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Analyse: TV verliert in Deutschland deutlich an Bedeutung

von sr

17.01.2008 Der Siegeszug von Video-Hostern wie Youtube und Web-TV-Anbietern wie Ehrensenf macht deutschen TV-Sendern zunehmend zu schaffen, wie eine aktuelle Analyse verdeutlicht. Vor allem junge Nutzer verlieren immer häufiger das Interesse am linearen TV-Broadcasting.

 (Bild: Microsoft)
Bild: Microsoft
Durchschnittlich 208 Minuten am Tag haben die Deutschen im vergangenen Jahr TV geschaut. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Auswertung der Marktforscher Media Control  . Im Vorjahr waren es mit 212 Minuten täglich im Schnitt noch vier Minuten mehr. Erstmals seit dem Jahr 1999 ist der TV-Konsum der deutschen Gesamtbevölkerung damit im Jahresvergleich nicht mehr gestiegen.

Besonders Kinder zwischen drei und dreizehn Jahren schalten immer häufiger ab: Nur noch 87 Minuten pro Tag widmeten sie sich vergangenes Jahr der Glotze. Das sind drei Minuten weniger als 2006. Und: Im vergangenen Jahr maß Media Control in dieser Zielgruppe den geringste Wert überhaupt seit Beginn der Erhebung im Jahr 1992.

Den größten Rückgang bei der TV-Nutzung ist aber bei 14- bis 29-Jährigen zu verzeichnen: Hier sank die durchschnittliche TV-Sehdauer pro Tag von 140 auf 133 Minuten. Lediglich Erwachsene ab 65 Jahren schauten mit 285 Minuten genauso viel wie im Vorjahr. Von allen Zusehern verbringen sie mit Abstand die meiste Zeit mit dem Fernseher. Was zeigt, dass TV-Sender vor allem junge Zielgruppen an andere Medien verlieren: vorzugsweise an das Internet.

Deutsche TV-Sender geraten zunehmend in Bedrängnis. Bereits im Dezember 2007 zeigte eine Umfrage des Marktforschungsunternehmens Fittkau & Maaß  , dass für 61 Prozent der deutschsprachigen Online-Nutzer Fernsehen entbehrlicher als das Internet ist (iBusiness berichtete). Und nach einer Studie der European Interactive Advertising Association   (EIAA) nutzen bereits drei Viertel der 16- bis 24-jährigen Deutschen fünf bis sieben Tage die Woche das Internet. Das TV kommt dagegen nur bei zwei Drittel von ihnen regelmäßig zum Einsatz.
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