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Umfrage: Finanzkrise hat nur wenig Einfluß auf Online-Werbewirtschaft
10.10.2008 Wie ist die Stimmung bei den Etathaltern in der onlinewerbetreibenden Industrie? iBusiness hat stichprobenartig fünf online-affine Branchen zur Entwicklung ihrer Onlinewerbeetats in den nächsten Monaten befragt. Dabei wurde deutlich, wer zu den Gewinnern und wer zu den Verlierern in der deutschen Onlinewerbung gehören wird.
Interessanterweise sehen sich vor allem Unternehmen aus den Bereichen E-Commerce und Internet in der Lage, klare Aussage zur Entwicklung ihrer Etats zu machen. Und der Tenor der Unternehmen ist eindeutig: Nach dem jetzigen Stand der Planungen werden die Online-Etats auch in den nächsten Monaten nicht heruntergefahren werden. Der Trend zur erfolgsabhängigen Onlinemarketing-Strategien wird aber wohl unter dem Schatten der Krise zunehmen.
"Die Krise hat für uns eine noch stärkere Fokussierung auf Performance Marketing zur Folge. Das heißt wir werden unsere Budgets noch stärker auf CPX-Kampagnen ausrichten", erklärt Filip Grizelj Director Online Marketing in der Scout24-Gruppe . Er geht davon aus, dass ein ähnlicher Effekt sich auch am Markt durchsetzten werde. "Marketingbudgets wandeln sich verstärkt zu Vertriebsbudgets. Dies könnte sogar einen paradoxen Effekt auslösen, dass Performance-Marketing-Kanäle, wie zum Beispiel Google, sich in der Krise verteuern werden", skizziert er im Gespräch mit iBusiness die künftige Entwicklung.
Auch beim Internet-Provider 1&1 sehen die Verantwortlichen "noch keine Auswirkungen der Finanzkrise". Denn auch bei 1&1 werde der Großteil der Online-Werbung immer erfolgsbasiert gebucht. Unternehmenssprecher Andreas Maurer sieht für sein Unternehmen sogar durchaus Vorteile, wenn sich andere Marktteilnehmer aus diesem Segment zurückziehen. "Sollten die Werbeaktivitäten allgemein stärker zurückgehen, würden wir davon vermutlich profitieren. Denn so kämen wir günstig an frei gewordene Werbeflächen", erklärt Maurer gegenüber iBusiness.
Das gleich Bild zeichnet sich beim Business-Netzwerk Xing , dessen Onlinewerbemaßnahmen "bis zum Jahresende durchgeplant" sind lässt Unternehmenssprecher Thorsten Vespermann iBusiness wissen. Das anhaltende Unternehmenswachstum zwinge das Netzwerk gleichsam dazu auch "in Zukunft in Marketing investieren, um das bereits sehr starke virale Mitgliederwachstum mit zusätzlichen Kampagnen und anderen Maßnahmen zu forcieren."
Ähnlich unbeschwert gehen auch die Onlinehändler mit ihren Werbeetats ins nächste Jahr. Gegenüber iBusiness erklärte Jens Kreklau , Leiter Marketing beim Outdoorversender Globetrotter lässig: "Die Online-Etats werden wie geplant vergeben. Es sind keine hektischen Veränderungen zu erwarten".
Dieselben Töne lassen sich sowohl vom Live-Shopping-Anbieter Guut.de als auch von Neckermann.de hören. "Bei uns wird sich die Finanzkrise mit ziemlicher Sicherheit nicht auf die Etats, die im nächsten Jahr vergeben werden, auswirken", macht Peter Posztos von Guut.de deutlich. Auch Neckermann-Unternehmenssprecher Florian Moser erklärte im Gespräch mit iBusiness, für die Onlineetats bei Neckermann würden wie geplant abgerufen werden. Zumal können es sich ein Händler unmittelbar vor dem Weihnachtsgeschäft auch gar nicht leisten, seine Werbebudgets massiv herunterzufahren, fügt er an.
