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Schlauer als die Disruption: Die ELearning-Trends 2019
18.02.2019 US-Internetkonzerne beißen vom ELearning-Kuchen ab, deutsche Anbieter müssen eigene Assets ausspielen. Der Learning-Bedarf ist dank Digitaler Transformation groß - fünf Trends zeigen, wo künftig Märkte liegen und mit welchen Technologien sich Firmen disruptionssicher machen.
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Blended Learning, Webinare, virtuelles Coaching und andere Dauer-Trendthemen sind nun operatives Geschäft geworden. So ist etwa in 2019 auch der ewige Trend Mobile Learning zum Standard geworden. Keiner redet mehr darüber, dass er auf mobile umstellen möchte, allenfalls werden Verbesserungen der User Experience gesucht, Optimierungen für eine noch einfachere Bedienbarkeit der Lösungen. Web Based Training ist vor diesem Hintergrund eher auf dem absteigenden Ast. Mobiles Learning, so Payome, ist besonders stark bei Vertriebsthemen anzutreffen - oftmals stark unternehmensspezifisch aufgezogen, die Schnittmenge zwischen mobilem und Corporate Learning ist groß, seriengefertigte Lösungen (off-the-shelf) sind ebenso üblich wie maßgeschneiderte.
Der ELearning-Markt 2019 erfordert kreative Geschäftsmodelle und Angebote
Darüber hinaus haben sich Entwicklungen bestätigt, die iBusiness in vergangenen Analysen zu den Learning-Trends gemacht hat: Der Markt wird immer stärker von den großen Internetkonzernen mit bedient. So bietet etwa Youtube ein breites Angebot an Lehrvideos unterschiedlichster Qualität, das sich reger Nutzung erfreut, sagt Dr. Lutz Goertz, Leiter Bildungsforschung am mmb Institut - Gesellschaft für Medien- und Kompetenzforschung mbH . Aber es gibt auch kommerzielle Anbieter, die ganze Kurse und sogar 'Massive Open Online Courses' (MOOCs) vertreiben: "Zum Teil stecken große Firmen hinter den Inhalten. Und im Markt breitet sich auch Microsoft aus, das mit seinem Kauf von LinkedIn das Online-Schulungsportals 'LinkedIn Learning', früher Lynda , erwarb." Hier zeige sich beispielsweise, wie ein Internetkonzern mittels Zukauf einen Vorsprung gegenüber alteingesessenen Verlagen erhält: "Damit bekommt Microsoft ein Matching zwischen Zielgruppe und Angeboten hin, das ein Verlag mangels Inputdaten nicht kontern kann." Auch ein Apple macht sich zunehmend im Schulbereich breit. "So etwas darf man als Bildungsanbieter nicht kulturpessimistisch sehen", sagt Goertz. Es handle sich um Marktmechanismen, denen man mit neuen Geschäftsmodellen und Angeboten begegnen muss.
Vor diesem Hintergrund entwickeln manche Unternehmen neuartige Lernerfahrungen: WBS Training etwa entwickelt VR-Lernlösungen für Umschulungsinhalte. Dabei handelt es sich um klassische Desktop-VR, die ohne Brille auskommen: Der Lernende bekommt weniger Faktenwissen vorgesetzt, sondern betritt ein virtuelles Unternehmen, in dem er Aufgaben auf den Schreibtisch gelegt bekommt, die den Aufgaben im Berufsalltag entsprechen.
Geprüfte Inhalte: Asset mit dem Zwang zur Premium-Qualität
Auch der Performance Support (siehe iBusiness-Trend-Analyse von 2017) hat sich weiter durchgesetzt: Lerninhalte werden via Editor in die Systeme und Lösungen integriert, stolpert ein Angestellter bei Bedienung der Lösungen über ein Problem, kommt der Lerninhalt direkt zu ihm - beispielsweise mittels Mouseover. Lernen findet statt, wenn man das Wissen braucht, das Anhäufen von Lerninhalten auf Vorrat wird zunehmend obsolet - was sich auch in einer starken Nutzung von Youtube für spontane Kleinst-Lerneinheiten widerspiegele, so Goertz. In diesem Umfeld können sich kommerzielle Anbieter mittels geprüfter Inhalte von der großen Masse an Videos abheben. Allein bringt dies mittlerweile eine gewisse Investitionshöhe mit sich, da Nutzer eine hohe Qualität der Darstellung erwarten: "Die Anbieter müssen TV-Qualität bieten - inzwischen ist hier ein Arbeitsmarkt für Drehteams, Kamera- und Tonleute entstanden, die nun von der Nachfrage profitieren können", sagt Goertz.Dass sich die GAFA-Konzerne und auch die großen, aber nicht ganz großen Interaktivfirmen auf dem Learning-Markt tummeln, führt aber laut Thea Payome nicht zu ausgefahrenen Ellbogen: "Die Ellbogen sind wieder eingeklappt - der ELearning-Markt hat sich verbreitert, es ist so viel Platz, dass es aktuell keine Existenzsorgen wegen der Konkurrenz gibt."
In 2019 wird dieser Markt vor allem von fünf Trends bestimmt.
Trend eins: Dialogische AI
Lernbots sind das ELearning-Äquivalent zu Chatbots, sie fragen Wissen ab und begleiten den Lernenden. Künftig werden diese Lösungen intelligenter und dialogischer vorgehen. Man kann sich als Nutzer beispielsweise ein Lernziel setzen und eine Frist: "Heute abend möchte ich fünf neue chemische Stoffe kennen". Abends fragt der intelligente Lernbot dann nach und erkundet bei verfehltem Lernziel im Dialog mit dem Lernenden die Ursachen für das Scheitern. Solch dialogische KI war bereits einer der Trends in der iBusiness-Analyse zu KI-Trends von übermorgen, die das Marketing wirklich verändern.
