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Wo deutsche Onlineshops investieren
24.04.2019 Welche Schwerpunkte deutsche Shopbetreiber bei ihren Investitionsabsichten setzen, hat iBusiness ermittelt: Nicht nur ins Personal, Marketing und Kundenservice wird kräftig Kapital gesteckt- zwei Bereiche hat fast jeder Onlineshop im Visier.
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Zentrales Erhebungsergebnis ist, dass die Investitionsbereitschaft deutscher Onlinehändler nach wie vor hoch ist. Insgesamt liegt sie auf einem sehr hohen Niveau. So will jeder zweite befragte Onlineshop-Betreiber seine Investitionen anheben. Etwas weniger - 45 Prozent der ECommerce-treibenden Unternehmen - wollen in den kommenden Monaten ihre Investitionen auf dem gleichen Niveau wie im vergangenen Jahr belassen. Eine Minderheit von acht Prozent der Shopbetreiber rechnet für dieses Jahr mit rückläufigen Investitionen. Das ist allgemein ein gutes Signal, aber auch wenig verwunderlich in Anbetracht der aktuellen hoch-kompetitiven Situation im deutschen Onlinehandel.
Design, Prozesse, Infrastruktur: Das sind die Investitionsschwerpunkte
Die Ergebnisse der exklusiven Shop-Studie zeigen, mehr als neun von zehn der befragten deutschen Onlinehändler investieren ins Web-Frontend und Prozessoptimierung. Mit 26 Prozent hat gut ein Viertel Händler angegeben, für den Bereich Web-Frontend ( Relaunch, Design, Responsive Webdesign, Mobile) mindestens das gleiche Budget wie im Vorjahr bereitzustellen. Weitere 66 Prozent also zwei Drittel der Händler will zudem die Investitionen in diesem Segment aufstocken. Das Thema Web-Design in E-Commerce steht also nach wie vor absolut im Fokus der Shopbetreiber. Kein Wunder: In dem hart umkämpften ECommerce-Markt ist es gerade bei der Vielzahl an Onlineshops mehr als notwendig, den Kunden im Gedächtnis zu bleiben. Dabei kommt es nicht mehr nur darauf an, das beste Produkt oder den besten Kundenservice anzubieten, denn diese Leistungen sind häufig relativ austauschbar. Shopbetreiber müssen sich zusätzliche Differenzierungsmerkmale suchen, um erfolgreich zu sein. Besonders wichtig ist das Einkaufserlebnis in Form eines attraktiven Shopdesigns. Gutes Design erzeugt Aufmerksamkeit und macht den Shop für die Käufer deutlich besser wahrnehmbar. Dabei heißt gutes Shopdesign nicht nur schön aussehen, sondern den Shop durch klare Strukturen und Botschaften verständlich und funktionell zu machen. Das gilt vor allem in Hinblick auf den mobilen Shift. So ist Responsive Webdesign mittlerweile unerlässlich, aber hier scheinen eine Menge Onlineshops Nachholbedarf zu haben, ihre Seiten für mobile Endgeräte zu optimieren.Die eigenen Prozesse im Shop auf den Prüfstand stellen und optimieren, ist ebenfalls wichtiger Investitionsschwerpunkt im deutschen E-Commerce. Für den Bereich Prozessoptimierung werden 92 Prozent der Onlinehändler mindestens genauso viel Budget wie im Vorjahr zur Verfügung stellen. Knapp zwei Drittel (64 Prozent) dieser Shopbetreiber will hier die Investitionen erhöhen. Gerade im E-Commerce hängt der Erfolg oder Misserfolg eines Shops stark davon ab, ob er es schafft, seine Prozesse zu verbessern - beispielsweise Margen zu vergrößern, Zahlungsausfälle zu verhindern und das Ganze, ohne dass die Konversion einbricht. Das kann in kleinteiligen Balanceakten enden, die sich jedoch lohnen. Denn ineffiziente Prozesse sind die größten Renditekiller im eigenen Unternehmen. Erst das optimale Zusammenspiel aller Systeme und Prozesse macht ein Geschäftsmodell langfristig erfolgreich und erhöht den ROI.
Das Thema Kundenservice gehört seit Jahren zu den wichtigsten Trends im E-Commerce. Entsprechend steigen Investitionen in diesem Feld. Der Wettbewerb im E-Commerce verschärft sich und findet mittlerweile auf allen Handelskanälen statt. Ein ganz großer Trend im E-Commerce ist aktuell das Thema Echtzeit-Kundenservice. Der Service, den Kunden vor Ort im stationären Handel bekommen, soll in den digitalen Raum einziehen. Kundenfragen sofort zu beantworten ist einer der letzten Vorteile, den der Präsenzhandel noch hat - Shops greifen jetzt hier an.
Investitionen ins Sortiment kommen wenig überraschend. Die Austauschbarkeit des Sortiments ist in vielen Fällen das Problem für die Markenbildung von Shopbetreibern. Denn langfristig werden sich nur die ECommerce-Konzepte durchsetzen, die ihre Kernkompetenzen optimieren. Bei den Pure Playern werden dies neben Amazon einige wenige Category-Spezialisten sein. Denn in der Nische liegt die Zukunft. Onlineshops, die es schaffen, ihr Sortiment in einem spitzen Bereich in die Tiefe auszubauen, brauchen die Konkurrenz von Amazon nicht zu befürchten. Diese Händler müssen das Versprechen 'Bei mir bekommst du in diesem speziellen Bereich wirklich alles' einhalten. Zum Beispiel alles rund um Türklinken. Ein hoch spezialisierter Shop kann ungeachtet des Online-Preisdrucks attraktive Renditen erwirtschaften.
Die Studien-Ergebnisse zeigen außerdem, dass im Marketing ein weiterer Investitionsschwerpunkt der deutschen Onlinehändler liegt. So ist (Online-)Marketing ein entscheidender Faktor für den Erfolg des Onlineshops. Wer im E-Commerce präsent und erfolgreich sein will, braucht eine wirksame (Online-)Werbestrategie. 90 Prozent der befragten Händler haben angegeben, dass sie ins Marketing investieren. 48 Prozent und damit fast jeder zweite Shop willl die Investitionen im Vergleich zum Vorjahr in diesem Segment aufstocken. Immerhin zehn Prozent der Befragten haben den Bereich nicht auf der Agenda. Gut sechs von zehn ECommerce-Unternehmen (62 Prozent) setzen parallel auf Print-Werbung. Wobei 34 Prozent das gleiche Budget wie im Vorjahr aufwenden, während 23 Prozent ihr Budget einstreichen. TV-Werbung ist kaum Investitionsthema; gerade einmal 16 Prozent machen Gelder locker.
Einen detaillierten Einblick in den Marketing-Werkzeugkasten deutscher Onlineshops und welche Marketingkanäle aktuell am stärksten eingesetzt werden, zeigt die Analyse der Studie So sieht das Marketing deutscher Shops aus
Auch die Investitionen in Personal bleiben ein wichtiger Investitionsposten. Das liegt auf der Hand und ist folgerichtig, da im Rahmen der fortschreitenden Digitalisierung die Suche nach Fachkräften zunimmt. Im Zuge dessen hat der Onlinehandel einen enormen Bedarf an qualifizierten Arbeitskräften entwickelt. Diese sind für deutsche Unternehmen nur schwer zu finden - der Bedarf steigt von Jahr zu Jahr. Der Bedarf kann bereits heute kaum gedeckt werden:
