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Kaum Gehaltszuwächse trotz Fachkräftemangel
24.07.2009 Auch wenn Fachkräfte in der IT- und Internetwirtschaft nach wie vor rar sind, steigen deshalb nicht die Gehälter. Wieviel die begehrten Experten verdienen, hat eine aktuelle Studie ermittelt.
Die Gehälter werden 2010 zum Teil kräftig wachsen. Das liegt in erster Linie daran, dass die Interaktiv-Industrie sich von der IT-Industrie deutlich unterscheidet. So klagt Tim Böger , Geschäftsführer von PersonalMarkt : "Der Fachkräftemangel in der IT-Wirtschaft wirkt sich auf die Gehälter kaum aus", das Ergebnis einer IT-Gehaltsstudie seines auf Vergütungsthemen spezialisierten Beratungsunternehmens. Ein Plus von gerade einmal einem Prozent gegenüber dem Vorjahr konnte für die Gehälter von IT-Experten ermittelt. Viele Beschäftigte hätten keine oder nur geringe Gehaltserhöhungen erhalten, heißt es auch bei der IG Metall , die die ITK-Entgeltanalyse zur CeBIT im März 2009 vorgestellt hatte.
Nach Einschätzung der Gewerkschaft haben die meisten der im Schlussquartal 2008 untersuchten Jobgruppen nicht von der wirtschaftlich guten Lage der ITK-Branche im Vorjahr profitiert. In Unternehmen ohne Tarifbindung soll es zum Teil sogar seit Jahren keine Entgelterhöhungen gegeben haben. Variable Einkommensbestandteile gewinnen weiter an Bedeutung, sie sind aber auch für Rückgänge bei den IT-Gehältern verantwortlich. In der auf die IT-Industrie durchgeschlagenen Wirtschaftskrise Zuwächse trotz voller Auftragsbücher schrumpfen.
Die Internet-Unternehmen verdienen besser als vergleichbare IT-Unternehmen
Gehaltsunterschiede kommen nicht zuletzt durch den hohen Anteil variable Vergütungen zustande - denn der Branche geht es gut - und wird es 2010 sicher noch besser gehen. Rund 62 Prozent der Interaktiven haben im vergangenen Jahr einen variablen Anteil an ihrer Gesamtvergütung erhalten. Nur rund 38 Prozent wurden ausschließlich fix bezahlt, so der Gehalts und Karrierevergleich digitale Wirtschaft.. Variable Vergütungsmodelle sind dabei in Anwenderbranchen weiter verbreitet als in Dienstleistungsbranchen. Das gilt insbesondere für die kundenorientierten und die Managementfunktionen, die für variable Vergütungen prädestiniert sind.
Der variable Gehaltsanteil liegt bei zehn bis 20 Prozent von der Gesamtvergütung. Insgesamt verdienen Multimedia-Schaffende, die variabel bezahlt werden, deutlich besser als diejenigen, die ausschließlich eine fixe Vergütung erhalten. So verdienen beispielsweise Geschäftsführer mit variablem Vergütungsanteil knapp ein Drittel mehr als Kollegen ohne Variable.
Zusatzleistungen zum Gehalt sind in der digitalen Wirtschaft nicht sehr weit verbreitet. Bei Versorgungs- und Vermögensbildungsleistungen sowie betrieblicher Fortbildung sind die unteren Führungsebenen sogar bevorzugt. Firmenfahrzeuge sind selbst im oberen Management eher die Ausnahme: "Das Zeitalter des New-Economy-Hypes ist lange vorbei; Stock-Options und Unternehmensanteile haben Seltenheitswert", fassen die Studienautoren zusammen.
Mit Verknappung von Managern und Spezialisten der digitalen Wirtschaft verändert sich 2010 auch das Recruiting: Diese Zielgruppe braucht sich nicht unbedingt zu bewerben, sie wird angesprochen. Auffällig ist der hohe und mit der Führungsebene ansteigende Anteil der Ansprachen aus dem Netzwerk bzw. direkt durch den einstellenden Arbeitgeber. Die Branche ist offenbar gut vernetzt und kommunikativ: Man kennt sich und spricht miteinander - auch ein Kennzeichen einer jungen Branche. Erstaunlich ist allerdings, dass Social Networks wie Xing als Rekrutierungsweg eine untergeordnete Rolle spielen.
Mit Steigen der Umsätze wachsen auch die Gehälter
Was die Ausbildung betrifft, zieht sich ein Trend durchweg durch alle Tätigkeitsbereiche der Branche: Das Qualifikationsniveau ist hoch, drei Viertel aller Beschäftigten haben einen Hochschulabschluss. Eine gute Ausbildung ist für die Branche offenbar nicht Karrierefaktor, sondern eine Karrierevoraussetzung. Zudem herrscht in der Branche ein hoher Spezialisierungs- und Professionalisierungsgrad. Wer sich für eine technische Ausbildung entscheidet, kann sicher sein, später zu den Spitzenverdienern der digitalen Wirtschaft zu gehören, während die Designer das untere Ende der Skala bilden.
| Jahresgesamtgehalt nach Ausbildungsrichtung in Tausend Euro | |||
|---|---|---|---|
| Ausbildung | 25% | Arithmetisches Mittel | 75% |
| Kfm./BWL | 37,1 | 57,9 | 72,2 |
| IT/Math. | 36,3 | 53,2 | 66,8 |
| Technisch | 44,2 | 66,7 | 75,0 |
| Marketing | 34,8 | 49,9 | 61,1 |
| Design | 28,4 | 38,5 | 48,7 |
| Geisteswiss. | 33,4 | 48,3 | 60,2 |
Spezialisierung lohnt sich
Wesentlicher Einflussfaktor für die Einkommenshöhe ist 2010 weiterhin die Branche. So wird in den Anwenderbranchen besser gezahlt als in den Dienstleistungsbranchen. Wobei die gezahlten Einkommen bei Dienstleistern umso höher liegen, je spezialisierter die Dienstleistung ist. So verdient beispielsweise ein Agentur-Mitarbeiter ohne Führungsfunktion im Durchschnitt 34.000 Euro, während ein SEM/SEO-Experte in gleicher Position schon 42.000 Euro erhält.
