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Web 2.0: Deutsche Onlinehändler haben Angst vor ihren Kunden

24.03.2009 Dass Web 2.0 auch im E-Commerce funktioniert, zeigen zahlreiche Studien und Fallstudien. Wie innovationsfreudig deutsche Onlinehändler beim Einsatz von Communities, Blogs und News-Feeds sind, belegt nun eine Spezialauswertung der großen E-Commerce-Studie 'Internet im Handel 2008' des ECC.

Die Diskussion über Web-2.0-Anwendungen ist zwar auch bei kleineren Handelsunternehmen angekommen, die Umsetzung lässt jedoch noch auf sich warten. Dies zeigt eine Spezialauswertung der aktuellen Studie 'Internet im Handel 2008 - Status quo und Entwicklungen' des E-Commerce-Center Handel  , in der insgesamt 1.702 vorrangig mittelständische Handelsunternehmen zu ihrer Internetnutzung befragt wurden.

Zahlreiche Studien bescheinigen, dass sich durch den Einsatz von Web 2.0 in Onlineshops der Bekanntheitsgrad steigern lässt, dass sich die Kundenbindung erhöht und sich das Image verbessert. Trotzdem haben viele Onlinehändler Angst davor, ihre Kunden aktiv in ihr Geschäftsmodell einzubinden und halten sich daher bei der Einbindung von Web-2.0-Anwendungen in die eigene Website sehr zurück. Die Nutzungsraten von Einzel- und Großhändlern liegen im Durchschnitt sogar unter sechs Prozent. Interaktive Bewertungssysteme sind mit 9,4 Prozent dabei noch die am häufigsten eingesetzten Web-2.0-Anwendungen. Auf Platz zwei liegt die Einbindung von Tag-Wolken und News-Feeds. "Die niedrige Nutzungsintensität ist nicht zuletzt darauf zurückzuführen, dass 60,1 Prozent der befragten Händler mit der Verwendung von Web 2.0-Funktionalitäten schwer kalkulierbare Risiken verbinden", begründet Dr. Kai Hudetz stellvertretender Geschäftsführer des E-Commerce-Center Handel, diese Entwicklung. 83,8 Prozent der Handelsunternehmen befürchten "rechtliche Folgen"; den "Missbrauch durch Kunden" gaben über 80 Prozent der Befragten als Hinderungsgrund an.

Ein signifikanter Anteil der befragten Unternehmen plane nach eigenen Angaben zwar eine intensivere Einbindung von Web 2.0-Aktivitäten. Hudetz äußert sich jedoch skeptisch zum Vorhaben der KMUs: "Es muss berücksichtigt werden, dass die Einschätzungen der befragten Unternehmen in der Vergangenheit häufig zu optimistisch ausfielen". Der positive Einfluss von Web 2.0-Elementen auf den Geschäftserfolg sollte selbstredend sein; "Ein effizienter Einsatz von Web 2.0-Elementen ist jedoch sehr zeitintensiv und greift damit auf ein knappes Gut der KMUs zurück", so Aline Eckstein , wissenschaftliche Mitarbeiterin des ECC.

Zu einem ähnlichen Ergebnis kam auch Adobe Systems   in seiner jährlichen Rich-Media-Studie. Wie iBusiness berichtete, investieren Unternehmen hauptsächlich in den Ausbau neuer Rich-Media- und Verkaufsförderungs-Funktionen sowie in soziale Netzwerke und Mobil- und Personalisierungsfunktionen. Die Umfrage wurde weltweit in Zusammenarbeit mit führenden Unternehmen der Onlinemarketing-Branche, Fachverbänden und -zeitschriften durchgeführt. "Mehr als 90 Prozent der Befragungsteilnehmer planen Investitionen in neue Rich-Media- und soziale Netzwerktechnologien, um die sichtbare Präsenz ihrer Marken und Produkte im Internet sicherzustellen", fasst Doug Mack , Vice President of Consumer and Hosted Solutions bei Adobe, die Ergebnisse zusammen.
Thema: Web 2.0: Deutsche Onlinehändler haben Angst vor ihren Kunden

Kommentar von Olaf Groß

Web 2.0 im E-Commerce: Ist es Angst oder sind es doch Prioritäten?

Warum haben deutsche Onlinehändler Angst vor dem Web 2.0? Für viele Internetnutzer - vor allem die nachwachsende Generation - sind Wikis, Blogs und Bewertungssysteme doch alltägliche Werkzeuge. Aber vielleicht ist es gar keine Angst, sondern eine Frage der Prioritäten.

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 (Fotoatelier Koch)
Bild: Fotoatelier Koch
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Zu: Web 2.0: Deutsche Onlinehändler haben Angst vor ihren Kunden

Selten so eine dusselige Überschrift gelesen.
Der Onlinehändler, der Angst vor seinen Kunden hat, sollte den PC ausschalten und sich ins Bett legen. Hier geht es es wohl um völlig andere Ängste.
Ausserdem wundere ich mich manchmal über die Ergebnisse der Befragungen, die abweichend von dem sind, was in Kollgenkreisen gesagt wird und was auch im Netz sichtbar ist.
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