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Interaktiv-Trends 2019/2020 (15): Personalisierung im Handel
07.01.2019 Personalisierung und Individualisierung sind Erfolgsfaktoren im Onlinemarketing und der GAFA-Plattformen. Nun muss der Handel lernen, diese Konzepte ebenfalls für sich zu nutzen. Denn Marketing bestimmt zunehmend den Handel; Vertrieb und Kundenbindung verschmelzen.
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Die Entwicklung wird aus verschiedenen Richtungen befördert:
- Das Kundenwachstum im Onlinehandel ist in vielen Sortimenten bereits gesättigt. Mehr als 90 Prozent der Bevölkerung sind inzwischen online. Umsatzwachstum lässt sich daher am effektivsten (oder sogar ausschließlich) über Intensivierung der Kundenbindung erzielen.
- Die mächtigen Onlinedienste (Facebook , Google , Netflix , Spotify , Amazon , Apple etc.) machen längst vor, welche Macht von extrem stark auf den einzelnen Kunden zugeschnittenen Onlinediensten ausgeht.
- Verbesserungen in der Marketing-Automation, CRM-Strategien und dem Data-Management versetzen Händler inzwischen in die Lage, Daten gezielt aufzuarbeiten und Kunden-Insights gezielt zu nutzen. Während sie im Marketing allerdings oft bereits über leistungsstarke Werkzeuge verfügen, hinken ihre ECommerce-Plattformen häufig hinterher.
Schon aus diesem Grund bietet es sich an, die Marketing-Abteilung zu nutzen, um die Brücke für ein einheitliches Kundenerlebnis im Unternehmen zu bauen. Sie verfügt über alle Daten und die nötigen Erfahrungen. Daher wird sie genutzt, um auch auf der Verkaufsplattform die Kundenbeziehung voranzutreiben, hat Salesforce, Hersteller von Unternehmenssoftware in seinem State of Marketing Report 2018 festgestellt:
- 45 Prozent der mehr als 4.000 befragten Entscheider weltweit geben an, dass das Marketing Treiber der Kundenerlebnis-Initiativen in ihrem Unternehmen ist. Deutschland hängt dabei zurück: Hier liegt dieser Wert nur bei 36 Prozent.
- 87 Prozent der Marketing-Teams sagen, dass die Technik- und die Werbeabteilung bei diesen Vorhaben integriert arbeiten.
- 61 Prozent verwenden inzwischen auch die gleichen Ziele und Metriken, um ihre Arbeit zu vereinheitlichen.
Bedeutet umgekehrt: Derzeit arbeitet nur etwas mehr als die Hälfte der Marketing-Entscheider mit den Kollegen zusammen, teilt Daten oder verwendet die gleichen Metriken und hat noch deutlich Luft nach oben. Immerhin: Die Wachstumsdynamik ist beeindruckend. Der Anteil der Marketer, die mit dem Vertrieb ihre Kennzahlen teilen, hat sich seit dem Vorjahr um 87 Prozent erhöht.
Und die Entwicklung wird in den kommenden Monaten noch weiter an Fahrt aufnehmen. Deutlichste Anzeichen dafür sind, dass große Anbieter ihre Software umbauen. So hat sich Marketing-Anbieter Adobe etwa gerade erst den Shop-Hersteller Magento einverleibt und ist damit dem Beispiel von Salesforce (hat Demandware erworben) und SAP (Hybris) gefolgt.
Die Beispiele zeigen eine Entwicklung, auf die iBusiness schon vor Jahren hinwies: So wie eine zu Ende gedachte Marketingkampagne bis in den Verkaufsraum reicht - und idealerweise mit dem Abverkauf des Produkts endet -, so muss eine eine Marketing-Suite in den Onlineshop reichen. Mehr noch: Dieser ist nicht Endhaltestelle, sondern lediglich Zwischenstation in einer andauernden Kundenbeziehung und einem immer wiederkehrenden Marketing-Kreislauf.
