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VR, Prozessintegration, ROI: Das sind die wichtigsten sieben ELearning-Trends
20.01.2017 Lernen im Zeichen des ROI: E-Learning wird in den Unternehmen durchökonomisiert, verlässt Social und wandert in die Prozesse. Unterdessen stehen deutsche Schulen vor einem Urknall: Die Trends des ELearning-Jahres 2017 sind überwiegend organisatorisch. Mit einer Ausnahme.
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Doch die Learntec bemüht sich auch um neue Zielgruppen - vor allem die schulische, die seit 2015 erstmals auf der Sonderfläche School@learntec dezidiert angesprochen wird. Dieses Jahr nimmt das Engagement um diesen Bildungssektor noch zu - was damit zu tun haben wird, dass unlängst große Bewegung in den Markt gekommen ist: wegen der Ankündigung von Bundesbildungsministerin Johanna Wanka , in den nächsten Jahren fünf Milliarden Euro in die digitale Bildung zu stecken, wenn die Länder im Gegenzug mit Konzepten für das E-Learning aus dem Knick kommen. Ein Deal, "in dem Musik ist", wie ELearning-Expertin Thea Payome , Chefredakteurin und Herausgeberin von Checkpoint Elearning findet: "Weil wir eine Bildungsministerin haben, die weiß, was sie tut: Es gibt sinnvolle Kooperationen, es wird in die Weiterbildung von Lehrern investiert: Hier wird sich in den kommenden Jahren viel tun."
1. Virtual Reality löst Augmented Reality ab
Augmented Reality hat im Learning - anders als es seine Advokaten für Advertising oder Couponing erhofft haben - sinnvolle Anwendungsfelder gefunden: Etwa in der Ausbildung an komplexen Maschinen, die ein Lehrling zuvor noch nie bedient hat und die ihm dann von einer Augmented-Reality-App plastisch erklärt werden. Aktuell geht die Reise hier jedoch einen Schritt weiter in Richtung virtueller Welten: "Man kann etwa in virtuellen Hallen virtuelle Druckmaschinen bedienen - anschließend sieht man sich in der Aufzeichnung selbst zu, wie man als Avatar die Maschine zusammensetzt und analysiert Fehler", illustriert Dr. Lutz Goertz, Abteilungsleiter Bildungsforschung am mmb Institut - Gesellschaft für Medien- und Kompetenzforschung mbH , das Potenzial: "Das geht über Augmented Reality hinaus - bei der benötigt man immer noch die echte Maschine oder den echten Ort. Virtual Reality erlaubt Schulen den Zugriff auf Maschinen, die sie sich sonst schlicht nicht leisten können."Langfristig wohnt in virtuellen Welten also größeres Potenzial als in den lediglich digital gepimpten der AR. Dennoch bleibt das Lernen in VR eine Nische: Wir werden auf lange Jahre nicht in ein Klassenzimmer spazieren und alle Schüler mit VR-Helmen vorfinden.
2. Performance Support: Learning verlässt Social und geht in die Prozesse
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3. Durchökonomisierung und der Corporate-Learning-ROI
Die Prozessintegration des Lernens fördert einen weiteren Trend: "Je automatisierter die Prozesse, desto automatisierter sind die Hilfen.", sagt Thea Payome. "Damit erobern Beschleunigung, Ökonomie und die Frage nach dem Return-on-Invest zunehmend das berufliche Lernen. Es wird kleinteilig und zweckgebundener - es zielt innerhalb des Arbeitsprozesses nicht mehr auf den Erwerb komplexerer Fähigkeiten ab."4. Deutschlands Schulen als digitaler Flickenteppich
Der Status quo der deutschen Schullandschaft ist der eines digitalen Flickenteppichs: "Man findet durchaus Schulen, und die müssen nicht mal Medienschulen sein, an denen in jedem Raum ein Rechner steht, es gibt viele Schulen mit Interactive Whiteboards und WLAN", sagt Lutz Goertz: "Man ist aber weit entfernt vom einstmals geforderten, 'ein Rechnerplatz für jeweils zwei Schüler'. Und die Unterschiede sind je nach Schule enorm: Manche profilieren sich als 'Digitale Schule', andere setzen auf Sport oder andere Schwerpunkte."Somit bieten Deutschlands Schulen in 2017 kein einheitliches Bild in der Adaption digitaler Schulmittel.
