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Second-Life-Klon: Secret City will mit Reizwäsche für Avatare punkten
27.07.2007 Second Life bekommt zunehmend Konkurrenz aus deutschen Landen. Nach Twinity ist jetzt mit Secret City bereits der zweite heimische SL-Klon in der Beta-Version gestartet. Bei Letzterem können zahlende Premium-Mitglieder übrigens ihre Avatare individuell mit Unterwäsche ausstatten.
"Second Life hat als First-Mover Türen geöffnet", erklärt Coolspot-Vorstand Roland Bongartz gegenüber iBusiness. "Allerdings spricht dort nur jeder zehnte Avatar auch die Sprache, die man selbst spricht." In der deutschen VR-Welt Secret City dagegen benötigen die Nutzer keine Fremdsprachenkenntnisse. Über dieses Alleinstellungsmerkmal will Bongartz Nutzer gewinnen.
Wie auch bei Second Life gibt es bei Secret City eine kostenloses Basis-Mitgliedschaft. Wer dagegen beispielsweise seinem Avatar Unterwäsche anziehen und Zugang will zu "erotischen Begegnungen mit anderen Avataren sowie Bereichen der Erwachsenen-Unterhaltung, der nur Volljährigen zur Verfügung steht", muss dafür VIP-Mitglied werden und 20 Euro Gebühr im Monat entrichten. In das Erwachsenensegment scheint aber das ganze Angebot zu zielen. Secret City ist "Ein spannendes Abenteuer voller Vergnügen, leidenschaft und Verführungen", so der zentrale Claim.
Auch für traditionelle Online-Shops soll die interessant werden. Shopbetreiber können beispielsweise eine Lounge einrichten und dort Avatare über ihre Produkte diskutieren lassen. Wenn dann einer dieser Avatare eine kostenpflichtige VIP-Mitgliedschaft bucht, erhält der Shopbetreiber als eine Art Provision immer die Hälfte des monatlichen Mitgliedsbeitrags. Per Affiliate-Modell sollen auch virtuelle Plakatflächen vermarktet werden.
Den Vorwurf, lediglich ein Plagiat von Second Life anzubieten, will sich Coolspot-Vorstand Bongartz übrigens nicht gefallen lassen: "Die Optik von Häusern kann man nun mal nicht neu erfinden." Secret City biete aber bei der Usability weit mehr als Second Life. So wirken Bongartz zufolge die Bewegungsabläufe der Avatare viel realistischer.
Secret City ist derzeit als Beta-Version online. Die für die VR-Welt erforderliche Software steht zum kostenlosen Download bereit. Im kommenden Jahr will Coolspot rund 1,5 Millionen deutschsprachige Mitglieder haben, davon rund zehn Prozent zahlende VIP-Members.
Diese Woche hatte bereits das Berliner Startup Metaversum die erste Beta-Version seines Second-Life-Klons Twinity präsentiert.
Neues gibt es übrigens auch von Second Life selbst zu vermelden. Betreiber LindenLab hat in seinem Blog eine neue Richtlinie vorgestellt, nach der ab sofort Glücksspiel in der virtuellen Welt verboten ist. Das Unternehmen begründet diese Maßnahme damit, dass sich LindenLab an die in den USA geltenden Gesetz über Glücksspiel halten müsse. Interessant bleibt, wie die Nutzer dieses Verbot aufnehmen. Haben doch viele SL-Bewohner ihr hart verdienten Linden-Dollars gerne wieder beim Glücksspiel verzockt.
