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Studien: Mobile Internetnutzung legt zu
12.09.2008 Verschiedene, voneinander unabhängige Studien haben jetzt ermittelt, dass die mobile Web-Nutzung deutlich zugelegt hat. Aus den so gewonnen soziodemografischen Daten haben die Studienmacher identifiziert, welche Dienste mobil bevorzugt werden und welche Barrieren es zu überwinden gilt.
Neun Prozent aller Mobilfunkkunden nutzen bereits E-Mail-Push-Dienste über ein mobiles Endgerät. Die Überschneidung zur Nutzung mobiler Internetseiten ist hier sehr hoch: 57 Prozent der E-Mail-Nutzer besuchen auch mobile Internetseiten. Betrachtet man mobiles E-Mailing sowie die mobile Nutzung von Internetseiten über das Handy, erhöht sich der Anteil der mobilen Internetnutzer an der Gesamtbevölkerung bereits auf 13 Prozent. Die wichtigste Zugangstechnik für die Nutzung des Internets mit dem Handy ist GPRS (53 Prozent). 43 Prozent nutzen UMTS. Auch die WLAN-Nutzung ist von hoher Relevanz: 47 Prozent nutzen diesen Zugang für die mobile Internetnutzung.
Die Interessen der Nutzer von mobilen Internetseiten sind vielfältig - allerdings steht der Informationscharakter ähnlich stark wie im stationären Internet im Vordergrund: 47 Prozent rufen Nachrichten ab, 39 Prozent nutzen einen Routenplaner oder den Wetterbericht.
Wie eine iBusiness-Analyse zeigt, haben Publisher und Vermarkter von mobilen Internetangeboten im Wesentlichen mit drei Problemen zu kämpfen. Das Browser-Chaos: "Anders als im herkömmlichen Internet ist die Gerätevielfalt und deren Unterschiede enorm", mahnt Jürg Ingold , Gründer des Schweizer Mobile-Web-Dienstleisters YouTomo . Auch fehlt es an Messmethoden der Mobilreichweiten. Gemeinsam mit der Arbeitsgemeinschaft Online-Forschung (AGOF) arbeitet der Bundesverband Digitale Wirtschaft zur Zeit an einer entsprechenden Methodik. Schlussendlich haben die Marketingverantwortlichen kaum geeignete Werbemittel für mobiles Internet zur Hand. Banner-Anzeigen sind auf Grund der geringen Displaygrößen bei mobilen Endgeräten problematisch. Was die Einbindung von grafischen Werbemitteln auf deutschen Mobilseiten zudem erschwert, sind fehlende Standards. Zudem hofft Olav A. Waschkies von der Internet-Agentur Pixelpark , auf erfolgreiche Paid-Content-Modelle. "Im mobilen Internet können Publisher Premium-Content bequem über die Handyrechnung abrechnen.", erklärt er gegenüber iBusiness.
Das Marktforschungsinstitut Innofact und Deutsche-Startups belegen ebenfalls die steigende Nutzung des mobilen Internets. In ihrer Untersuchung kommen die Studienautoren zu dem Schluss, dass jeder fünfte Internet-Nutzer zumindest gelegentlich das Web mobil nutzt. Weitere 13 Prozent wollen zudem mobil durchs Web surfen. Ein Viertel der Internet-Nutzer zeigen überdies Interesse am mobilen Internet. Die Innofact-Untersuchung bestätigt außerdem das FreeXmedia-Ergebnis, dass Frauen im mobilen Web bislang stark unterrepräsentiert sind. Lediglich 15 Prozent der
weiblichen Nutzer verwenden demnach das mobile Internet. Von denen, die das mobile Web nutzen sind 27 Prozent der Männer und 11 Prozent der Frauen Vielnutzer. Insgesamt verwenden 60 Prozent der Mobil-Internet-Nutzer das Web einmal oder mehrmals wöchentlich.
Kein Interesse an der mobilen Web-Nutzung haben der Untersuchung zufolge 38 Prozent. Häufigste Gründe für das Desinteresse sind ein Bedarfsmangel (52 Prozent), die zu hohen Kosten (39 Prozent) sowie das umständliche Handling der aus Nutzersicht
langsamen und unübersichtlichen Technik (26 Prozent). Typische Web 2.0-Anwendungen wie Social Networks sowie Web-TV-Angebote von Web TV werden zu 19 Prozent mobil genutzt. Aus Sicht der befragten Internet Professionals zählen regionale Informationsbeschaffung, Social Networks und mobiles Fernsehen zu den wichtigen Trends im mobilen Internet der kommenden Jahre. Real nutzen allerdings erst acht Prozent Geo-Tagging. Das mobile Web wird nach mehrheitlicher Meinung der Experten jedoch erst innerhalb der nächsten fünf Jahre zum Massenmedium avancieren.
