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Wieso sich Firmen 2020 mit E-Learning befassen müssen
05.02.2020 Die Lernmesse Learntec zeigt, wie wichtig E-Learning für die Digitalbranche wird: Mit ihm meistern Agenturen und Marken die Digitale Transformation und bekommen neue Technologien schneller als die Konkurrenz in den Griff. Die wichtigsten Trends einer boomenden Branche.
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Treiber hinter den Besucherströmen sind wohl vor allem zwei Faktoren: Zum einen der Digitalpakt Schule , bei dem das Bundesministerium für Bildung und Forschung fünf Milliarden Euro für die Digitalisierung der Schulen bereitstellte, die aber keiner so richtig haben will, weil die große Planlosigkeit herrscht, was man damit anfangen soll und was man der Behörde dafür nachweisen muss - das zeigt sich etwa daran, dass in NRW bislang gerade mal eine dreiviertel Million abgerufen wurde: "Es ist aufwändig: Schulen müssen ein Medienkonzept entwickeln und vorlegen - aber welcher Rektor hat schon gelernt, wie man das macht?", sagt Dr. Lutz Goertz, Leiter Bildungsforschung am mmb Institut - Gesellschaft für Medien- und Kompetenzforschung mbH : "Der Nachweis der Strategie ist sinnvoll, aber man ist auf diese Anforderung nicht vorbereitet." Nun lockt die Learntec als Mekka der Information die Rektoren an, die sich Orientierung erhoffen.
Der andere Treiber ist die Digitale Transformation und der damit verbundene Bedarf nach Wissensmanagement - und die lässt es so richtig brummen, befindet ELearning-Expertin Thea Payome , Chefredakteurin und Herausgeberin von Checkpoint Elearning : "Das Thema Digitalisierung - und die beigeheftete Digitalpaktkonfusion - haben nun zu einem Ansturm geführt, der in den Hallen immensen Geräuschpegel verursachte - und die Infrastruktur an ihre Grenzen stoßen lässt."
Die Learntec war bisher so etwas wie ein Familientreffen der Branche - nun öffnet sie sich dem interessiert herbeiströmenden Mainstream. Das Familiengefühl ist dahin, aber traurig scheint dennoch keiner, dass E-Learning sich nun im Zentrum eines breiten Interesses befindet. Neben dieser Entwicklung werden besonders ein paar Trends, Produkte und Untrends auf der diesjährigen Learntec als herausragend im Gedächtnis bleiben.
Trend: Orientierung im kostenlosen Content-Web als Beratungsleistung
Lehrer finden im Web, vor allem mit Youtube, einen Gemischtwarenladen an Learning-Content vor - zum Teil von höchster Qualität. Doch wie findet man die für eine Schulklasse geeignete Video-Abhandlung mit didaktischem Anspruch über ein bestimmtes Thema unter den Tonnen von Bewegtbild-Stinkern von unbegabten Amateuren? Die gleiche Frage stellt sich für andere Nutzer: Betriebe beispielsweise. Es wird eine Beratungsleistung werden, Menschen Orientierung im Web des Lern-Contents zu geben: Welche Inhalte eignen sich, welche nicht - wie identifiziere ich geeignete Videos für den Unterricht und wie schließe ich zwielichtige Informationen aus? Das MMB beispielsweise hat für Videoplattformen, Blogs und Wikis einen Leitfaden erstellt, den Schulen nutzen können, um die richtigen, für den Schulunterricht geeigneten Inhalte herauszufinden.Trend: Orientierung im LMS-Markt als Leistung
Auch wenn die Masse der am Markt verfügbaren Lernmanagementsysteme kleiner ist als die Zahl der Videos auf Youtube, besitzt der LMS-Markt doch ein ähnlich verwirrendes Komplexitätslevel für den Nutzer: Das fängt bei den Funktionalitäten an und geht über das Pricing weiter: Muss man als Firma ein LMS nach Zahl der Lizenzen bezahlen oder nach der Zahl der gleichzeitigen Nutzer? Es gibt am Markt keine ultimative Übersicht - und das Komplexitätslevel von Lerntools wird künftig mit der Mainstream-Migration von E-Learning noch zunehmen. Der Bedarf nach Beratungsleistung steigt.
