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Studie offenbart erhebliche Defizite bei Social-Media-Strategien
12.03.2012 Deutschlands Werbungtreibende agieren überwiegend unkoordiniert im Social Web. Die deutliche Mehrheit besitzt keine bereichsübergreifende Social-Media-Strategie. Zum größten Teil wissen Marketingentscheider noch nicht einmal, ob in ihrem Unternehmen eine solche Strategie überhaupt existiert. Zu diesem alarmierenden Ergebnis kommt eine neue Studie der Gesellschaft für Konsumforschung und der Full-Service-Agentur Webguerillas .
Auch gängige Tools wie Online Monitorings und Social-Media-Guidelines werden jeweils nur von rund der Hälfte der in Social Media aktiven Unternehmen genutzt, spezielle Blogger-Aktionen und interne Social-Media-Trainings noch nicht einmal von jedem dritten aus dieser Gruppe angeboten.
Marketing-Entscheider erkennen, aber handeln nicht
Die fehlende strategische Ausrichtung steht dabei in einem starken Widerspruch zu dem Potenzial, das Marketing-Entscheider der alternativen Werbung bescheinigen. Drei von vier Befragten (74,1 Prozent) messen beispielsweise Social Networks eine große beziehungsweise sehr große Bedeutung bei. 61,8 Prozent sagen dies über Video-Portale wie Youtube . Entsprechend wollen zwei Drittel (65,9 Prozent) der Unternehmen ihre Investments in alternative Werbung steigern beziehungsweise stark steigern. 73,7 Prozent rechnen für den Gesamtmarkt mit höheren Budgets. 13,7 Prozent planen dabei in nächster Zeit ihre Premiere in Word-of-Mouth-Marketing, 11,9 Prozent in Online-Games und jeweils 11,5 Prozent in Social-Media-Marketing beziehungsweise Blog-Marketing. Insgesamt wird in alternative Werbung dabei noch weit weniger Geld investiert als in die traditionelle klassische Werbung. Bei dreiviertel aller befragten Unternehmen liegen die Budgets für diese neuen Werbedisziplinen noch bei unter 15 Prozent.So erhoffen sich etwa 35,2 Prozent der befragten Marketing-Entscheider durch Social Media /Community Management die Ansprache neuer Zielgruppen, jeder vierte (23,6 Prozent) will damit seine Kontaktqualität erhöhen. Beim viralen Marketing liegen die Prozentsätze bei jeweils 34,1 Prozent.
Skepsis gegenüber klassischer Werbung wächst
Die insgesamt steigende Bedeutung der alternativen Werbung in der deutschen Wirtschaft geht einher mit einer zunehmenden Skepsis gegenüber der klassischen Werbung. Jeder dritte Befragte etwa meint, dass Werbung nur noch selten begeistere und kaum noch fasziniere. Jeder vierte (26,7 Prozent) sieht ein wesentliches Problem darin, dass Werbung nur noch als Störenfried in Erscheinung trete. Für 41,5 Prozent ist die Explosion an Werbeangeboten ein zentrales Hindernis.Überwiegend herrscht die Meinung vor, dass der Konsument anspruchsvoller geworden ist und mehr denn je mit origineller Kreation und guten Inhalten überzeugt werden muss. Einen wesentlichen Hebel sehen die Marketing-Entscheider auch hier bei der alternativen Werbung. Zentrale Bedeutung etwa habe es, wenn Verbraucher bei Kampagnen mitgestalten können (User Generated Content). Auf einer Skala von eins (sehr wichtig) bis sechs (völlig unwichtig) geben die Befragten hier im Durchschnitt die Note 2,7. Der Aspekt Weiterempfehlung als tragender Erfolgsfaktor von Online-Werbung wird sogar mit 2,2 bewertet. Die zunehmende Bedeutung des Konsumenten als aktiver Medien-Nutzer zeigt sich auch bei der Frage, ob Verbraucher eine Kampagne, einer Marken oder einem Unternehmen mehr Schaden zufügen können als etwa noch vor fünf Jahren. Eine solche Gefahr wird laut Studie als sehr hoch erachtet (2,2).
Der Anteil alternativer Werbung im Marketing-Mix, so macht die GfK-Studie deutlich, wird in nächster Zeit deutlich zunehmen. Jeder dritte Marketing-Entscheider, der bisher diese neuen Disziplinen der Kommunikation nicht einsetzt, entgegnet auf die Frage "Was hält Sie davon ab, Werbeformen wie Virales Marketing, Social Media Marketing und Guerilla Marketing zu nutzen?": Nichts. Dieses ist die häufigste Antwort, sie liegt deutlich vor "Fehlende Erfahrungswerte" (19,6 Prozent) und "Unzureichende Messbarkeit des Erfolgs" (15,9 Prozent).
