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Shopsystem-Auswahl für kleine Shops: Größer ist NICHT besser
25.08.2014 Entscheidend ist nicht die Größe, sondern was man damit macht. Das gilt im übrigen auch für ECommerce-Lösungen. Unsere Checkliste hilft Shopbetreibern, die richtige ECommerce-Software auszuwählen.
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Ein Gedanke sollte dabei vor allem im Vordergrund stehen: Das System muss es den Shopbetreibern erlauben, sich ganz auf den wirtschaftlichen Aspekt ihres Shops konzentrieren zu können. Technische Aufgaben, wie etwa laufende Updates oder Hostingfragen, werden im Idealfall vom Softwareanbieter übernommen, so dass sich der Händler um diese Fragen nicht kümmern muss. Darüber hinaus sollte das Shopsystem der Wahl auf jeden Fall folgende Features bieten:
- Einfache Einrichtung:
Mehrere Wochen oder gar Monate wurde an der Geschäftsidee gefeilt. Dann auch noch lange an der technischen Erstellung des Shops herumbasteln? An diesem Punkt ist es hilfreich, wenn die Software einen Einrichtungsassistenten beinhaltet. Dieser führt den Händler durch die ersten Schritte mit seinem Shop. Außerdem werden ihm verschiedene Designvarianten gezeigt, die sich an aktuellen Trends im E-Commerce orientieren. Technische Vorkenntnisse sind dabei nicht erforderlich.
- Rechtskonformität:
Für große Onlineshops ist eine Abmahnung ärgerlich. Für kleine Händler kann sie schnell das Aus bedeuten, wenn nicht gar Schlimmeres. Die juristischen Rahmenbedingungen und Anforderungen im E-Commerce ändern sich schnell. Um nicht in die Abmahnfalle zu tappen, muss der Shop daher stets auf der Höhe der Zeit sein. Ein schwieriges und zeitraubendes Unterfangen für Händler. Sie sollten daher direkt einen Anbieter wählen, der nicht nur zum Zeitpunkt der Shoperöffnung rechtssicher ist, sondern stets auch schnell und verlässlich auf die aktuelle Rechtsprechung reagiert und ihren Shop entsprechend automatisch anpasst. Hilfreich ist es auch, wenn das System mit Anbietern von rechtssicheren Vorlagen, wie beispielsweise für das Impressum, kooperiert.
- Optimierung für mobile Endgeräte:
Mobiles Shopping wächst rasant. Während 2011 nur jeder neunte Deutsche via Smartphone oder Tablet eingekauft hat, war es 2013 laut der Multichannel-Studie von PwC bereits jeder vierte. Es ist kaum zu erwarten, dass dieser Wert wieder zurückgehen wird - vielmehr wird das Gegenteil der Fall sein. Wer jetzt noch ein Shopsystem nutzt, das keine mobiloptimierten Seiten anbietet, sollte schleunigst wechseln.
- Namhafte Technologiepartner:
Einen Onlineshop zu betreiben, bedeutet mehr, als nur Waren zum Verkauf anzubieten. Dahinter steht ein umfangreiches Geflecht aus beispielsweise Zahlungsabwicklung, Versand und Marktplatzanbindungen. Onlinehändler, deren Shopsystem mit namhaften Partnern (z.B. PayPal, DHL, Amazon oder eBay) aus diesen Bereichen zusammenarbeitet, sind aus zwei Gründen klar im Vorteil:
Zum einen gewährleisten die großen Partner eine reibungslose Abwicklung. Zum anderen wecken die bekannten Namen Vertrauen beim Kunden, so dass er eher geneigt ist, einen Kauf abzuschließen.
- Effiziente Produktsuche:
Bietet ein Onlinehändler nur wenige Produkte an, ist eine komplexe Produktsuche nicht erforderlich. Der Kunde findet meist problemlos, was er sucht. Bei steigendem Produktangebot kann sich dies jedoch schnell ändern. Händler sollten dann überprüfen, wie gut die Suchfunktion des Shopsystems ist. Stehen dem Kunden im Rahmen der Suche Filter zur Verfügung, mit denen er die Suchergebnisse eingrenzen kann? Dieses Feature ist selbst bei einigen der großen Onlineshops noch eine Schwachstelle. Eine gut funktionierende Suche im eigenen Shop kann daher einen entscheidenden Vorteil darstellen - auch weil das Benutzen der Suche meist die erste Aktion eines Shopbesuchers ist.
- SEO:
Kleinen Shops steht selten ein großes Budget für AdWords-Kampagnen zur Verfügung. Damit der Shop dennoch von potenziellen Kunden gefunden werden kann, muss die Suchmaschinenoptimierung funktionieren. Viele Shopsysteme bieten ein integriertes SEO-Kit an, mit dem der Händler seinen Shop suchmaschinenfreundlich gestalten und so einen stetigen Zufluss an neuen Kunden garantieren kann. Vor allem Nischenshops können von guter SEO enorm profitieren, da die Konkurrenz oft überschaubar ist. Aber:
Das SEO-Kit ist nur ein Werkzeug, das vom Händler richtig genutzt werden muss. SEO ist ein stetiger Prozess und mit viel eigener Arbeit verbunden.