Bei den deutschen Online-Vermarkter liegen die Gehälter allerdings auch 2010 deutlich über dem Durchschnitt. Danach bewegen sich die Gesamtgehälter mit durchschnittlich 126.000 Euro im Jahr generell auf sehr hohem Niveau. Auffällig ist dabei die hohe Spannbreite zwischen Sales Managern ohne Führungsverantwortung und oberstem Führungslevel: Sie liegt zwischen 40.000 und 350.000 Euro. Der variable Anteil liegt bei zirka 30 Prozent - er nimmt mit Höhe des Gesamtgehalts deutlich zu. Selbst Vertriebsmitarbeiter ohne Personalverantwortung verdienen im Schnitt noch 73.000 Euro, womit sie deutlich über dem Branchenvergleich liegen, wie eine Erhebung der Dwight Cribb Personalberatung feststellt.
Der 'Gehalts- und Karrierevergleich Digitale Wirtschaft 2010' für Fach- und Führungskräfte in Agenturen und Wirtschaft, Online-Marketing, Multimedia, E-Commerce und anderen Medien-Konvergenz-Märkten online erhältlich und kostet 39,80 Euro. iBusiness Premium Mitglieder erhalten ihn zum Vorzugspreis von 31,84 Euro.
Die Ergebnisse beruhen auf 749 detailliert ausgefüllten Fragebögen, die anonym von Mitarbeitern der digitalen Wirtschaft aus unterschiedlichen Funktionen und Branchen beantwortet wurden. Drei Viertel der Teilnehmer arbeiten in Anwendungsunternehmen, ein Viertel arbeitet in Dienstleistungsunternehmen. Die digitale Wirtschaft umfasst Unternehmen, die sich mit E-Commerce und Onlinemarketing beschäftigen. Das sind im engeren Sinne Dienstleistungsunternehmen wie Interaktiv- und Multimedia-Agenturen, Spezialisten wie SEM/SEO- oder Onlinemedia-Agenturen sowie technische Dienstleister. Ebenfalls fallen unter diesen Branchenbegriff auch die Anwender von E-Commerce und Onlinemarketing, die die genannten Dienstleister in Anspruch nehmen.
Wesentlicher Einflussfaktor für die Einkommenshöhe ist 2010 weiterhin die Branche. So wird in den Anwenderbranchen besser gezahlt als in den Dienstleistungsbranchen. Wobei die gezahlten Einkommen bei Dienstleistern umso höher liegen, je spezialisierter die Dienstleistung ist. So verdient beispielsweise ein Agentur-Mitarbeiter ohne Führungsfunktion im Durchschnitt 34.000 Euro, während ein SEM/SEO-Experte in gleicher Position schon 42.000 Euro erhält.
Bei den deutschen Online-Vermarkter liegen die Gehälter allerdings auch 2010 deutlich über dem Durchschnitt. Danach bewegen sich die Gesamtgehälter mit durchschnittlich 126.000 Euro im Jahr generell auf sehr hohem Niveau. Auffällig ist dabei die hohe Spannbreite zwischen Sales Managern ohne Führungsverantwortung und oberstem Führungslevel: Sie liegt zwischen 40.000 und 350.000 Euro. Der variable Anteil liegt bei zirka 30 Prozent - er nimmt mit Höhe des Gesamtgehalts deutlich zu. Selbst Vertriebsmitarbeiter ohne Personalverantwortung verdienen im Schnitt noch 73.000 Euro, womit sie deutlich über dem Branchenvergleich liegen, wie eine Erhebung der Dwight Cribb Personalberatung feststellt.
Der 'Gehalts- und Karrierevergleich Digitale Wirtschaft 2010' für Fach- und Führungskräfte in Agenturen und Wirtschaft, Online-Marketing, Multimedia, E-Commerce und anderen Medien-Konvergenz-Märkten online erhältlich und kostet 39,80 Euro. iBusiness Premium Mitglieder erhalten ihn zum Vorzugspreis von 31,84 Euro.
Die Ergebnisse beruhen auf 749 detailliert ausgefüllten Fragebögen, die anonym von Mitarbeitern der digitalen Wirtschaft aus unterschiedlichen Funktionen und Branchen beantwortet wurden. Drei Viertel der Teilnehmer arbeiten in Anwendungsunternehmen, ein Viertel arbeitet in Dienstleistungsunternehmen. Die digitale Wirtschaft umfasst Unternehmen, die sich mit E-Commerce und Onlinemarketing beschäftigen. Das sind im engeren Sinne Dienstleistungsunternehmen wie Interaktiv- und Multimedia-Agenturen, Spezialisten wie SEM/SEO- oder Onlinemedia-Agenturen sowie technische Dienstleister. Ebenfalls fallen unter diesen Branchenbegriff auch die Anwender von E-Commerce und Onlinemarketing, die die genannten Dienstleister in Anspruch nehmen.
