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Prism: "Vertrauenskrise mit dem Internet droht"

04.07.2013 Das Sicherheitsgefühl der Deutschen im Internet hat sich durch den Abhörskandal amerikanischer und britischer Sicherheitsbehörden grundsätzlich verschlechtert. Das belegt eine repräsentative Studie des Deutschen Instituts für
Vertrauen und Sicherheit im Internet (DIVSI  ). Danach gaben 39 Prozent der Befragten an, sie fühlten sich bei ihren Internet-Aktivitäten unsicherer als zuvor.

Der Direktor des zur deutschen Post AG   gehörenden Instituts, Matthias Kammer warnt: "Es könnte eine allgemeine Vertrauenskrise im Umgang mit dem Internet drohen. Und eine solche Krise dürfte auch Auswirkungen auf die Wirtschaft und die Konjunktur haben."
Bereits jetzt schon hat fast jeder Fünfte (18 Prozent) sein Verhalten bei der Nutzung des Internets geändert. Vor allem im Umgang mit Online-Diensten wollen diese Nutzer sich vorsichtiger verhalten. Vier von zehn schränken sogar bereits ihren Umgang mit sozialen Netzwerken ein. Und sie wollen künftig versuchen, lieber auf deutsche bzw. europäische Internet-Plattformen zuzugreifen. Die Entwicklung geht zu Lasten von Plattformen, die in den USA zuhause sind. 38 Prozent der genannten Gruppe wollen diese künftig weniger besuchen.

83 Prozent der Deutschen wollen staatlichen Sicherheitsorganen nur dann Maßnahmen zur Internet-Überwachung erlauben, wenn diese einer richterlichen Kontrolle unterliegen. Jeder zweite meint dabei, dass deutsche Sicherheitsorgane grundsätzlich durchaus Zugriff auf private Daten haben dürfen. Ein klares Nein zeigt sich dagegen beim Datenzugriff aus dem Ausland. 84 Prozent der Befragten sind strikt dagegen, dies fremden Sicherheitsbehörden zu gestatten.

Weiter zeigt die Umfrage, das nur knapp jeder Dritte (31 Prozent) den eigenen Familienangehörigen den Zugriff auf seine privaten Daten gestatten würde. Damit rangieren sie in der Einschätzung deutlich hinter den Sicherheitsorganen. Krankenkassen und Finanzämter stehen in der öffentlichen Einstufung besonders schlecht da. Nur acht bzw. zehn Prozent der Befragten würden Vertretern dieser Institutionen gestatten, auf ihre privaten Daten zuzugreifen. Noch kritischer auf der Negativ-Liste werden Arbeitgeber beurteilt: Lediglich drei Prozent der Befragten würden ihnen einen Datenzugriff erlauben.

Bundesweit wurden 2.016 Menschen in einer repräsentativen Online-Erhebung interviewt.
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