- Einfache Trust-Zertifizierung:
Trustsiegel wie das von Trusted Shops können laut einer Studie von Explido die Conversion Rate eines Shops um bis zu zehn Prozent steigern, den Gesamtumsatz sogar um 17 Prozent.. Wenn ein Shopsystem mit einem Gütesiegelanbieter kooperiert, ist das Grundgerüst des Shops bereits nach den Zertifizierungsvorgaben gestaltet. Der Händler muss den Shop also nicht aufwendig optimieren und kann von den Vorteilen eines Gütesiegels profitieren.
- Produktvarianten:
Für viele Branchen ist es besonders wichtig, verschiedene Varianten eines Produkts einstellen und verkaufen zu können. Dazu gehören zum Beispiel T-Shirts in verschiedenen Farben und Größen. Ein Shopsystem, das Variationsprodukte anbietet, nützt Händler und Kunde gleichermaßen:
Der Shopbetreiber muss nicht jede T-Shirt-Farbe einzeln einstellen und der Kunde freut sich über eine vereinfachte Navigation, da er mit nur einem Klick vom roten zum schwarzen T-Shirt wechseln kann.
- Datenschutz:
Nicht erst seit den Enthüllungen von Edward Snowden steht das Thema Datenschutz im Fokus der Öffentlichkeit. Deshalb sollte die Wahl unbedingt entweder auf ein Shopsystem mit Sitz in der EU fallen oder auf eines, dass sich den europäischen Datenschutzrichtlinien anpasst.
| Mehr zum Thema Nischen-Shops: Das iBusiness-Dossier 3/2014 |
|---|
| Dieser Beitrag ist eine Vorveröffentlichung aus dem iBusiness Dossier 3/2014 'Longtail, Nischen, Spezialisten', das weitere Informationen zum Thema bieten wird. Wer dieses Dossier kostenlos online anfordert, der bekommt es nach Erscheinen automatisch ohne Extrakosten per Post zugeschickt. |
- Skalierbarkeit:
Jeder Händler fängt klein an. Stellt sich jedoch der Erfolg ein, ist es oft sinnvoll, die Produktpalette zu erweitern und den Shop zu optimieren.
Einige Shopsysteme bieten allerdings nur begrenzte Erweiterungsmöglichkeiten an. Wenn diese ab einem bestimmten Zeitpunkt nicht mehr ausreichen, muss der Händler mit seinem Shop zu einem anderen Anbieter umziehen. Das ist mühsam, teuer und zwangsläufig mit einer Ausfallzeit verbunden. Besser ist es daher, gleich zu Beginn einen Anbieter zu wählen, der genügend Raum für Wachstum lässt. Auch eine Anbindung an eine Warenwirtschaft (ERP-System), die beispielsweise automatisch Rechnungen erstellt, kann sich bei wachsendem Bestellvolumen als praktisch erweisen. Wenn über mehrere Kanäle verkauft wird (Ladengeschäft, Katalog, Online), ist ein solches System sogar unerlässlich, um den Warenbestand synchronisiert abbilden zu können.
- Internationalität:
Der Onlinehandel wird zunehmend internationaler. Auch für Betreiber von kleinen Shops kann es sinnvoll werden, über eine Ausweitung ins Ausland nachzudenken. Dafür müssen allerdings der Shop in verschiedene Sprachen übersetzt und gegebenenfalls auch fremde Währungen integriert werden. Mehrere moderne Shopsysteme helfen bei der Internationalisierung. Ein solcher Service sollte im Falle der Expansion unbedingt genutzt werden.
Funktionen statt Größe
Aktuelle Buzzwords im E-Commerce haben gewiss ihre Anziehungskraft und können auch kleine Shopbetreiber schnell dazu verführen, ein überdimensioniertes Shop-Paket zu kaufen. Die großen ECommerce-Lösungen zielen aber auch auf große Händler ab. Die Kosten dafür sind für Shops mit niedrigem Bestellvolumen viel zu hoch und die meisten Features werden ohnehin nicht benötigt. Viel wichtiger ist es, sich auf die Funktionen zu konzentrieren, die essenziell sind und in keinem Shop, egal welcher Größe, fehlen dürfen. Die Entscheidung über Erfolg oder Misserfolg fällt oft schon bei der Wahl des Shopsystems. Sie sollte daher sorgfältig getroffen werden.iBusiness-Autor Wilfried Beeck ist CEO von Shophoster Epages GmbH .
Am: 25.08.2014
Zu: Shopsystem-Auswahl für kleine Shops: Größer ist NICHT besser
Am: 25.08.2014
Vergleichen unerlässlich. Shopsystem Markt-Übersicht das A & O!
Hier liegt jedoch schon eines der größten Probleme:
Kein E-Commerce Projekt ist wie das andere!
Fragen nach den benötigten Funktionen und Schnittstellen, ebenso der Erweiterbarkeit und Internationalisierbarkeit des geplanten neuen oder erweiterten Shops führen zu stets unterschiedlichen Anforderungen an die Shopsoftware!
Man muss sich darüber im klaren sein, dass weit über 800 Shopkriterien zur genauen Definition eines Shopsystems existieren!
Daher ist meiner Erfahrung nach ein effizienter "Shopsystem-Vergleich" der durch entsprechende Filterung das Finden der zum eigenen Projekt passenden Shopsoftware ermöglicht, unerlässlich. Allgemeine Aussagen haben, da die Ausgangssituationen (Start-up, Nischenshop, Onlineshop zum existierenden stationären Ladengeschäft, Relaunch des zu klein gewordenen Shops, etc.) äußerst unterschiedliche Shopsystem-Bedarfe auslösen.

