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Kunden halten, Kohle sichern - wie Interaktiv-Geschäftsführer in der Krise agieren
22.10.2008 Agenturchefs wollen auf ihre Stammkundschaft setzen, um die Krise zu meistern, wie ein aktuelle iBusiness-Umfrage zeigt. Qualität ist in der Krise gefragt, meint auch der Mittelstands- und Web-Experte Paul Alpar, der weitere Tipps gibt.
So wollen sich die Geschäftsführer vor allem auf die Bestandskunden konzentrieren: Mehr als die Hälfte der Befragten möchte die bisherigen Kunden halten. An zweiter Stelle steht eine Absicherung der Finanzierung; gut 40 Prozent der Firmenchefs halten sie für wichtig. Für fast ein Drittel ist die Gewinnung von Neukunden ein gangbarer Weg. Interessanterweise will nur eine Minderheit den Rotstift ansetzen und Kosten sparen oder gar Mitarbeiter entlassen - eher noch sind die Geschäftsführer geneigt, neue Kräfte einzustellen.
Was die Inhaber und Geschäftsführer der Agenturen für richtig halten, ist ein gutes Rezept, meint auch Professor Dr. Paul Alpar , vom Institut für Wirtschaftsinformatik an der Uni Marburg und zudem Mitglied in der Forschungsstelle Mittelständische Wirtschaft . "Besonders kleinere Firmen sollten darauf achten, hohe Qualität zu liefern", sagt Alpar gegenüber iBusiness. "Im Gegensatz zu mancher großen Agentur, deren Leistungen primär wegen des Namens eingekauft werden, müssen die Mittelständler und Freelancer auf ihre Referenzen verweisen", so Alpar. Deshalb sei es klug, nur im Notfall auf Personal zu verzichten.
Andere Maßnahmen - die die Branche selbst erkannt hat - hält der Web- und Mittelstandsexperte für wichtiger. "Den Kontakt zu den bestehenden Kunden zu halten und ihn zu pflegen ist aus diesem Grund sehr wichtig." Im Gegensatz zu großen Dienstleistern würden die kleineren Firmen derzeit kaum selbst die Auswirkungen der Finanzkrise zu spüren bekommen. Allerdings würde dieser Effekt mit Zeitverzögerung eintreffen. Somit sei eine Vorbereitung darauf eine gute Investition in die Zukunft. Alpar rät zudem, bei den Hypethemen vorsichtig zu sein. "Auf Kundenseite stehen die Marketingabteilungen intern unter Druck. Im Gegensatz zu Budgets für SEM etwa haben es die Marketer der Werbungtreibenden derzeit schwer, mit Videowerbung und Brandingkampagnen fürs Web große Etats genehmigt zu bekommen", warnt er abschließend.
