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Nachrichtenagentur 2.0: Reuters Labs gibt API frei

19.05.2008 Bisher haben Nachrichtenagenturen mit dem Web 2.0 wenig zu tun. Frei zugängliches Nachrichtenmaterial bieten nur die wenigsten Agenturen an. Doch auch die Nachrichten-Dienstleister sehen im Web 2.0 neue Geschäftsfelder und erweitern ihren Service.

Die Nachrichtenagentur Reuters   hat den Schritt ins Web 2.0 gewagt und auf der Entwicklerseite Reuters Labs   eine API-Schnittstelle für externe Entwickler freigeben. Entwickler erhalten jetzt Zugriff auf alle Reuters-Nachrichten und können diese in neu Dienste und Applikationen einbinden. Einzige Einschränkung: Das Nachrichtenmaterial darf nur auf nicht-kommerzielle-Webangeboten veröffentlicht werden.

Damit betritt Reuters zumindest bei den Nachrichtenagenturen webzwonulliges Neuland. Denn nach wie vor sind sind die klassischen Nachrichtenagenturen immer noch die größten Content-Lieferanten des akteullen Tagesgeschehen. Bislang gaben beispielsweise AP   oder DPA   den Besitzstandswahre, die penibel darauf achten, dass ihre Text-Waren nur von dem verarbeite wurden, der dafür gezahlt hat. Eine Ausnahme ist hier die französische Agentur France Press  , die einen kostenlosen RSS-Feed ebenfalls für den nicht-kommerziellen Einsatz anbietet.

Medien-Experte Peter Schwiertz vom Mediendienst Turi2   sieht die neue Web2.0-Strategie ehr skeptisch: "Ich vermute es handelt sich erstmal nur um einen Test, um zu prüfen, ob sich das Web 2.0 für Reuters als neues Geschäftsmodell eignet", erklärt es gegenüber iBusiness. In der Tat bleibt die Frage offen, wie Reuters flächendeckend kontrollieren will, ob ein Nachrichten-Widget nun auf einer kommerziellen oder einer nicht-kommerziellen Seite eingebunden ist. Auch ist unklar, wo die genaue Abgrenzung erfolgen soll. Ist ein Facebook-Profil   ein kommerzielles Angebot?

Die Nachrichtenagentur dpa   hält nicht viel von dieser Web-2.0-Strategie und distanziert sich klar von der Strategie: "Die DPA ist Nachrichten-Großhändler und betreibt kein Endkundengeschäft", erklärt Unternehmenssprecher Justus Demmer .
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