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Von welchen Web-2.0-Strategien sich BILD Erfolg verspricht

27.03.2008 Auch Bild & Co. nutzen den Web-2.0-Boom, um ihr Online-Geschäft anzukurbeln. Doch eine einheitliche Web-2.0-Strategie ist nicht auszumachen.

Das Magazin Auto Bild   will das zur IAA   gestartete Online-Format autobild.tv   verstärkt in seinem Online-Auftritt einbinden. Doch wo Auto Bild nach vorne stürmt, rudert Bild.de   zurück. Die Frauenzeitschrift Bild der Frau   ist in Sachen Community absoluter Spitzenreiter und kann als Vorbild auch für andere Special-Interest-Publikationen gelten. Dagegen setzt die Computerbild   von allen BILD-Titeln am wenigsten auf das Web 2.0.

Die Ziele für das Auto-Magazin aus dem Hause Axel Springer   sind hoch gesteckt: "Wir wollen alle rund 500 Autos, die von Auto Bild in jedem Jahr getestet werden, auf autobild.tv zeigen", legt TV-Leiter Jörg Schlockermann die Messlatte an. Zusätzlich sind ein regelmäßiger Videopodcast und Video-Kanäle für alle Auto Bild-Ableger, wie 'Motorsport', 'Klassik' oder 'Allrad', geplant.

Zudem soll das Video-Angebot um mehr nutzergenerierte Inhalte ausgebaut werden. Zukünftig können Nutzer eigene Video-Autotests in das Portal einspeisen. Bisher können sich die Leser auf Auto Bild über Autoblogger.de   und ein Forum aktiv auf der Seite einbringen. Derzeit verzeichnet autobild.tv laut eigenen Angaben über 400.000 Videoabrufe pro Woche.

Die BILD-Zeitung setzt vor allem auf News-bezogene Web 2.0-Angebote  . Neben Internet-Radio und Podcasts bietet das Portal seinen Lesern Messanger, Twitter und New-Streams (sowohl Text als auch Video) an. Hinzu kommt ein Video-Portal  , das Bewegtbildmaterial von Drittanbietern wie Reuters   und anderen Content-Lieferanten versendet. Das Video-Angebot ist vergleichbar mit dem des Spiegels  . Das ambitionierte Boulevard-Magazin Bild Live ist jedoch vorerst gestoppt. Offiziell wird das Format "optimiert", erklärte das Unternehmen gegenüber der Presse. Zum Start im November wurde die Online-TV-Sendung mit Klatsch und Tratsch aus der Promi-Welt zweimal täglich ausgestrahlt. Schon nach kurzer Zeit mussten sich die Nutzer mit einer Ausgabe pro Tag begnügen.

 (Bild: Axel Springer AG)
Bild: Axel Springer AG

Das Frauen-Magazin 'Bild der Frau' stellt seinen Nutzern gleich ein eigenes soziales Netzwerk zur Verfügung und addressiert mit dem Bild der Frau-Club   auf einen geschlossenen Nutzerkreis. Hier finden sich viele Funktionen, die es auch bei Facebook  , Myspace   oder StudiVZ   gibt. Nutzer können persönliche Profile anlegen, eigene Homepages anlegen, Chatten, Bloggen und neue Nutzer durch EMail-Empfehlung einladen, sowie eigene Fotos und Videos hochladen. Ergänzt wird das Web-2.0-Angebot um frei zugängliche Service-Videos aus den Bereichen Fitness, Haushalt oder Wellness.

Bei der Computerbild sind entsprechende Angebote kaum vorhanden. Die einzigen nutzergetriebenen Angebote sind ein Foto-Wettbewerb und ein Forum. Ansonsten können sich die Nutzer Test- und Produktvideos anschauen.

Zusammengenommen scheint es für die unterschiedlichen Bild-Titel keine einheitliche Strategie im Web 2.0 zu geben. Dies schließt auch den Einsatz von Bewegtbildern mit ein. Medien-Experte Peter Schwierz sieht darin aber noch kein Problem. "Die Experimentierphase ist einfach noch nicht abgeschlossen", schreibt er im Medienblog turi2  . Denn eines bleibt festzuhalten: Bis auf die Computerbild investieren alle Bild-Titel in Web 2.0 und Bewegtbild-Angebote.

Über die eigenen Titel hinaus investiert Axel Springer über seine hauseigene Beteiligungsgesellschaft AS Venture   auch in externe Web-Unternehmen wie das Affiliate Netzwerk Zanox  , das Stadt-Portal Hamburg.de   oder gemeinsam mit dem Quelle Versand in das Shopping-Portal MyBy  .

Dies entspricht auch dem Trend bei anderen großen deutschen Verlagen. Egal ob Handy-TV, Online-Communities oder ECommerce-Unternehmen: Die großen deutschen Verlagshäuser wie Holtzbrinck  , Burda   oder aktuell der Kölner Verlag DuMont Schauberg   beteiligen sich zunehmend an webzwonulligen Start-Ups. (iBusiness berichtet) . Erst vor wenigen Wochen startete der Spiegel gemeinsam mit dem Sportmagazin Kicker   einen TV-Sport-Kanal im Internet. Mehrmals täglich aktualisiert soll es thematisch vor allem um Fußball gehen. Aber auch über andere Sportarten wird in dem Newsformat berichtet. Eine viermal täglich ausgestrahlte Nachrichten-Sendung läuft bereits unter dem Titel 'Spiegel TV Online'. Durch den neuen Themenkanal Sport macht Spiegel-Online sein Web-TV-Angebot komplett. Aber nicht nur das: Zugleich ist Spiegel-Online in einem absoluten Massenmarkt präsent, was sich auf stark auf die Reichweite des Online-Angebotes auswirken soll (iBusiness berichtete).





Online-AngebotWeb 2.0-Features
Bild.de  Video-Channels (News, Boulevard, Sport, etc.), Leser-Reporter, Internet-Radio, Podcast, Messanger, Twitter, personalisierte Startseite, News-Widgets, RSS-Feed, Mobil-Version
Bildderfrau.de  Social Network (500.000 Mitglieder): eigene Homepage, Foren, Pinboard, User-Fotos und Videos, Blogs, Tagging, Video-Channels
Computerbild.de  Produkt- und Testvideos, Forum, Leserfoto-Wettbewerb, RSS-Feed
Autobild.de  Forum, Autoblogg.de, Autobild.tv, nutzergenerierte Videos, Videopodcast, Video-Channels, Community (Chat, Automobil-Marktplatz, User-Kommentare, Testberichte, Bewertungen von Artikeln, Nutzer-Beiträgen und Fahrzeugen)

Quelle: iBusiness

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