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Studie: Wie Social Tagging hauptsächlich genutzt wird
23.06.2008 Das freie Verschlagworten von Inhalten aller Art per Social Tagging erfreut sich im Web 2.0 zunehmender Beliebtheit. Für welche Zwecke Nutzer speziell das Social Tagging einsetzten, hat eine aktuelle Studie des Instituts für Wissensmedien herausgearbeitet.
Social Tagging wird hauptsächlich als Recherchemittel und personalisierbares Ablagesystem eingesetzt. Damit steht die Organisation des eigenen Wissens im Vordergrund. Die kommunikativen Qualitäten des Social Tagging "scheinen eher Zusatznutzen denn Selbstzweck zu sein", analysieren die Studienautoren das Nutzerverhalten. "Das persönliche Wissensmanagement überwiegt gegenüber dem Austausch von Inhalten", weiß Studienleiterin Stefanie Panke .
Vorreiter des Social Tagging sind der Social Bookmarking Dienst Del.icio.us und die Foto-Community Flickr . Seither bieten immer mehr webzwonullige Internetangebote ihren Nutzern Tagging an. So können beispielsweise im Business-Netzwerk Xing die Nutzerprofile und Nutzerrelationen mittels Tagging spezifiziert werden. Durch die Vergabe von Tags kann der Nutzer festlegen, ob es sich beispielsweise um Kollegen, Konferenzkontakte oder Freunde handelt. Ein weiterer Trend ist eine stärkere Integration von Desktop und Web-Technologien, wie es unter anderem das Google Desktop anbietet. Aber Tagging hat auch schon auf Betriebssystem-Ebene Einzug gehalten. Bei Microsoft Vista und OS X können Tags beispielsweise in der Adressverwaltungen und bei E-Mail-Clients verwendet werden.
Knapp die Hälfte der fast 150 Befragten (40 Prozent) fassen Tags in Kategorien oder Gruppen zusammen, um die eigene Tag-Cloud zu ordnen. 23 Prozent wissen nicht, dass diese Option bei den den meisten Anwendungen zur Verfügung steht. Das Abonnement einzelner Tags als RSS-Feed ist zwar ein weithin bekanntes Feature - nur vier Prozent kennen diese Möglichkeit nicht - , wird aber nur von einem Drittel der Befragten verwendet.
Interessanterweise hat Tagging, so die Studie, hauptsächlich nur eine kurzzeitige Relevanz für die Nuztzer. 40 Prozent der Umfrageteilnehmer sagen aus, dass Inhalte, die einmal mit Tags versehen wurden, nicht wieder abgerufen werden. "Zum Teil funktioniert das Speichern von Inhalten daher nach dem Motto aus den Augen aus dem Sinn", erklärt Co-Autorin Birgit Gaiser . Social Tagging diene hauptsächlich zur verbesserten Auffindbarkeit aktueller Inhalte, die Nutzung als dauerhaftes Archiv bzw. Ablage "ist weniger effektiv".
Die Studienteilnehmer nutzen Social Tagging-Anwendung vor allem für die persönliche Wissensorganisation. Die kommunikative Seite des Tagging ist zwar ebenfalls wichtig, allerdings geben hier 17 Prozent an, dass es für sie keine oder nur eine geringe Rolle spielt, anderen Inhalte zugänglich zu machen. Dabei zählt die technische Infrastruktur und ein allgemeiner Trend zur Nutzung webbasierter Dienste zu weiteren starken Motiven der Tagging-Nutzung. Dies gilt hingegen nicht für Mobile Computing. Soziale Auslöser, wie der Wunsch Teil einer Community sein oder das eigene Umfeld, spielen eine geringere Rolle.
Eine iBusiness-Analyse hat gezeigt, dass das Web 2.0 auch außerhalb von Tagging immer noch mit einem Verständnis-Problem zu kämpfen hat. Drei von zehn erfahrenen Online-Shoppern können nichts mit webzwonulligen Begriffen wie Tags oder Tagging in Online-Shops anfangen. Das sind die ersten Ergebnisse einer repräsentative Befragung von 1.000 deutschen Online-Shoppern durch den Hannoveraner Dienstleister Usability.de . "Der Nutzen und Mehrwert von neuen Web-2.0-Elemente ist nicht automatisch klar", warnt Studienautorin Gesine Quint . "Derartige Funktionalitäten müssen von Shopbetreibern unbedingt kommuniziert und beworben werden."