5. Digitalität wird Mehrwert statt nur Analog-Substitut
Aktuell nutzen Schulen kaum das Potenzial aus, das in digitalen Technologien steckt: "Das PDF ersetzt das Handout, das Video auf Youtube den Film", sagt Goertz: "Es gibt auch didaktische Ansätze, die das Potenzial mehr ausnutzen: Gemeinsames Arbeiten an Dokumenten, das gemeinsame Erstellen eines Wikis oder Erklärfilms".
Mit der zunehmenden Verbreitung wird es auch einen kreativeren Umgang mit digitalen Technologien geben - darüber hinaus ist Weiterbildung der Lehrkräfte nötig.
6. Digitale Hausmeister
Digitales Lehren und Lernen scheitert manchmal an (scheinbar) banalen Problemen: Zwar kann jeder Lehrer einen Hausmeister rufen, wenn er in einem Klassenzimmer ein Fenster nicht geschlossen bekommt, aber bei Rechnerproblemen gibt es keinen oder keinen einheitlichen IT-Support: "Schulen benötigen externen Support, also Institutionen, die die aktuelle Software bereithalten", sagt Goertz. "Manche Kommunen haben so etwas wie den digitalen Hausmeister schon, andere nicht. Wenn, dann ist er für mehrere Schulen zuständig und oft ist er - wenn es ihn denn gibt - so überlastet, dass er manche Schulen nur selten besucht."Die Länder müssen das Ressourcenproblem des IT-Supports an Schulen lösen, soll dort die Zukunft beginnen.
7. Beratungsbedarf: Learning-Consultants
Mit der steigenden Bedeutung des E-Learnings auf allen Feldern steigt der Beratungsbedarf, Consulting wird bei potenziellen Kunden zur begehrten Dienstleistung: "Das Feld ist so breit und so groß geworden", sagt Thea Payome: "Firmen benötigen Hilfe dabei herauszufinden, mit welchen Mitteln man welche Ziele erreicht."
2016 war ein Jahr, in dem Weichen für das E-Learning gestellt wurden, 2017 wird einen spürbaren Erfolg auf dem Weg Richtung Alltag und Mainstream bringen, nicht zuletzt wegen bewilligter Mittel auf dem Schulsektor. Vor diesem Hintergrund bieten sich vier Szenarien für die längerfristige Zukunft von Learning in den kommenden Jahren und Jahrzehnten an.
Vier Szenarien für die Learning-Zukunft
Langsame Transformation
E-Learning transformiert langsam den Lernbetrieb, digitale Lernmittel mit digitalen Geschäftsmodellen lösen tradierte Lehrpläne und Institutionen auf. Bildung, Wissen und Lernen erreichen mehr Leute - ohne allerdings den Fortschritt zu beschleunigen, dafür wäre eine Verbreiterung von tiefgehendem Wissen nötig; doch das erreichen nach wie vor nur Eliten.
Nische
E-Learning findet auch längerfristig keinen Platz im Mainstream: Es findet nur in beruflichen und schulischen Kontexten statt und dort meistens auch in den tradierten, oftmals an analoge Mittel gebundenen Wegen. Diese Learning-Nischen gehören hauptsächlich den etablierten Anbietern
Dauerhafte Digitalresistenz
Trotz des Einsparpotenzials oder der Chancen neuer Learning-Technologien: Bürokratie und Ressentiments bremsen die Digitalisierung des Lernbetriebs. So können wir auch in 25 Jahren noch in ein Klassenzimmer spazieren, ohne verblüffend neuartige Zustände vorzufinden.
Die GAFA-Herrschaft
Google, Amazon, Facebook und Apple sind ernstzunehmende Konkurrenten für jeden, der mit Lerninhalten und -anwendungen sein Geld verdient. Besonders spannend für Nutzer ist ihre Arbeit an Agentenlösungen, die Nutzern so viel Stress abnehmen können, dass sie ihre Vorbehalte gegen das E-Learning überwinden.
