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Kann das Weihnachtsgeschäft die Flaute im deutschen E-Commerce beenden?
14.11.2023 Zwei Indizien, warum es im Onlinehandel doch nicht so finster aussieht, wie viele meinen. Und weshalb Partnering auch bei Agenturen und Dienstleistern immer wichtiger wird.
Vor der Welle der schlechten Nachrichten, die vor allem in Social Media hochschwappt, ist auch unsere Digitalbranche nicht gefeit. Die grassierende Erregungsökonomie (die längst die Aufmerksamkeitsökonomie abgelöst hat) sorgt für Klicks und Follower, für Abonnements und Werbeeinnahmen. Dabei fällt es gar nicht schwer, die guten Nachrichten zu finden, mit denen sich das branchenweite Hyperventilisieren zumindest einordnen und relativieren lassen.
Was mich zum deutschen E-Commerce bringt, dem geht es besser als erwartet: Rückgang - Pleite - Insolvenz: Das sind hier die Substantive, die sich in den Köpfen der Branche festgesetzt haben. Doch weder eine Shop-Insolvenzwelle in der Folge des ins Straucheln geratenen Karstadt/Quelle-Käufers René Benko noch eine Normalisierung eines überdrehten Modemarkts oder die Korrektur des auf Corona-Stereoiden gesetzten Onlinehandels sagen all zu viel über die reale Situation aus. Zwei Meldungen von gestern zeigen das:
- "Wir blicken vorsichtig optimistisch auf das Weihnachtsgeschäft" lässt sich Otto-CEO Marc Opelt in einer Pressemitteilung zitieren. Man erwarte "leichtes Umsatzplus zu Weihnachten", trotz kleinerer Warenkörbe: Aber mehr Menschen würden bestellen. Otto sieht Black Friday als Umsatztreiber für den Onlinehandel.
- In dasselbe Horn stieß gestern auch PWC: "Black Friday 2023: Krise kann Kauflaune kaum schmälern", so der Titel einer Umfrage des Beratungsunternehmens . 70 Prozent der Menschen in Deutschland, Frankreich, Italien, Polen und Spanien planen, rund um Black Friday und Cyber Monday auf Schnäppchenjagd zu gehen. Dabei wollen sie mit durchschnittlich 281 Euro ungefähr so viel wie im Vorjahr ausgeben. Gespart wird auch, aber weniger als im Vorjahr: Zurückhaltender sind dieses Jahr nach eigenen Angaben 46 Prozent der Befragten - eine leichte Entspannung gegenüber 2022, als dies noch 59 Prozent angaben.
Zwei Meldungen sind mir gestern noch aufgefallen, weil sie einen anderen Trend gut illustrieren: Den Trend hin zu Partnering, Vernetzung und Biotopen. Schon Marc Opelt hatte Ottos Marktplatz-Vernetzung mit verantwortlich gemacht für das Kundenwachstum. Mit einem Partner-Ökosystem will nun auch die Affiliate-Plattform Awin punkten. Ziel ist es, den Werbekunden standardisierte Technologie- und Servicepakete anzubieten, vom Self-Service bis hin zu vollständig gemanagten Lösungen. Damit will die Axel-Springer-Tochter "ein globales digitales Marketing-Ökosystem für Marken und Online-Publisher schaffen".
Dass man Biotope durch (Agentur-)Übernahmen schaffen kann, zeigen immer mehr Unternehmen. Jetzt hat der Vogel-Verlag seine Beteiligung an Wiadok bekannt gegeben , einer Digitalagentur für Kanzleikommunikation. Im Oktober hatte die Vogel Communications Group (VCG) neun Agenturen, die sie inzwischen besitzen, in einem neuen Agenturnetzwerk B2B Agency Group gebündelt.
Ihr
Joachim Graf
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