch Connected Watches, also herkömmliche Uhren mit sehr begrenzten Bluetooth-Funktionen ohne Textanzeige sowie sogenannte Locators zur Ortung per GPS gehören in die Kategorie der Wearables. Diesen Trend spiegelt Barcelona wider. So zeichnet sich für diese Geräte und vor allem ihre Daten ein neues Wettbewerbsfeld ab. "Samsung, Google, Apple und Microsoft stehen bereit, ganze Gesundheits-Plattformen aufzubauen, die Partner aus Medizin- und Fitness-Branche anlocken sollen", erklärte bereits im Vorjahr Analystin Annette Zimmermann vom IT-Marktforscher Gartner. Dies werde neue Geschäftsmodelle fördern - aber auch die Diskussion um den Schutz der Gesundheitsdaten anfachen.
Trend 3: Internet der Dinge wird mobil
Das Internet der Dinge gibt derzeit in allen Technologiebranchen die Entwicklungsrichtung vor. Mit dem Wandel von einfachen Kommunikationsdiensten zu einem komplexen Ökosystem aus miteinander verbundenen Geräten, Anwendungen und Cloud-Services müssen sich Kommunikationsdienstleister entscheiden, welche Strategie sie in der digitalen Welt verfolgen wollen.Die bevorstehende Mobile-Messe wird zeigen, dass in den kommenden zwölf Monaten der Vernetzungsgrad von allen möglichen und unmöglichen Produkten, Maschinen und Lösungen noch einmal stark zunimmt. Das Internet der Dinge hatte bereits in den vergangenen Jahren in Barcelona an Bedeutung gewonnen. Nicht ohne Grund: Laut McKinsey könne das Internet der Dinge, also die intelligente Vernetzung von Geräten und Maschinen über das Internet, einen weltweiten wirtschaftlichen Mehrwert von bis zu elf Billionen Dollar im Jahr 2025 schaffen. Dies entspräche dann rund 11 Prozent der globalen Wirtschaftsleistung. Den potenziell größten Einfluss hat das "Internet of Things" (IoT) in Fabriken (bis zu 3,7 Billionen Dollar wirtschaftlicher Mehrwert), Städten (1,7 Billionen Dollar) und im Gesundheitswesen (1,6 Billionen Dollar).
Bereits in den vergangenen Jahren gab es in Barcelona viele IoT-Produkte zu sehen - unter anderem die für das christliche Abendland überlebensnotwendige Zahnbürste mit Internetanbindung. 2017 wurden noch viel mehr vernetzte Geräte bis hin zu Autos gezeigt. Diese Vernetzung gilt als Grundlage für viele neue Geschäftsmodelle. Doch größtenteils handelt es sich mehr um Machbarkeitsstudien als um anwendungserprobte Produktlinien - Barcelona ist bekanntlich stets auch eine Leistungsschau der Mobilvisionen. Die deutsche Telekom wird auf dem diesjährigen Mobile World Congress dem Internet der Dinge ein Themen-Special widmen. Sie wird unter anderem zeigen, dass die Schmalband-Funktechnik (NarrowBand IoT, kurz: NB-IoT) als Teil von 5G bereits in vielen Bereichen einsatzbereit ist und IoT-Anwendungen insgesamt Fahrt aufnehmen.
Ab April 2018 muss jedes neu hergestellte Auto in Europa eine integrierte SIM-Karte besitzen. Damit kann es in jederzeit einen Notruf absetzen und wird als Teil des digitalen Ökosystems selbst zum mobilen Endgerät. "Stets vernetzt: Continental gestaltet die Mobilität der Zukunft" - Wie Continental diesen Wandel gestaltet, zeigt das Unternehmen bei seiner Premiere auf dem Mobile World Congress 2018: "Smartphone, Tablet und nun das Auto: Mit dem eCall wird das Fahrzeug in diesem Jahr endgültig zum Teil der vernetzten Welt und muss sich nahtlos in den digitalen Alltag der Nutzer integrieren. Auf dem Mobile World Congress zeigen wir, dass eine möglichst lückenlose Online-Verbindung und umfassende Cyber-Sicherheit dabei eine genauso große Rolle spielen, wie die unkomplizierte Einbindung mobiler Endgeräte und eine intuitive Bedienung", erklärt Helmut Matschi , Mitglied des Vorstands von Continental und Leiter der Division Interior, den Schwerpunkt des Continental-Messeauftritts in Barcelona.
