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Onlinehandel und Versandkosten: 'Da gibt es lustige Entwicklungen'
08.04.2022 Wachsende Inflation, höhere Portokosten und immer mehr Personalknappheit bei Speditionen und KEP-Dienstleistern. Dennoch senken deutsche führende Onlineshops ihre Lieferkosten. Warum das eine sinnvolle Strategie ist - diese Woche im Videopodcast.
2021 ist der ECommerce-Umsatz erneut um 19 Prozent nach oben geschnellt - und damit auch das verschickte Paketvolumen. 2020 und 2021 wurden bei Marktführer DHL so viele Pakete ausgeliefert, wie noch nie in der Unternehmensgeschichte. In den vierten Quartalen der beiden Jahre waren es jeweils über 500 Millionen Sendungen - nur bei DHL. In der Folge hatten die Logistik-Anbieter wenig Grund, die Preise zu senken. Im Gegenteil: Die Personalknappheit zwang letztlich zu höheren Löhnen. Kosten, die die Unternehmen der KEP-Branche an die Shopbetreibenden weitergaben. Die VerbraucherInnen dürften von dieser Entwicklung jedoch kaum etwas bemerkt haben - zumindest nicht, wenn sie nur die direkt durch die Onlinehändler in Rechnung gestellten Kosten vergleichen. Denn in den Top-100 Onlineshops sind die durchschnittlichen Versandkosten im März 2022 gegenüber dem Vorjahr um fünf Prozent gesunken, wie die iBusiness-Studie Versandkosten: Shops drehen an der Retouren-Schraube zeigt.
iBusiness-Analyst Dominik Grollmann und Herausgeber Joachim Graf diskutieren im Videopodcast die gegenläufige Entwicklung bei den Versandkosten: Einerseits die verstärkte Abkehr von Versandkosten überhaupt - immer mehr Shops bieten Gratisversand an - und andererseits die Entwicklung bei den Retouren: Hier werden die Verbraucherinnen und Verbraucher immer häufiger an den Kosten beteiligt. Bereits jeder fünfte Shop-Betreiber (21 Prozent) nahm im März 2022 Rücksendungen nicht mehr gänzlich kostenfrei entgegen. Vor einem Jahr waren es erst 15 Prozent. Dieser Trend ließ sich bereits 2019 beobachten und hat sich nun fortgesetzt.
Allerdings gilt der Trend zu teuren Retouren nicht für alle Branchen: Bei Bekleidung ist eine kostenlose Retoure nach wie vor nahezu Branchenstandard. Im Videopodcast ergründen die beiden, warum das so ist, welche ECommerce-Branchen sonst noch besondere Versandkostenregeln haben - und warum es in der Schweiz noch verbreiteter ist als in Deutschland, überhaupt auf Versandkosten zu verzichten.
Außerdem erzählt Dominik Grollmann über zum Teil sehr unterschiedliche Versandkostenmodelle, die er bei seinen Recherchen gefunden hat: "Da gibt es lustige Entwicklungen", hat er entdeckt: Warum es in manchen Shops besser ist, mehrere Stück einer Ware zu kaufen - und in anderen mit höheren Versandkosten bestraft wird, wenn mehr gekauft wird.
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