Trend 4 - 5G bleibt Dauerthema
Mit zunehmender Nutzung mobiler Endgeräte - allen voran Smartphones - und dem Internet der Dinge werden schnellere und leistungsstärkere Netze benötigt. Abhilfe soll der neue Datenfunk-Standard 5G schaffen. An seiner Ausgestaltung wird gearbeitet. Auf dem MWC wird die nächste Mobilfunkgeneration 5G, die von vielen Marktbeobachtern als wichtiger Wegbereiter für das Internet der Dinge gesehen wird, erneut zentrales Thema sein. Dabei stehen zwei Aspekte im Mittelpunkt: Zum einen die Standardisierung von 5G und zum anderen die Anwendung von 5G-Schlüsseltechnologien, um bestehende Netze auf künftige Anforderungen vorzubereiten. Anders als LTE handelt es sich bei 5G um eine Kombination von verschiedenen Übertragungstechniken. Der Mobilfunkstandard 5G ist bereits seit Jahren ein Thema auf dem MWC. Der LTE-Nachfolger ist mittlerweile aber keine Zukunftsmusik mehr. Bereits 2019 sollen erste kommerzielle 5G-Netze ihren Betrieb aufnehmen. Netzwerkausrüster wie Ericson, Huawei, ZTE, Nokia und Samsung werden an ihren Ständen bereits die Möglichkeiten der nächsten Mobilfunktechnik demonstrieren.5G-Lösungen werden auf dem Kongress zu sehen sein. 5G-Geräte selbst sind weniger Thema auf dem diesjährigen MWC, diese werden erst mit dem Betrieb erster 5G-Netze ab 2020 erwartet und werden eine Bandbreite von mindestens 10 Gigabit pro Sekunde bieten. Die Vorteile von 5G liegen in einer Gigabit-Bandbreite, geringem Strombedarf, einer niedrigen Latenzzeit und hohen Reichweite. Das Internet der Dinge soll besonders stark von 5G profitieren, weil dafür hohe Bandbreiten erforderlich sind. Der zukünftige Mobilfunkstandard soll IoT-Anwendungen aller Art ökonomisch möglich machen.
Nach einer Auftragsstudie des Chipherstellers Qualcomm wird der neue Mobilfunkstandard 5G in Deutschland bis 2035 ein Jobmotor werden und 1,2 Millionen neue Arbeitsplätze schaffen. In ihrer Studie The 5G economy: How 5G technology will contribute to the global economy berichten die Autoren, dass der LTE-Nachfolger weltweit 22 Millionen neue Jobs generieren und Umsätze von bis zu 12,3 Billionen US-Dollar erwirtschaften wird. Von Qualcomm wird 5G als "Transformational" und fundamentaler Game Changer beschrieben. Der Mobilfunk soll sich den Studienautoren zufolge dank 5G zu einer Universaltechnologie wie Strom entwickeln. Der neue Mobilfunkstandard erlaube neue Services, Produkte und Industriezweige, die aktuell noch nicht denkbar seien.
Trend 5 - Die Sicherheitsdebatten verstärken sich
Die vernetzte Gesellschaft wird mehr und mehr zur Realität. Zuhause, bei der Arbeit, unterwegs in der Stadt oder auf Reisen - Menschen sind überall vernetzt. Wenn online Bankgeschäfte abgewickelt, Einkäufe getätigt, E-Mails gelesen oder Musiktitel auf PKW-Audiosysteme gestreamt werden, muss die Vertraulichkeit der Daten gewährleistet werden. Entsprechend nachgefragt und in den Vordergrund gerückt werden Lösungen und generell das Thema Sicherheit. Außerdem werden nach den Datenpannen der jüngsten Vergangenheit auch im Mobility- und IoT-Bereich Security und Privacy verstärkt thematisiert werden.Die Bedrohungslage steigt rasant: So nutzen rund 67 Prozent der Deutschen ein Smartphone mit einem Android-Betriebssystem. Im ersten Quartal 2017 entdeckten die G DATA Sicherheitsexperten über 750.000 neue Schad-Apps für das Betriebssystem von Google. Die Zahlen belegen eine wachsende Bedrohungslage. Alle 11 Sekunden entdecken die Analysten eine neue Android Schad-App. Das sind über 333 pro Stunde und somit rund 8.000 pro Tag. Im ersten Halbjahr 2017 zählten die G DATA Sicherheitsexperten somit 1,5 Millionen Android-Schaddateien. Die Bedrohungslage bleibt hoch, derzeit scheinen Cyberkriminelle ihre Malware-Kampagnen etabliert zu haben und setzen auf andere Methoden wie Datendiebstahl.
