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Studie: Deutsche sehen Technologien positiver
10.02.2025 Überwogen im vergangenen Jahr bei so mancher Zukunftstechnologie in der Bevölkerung die Ängste, so werden aktuell die meisten Zukunftstechnologien positiv gesehen, wie unsere Bevölkerungsbefragung zeigt. Vor allem KI-Technologien gewinnen deutlich.
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Bei unserer Befragung wollten wir neben der Bekanntheit von Technologien auch wieder wissen, wie positiv oder negativ die Menschen unterschiedliche Technologien einschätzen. Ergebnis: Neben Robotertechniken schnitten vor allem Anwendungen rund um Künstliche Intelligenz am besten ab. Sie kamen auf 392 (Robotik) beziehungsweise 356 (KI) von 2.000 maximal möglichen Punkten. Im Vorjahr 2024 lagen beide Bereiche mit 238 und 198 Punkten deutlich niedriger. Ein Beleg dafür, dass mehr Menschen Technologien aus dem jeweiligen Bereich positiver einschätzen, was ihre Auswirkungen angeht.
Per Panel-Befragung hatten die Marktforschenden im Dezember 2024 insgesamt 1.000 Deutsche zwischen 18 und 69 Jahren nach ihrer Meinung zu 22 aktuell diskutierten Technologiefeldern befragt. Die Auswahl basierte aus den Erkenntnissen der aktuellen Gartner Hype-Cycle-Methodik . Wo Begrifflichkeiten nicht selbsterklärend waren, haben wir vor der Befragung jeweils eine kurze Erklärung hinzugefügt.
Angeben konnten die Befragten, ob die jeweilige Technik nach ihrer Einschätzung einem selber und/oder der Gesellschaft "sicher" beziehungsweise "eher" schadet, oder "sicher/eher nützlich" beziehungsweise "neutral" betrachtet wird. Die Antworten haben wir gewichtet und negative und positive Werte zu einem Indexwert zusammengeführt:
Eine sehr positive Einschätzung einer Technologie wird bei uns mit zwei Punkten gezählt, eine positive mit einem Punkt. Negative Einschätzungen bekommen einen bzw. zwei Minuspunkte, neutrale Bewertungen und "kenne ich nicht" haben wir nicht berücksichtigt. In dem Balkendiagramm ist die Summe aus positiven und negativen Werten aufgetragen. Maximal möglich wäre pro Technologiefeld ein Indexwert von plus/minus 2.000.
Zukunftsindex: Die Deutschen sind generell positiver gestimmt, was Technologien angeht
Sämtliche Einzelwerte bei allen 22 Technologien haben wir addiert und daraus den Zukunftsindex Digitale Technologien gebildet.
- zum einen die Menschen mehr Technologien als nützlicher einschätzen und
- zum anderen der Anteil derjenigen sinkt, die Technologien als schädlich oder sehr schädlich für einen selber oder für die Gesellschaft einschätzen.
Deutlich unten im Diagramm 'Angst und Hoffnung bei Zukunftstechnologien 2025' zu sehen: "Cloudsysteme" und "Kollaborationstools" (beide von uns ins Segment "Netz" (grün) eingeordnet) schnitten mit deutlichem Abstand am besten ab, gefolgt von den KI-Techniken "Natural Language Processing" und "ChatGPT".
Mit den in der Bevölkerungsbefragung führenden Technologien haben die meisten Menschen einen direkten Kontakt: Sei es, dass sie Übersetzungstools beispielsweise bei Google nutzen, sei es, dass am Arbeitsplatz Cloudsysteme und Kollaborationstools eingesetzt werden, sei es bei Suche und Recherche mit ChatGPT. Offenbar schätzen Menschen Technologien um so positiver ein, je mehr Erfahrungen sie mit ihnen haben. Hier waren auch die Zugewinne gegenüber den Vorjahrjahresbefragungen hoch.
Selbst mehrheitlich als übel eingeschätzte Technologien werden weniger negativ gesehen
Umgekehrt: Obwohl menschenähnliche Roboter (wir haben es "Digitale Menschen - Weiterentwicklung von KI" genannt) bisher nur in Science-Fiction-Filmen und euphorischen Techblog-Beiträgen zu finden sind, glauben 86,2 Prozent der Befragten, sie zu kennen. Die meisten Kreuze bei "schadet sicher" landeten hier. Gefolgt von Kryptowährungen. Die Wellen von Insolvenzen von Krypto-Portalen, die Flut von Kryptowährungs-Spams und die Berichte über Hacker und andere Verbrecher, die mit Kryptowährungen versuchen, ihre Spuren zu verschleiern - sorgen immer noch für extrem viele "schadet sicher"-Bewertungen. Selbst wenn sich der Anteil derjenigen, die Kryptowährungen wie Bitcoin negativ sehen, gegenüber dem Vorjahr verringert hat.Kryptowährungen und digitale Menschen werden also von der Mehrheit der Bevölkerung zwar immer noch als übel, aber als weniger gefährlich und schädlich gesehen, als noch vor einem Jahr.
Gegenüber dem Vorjahr sind deutliche Veränderungen zu erkennen, wobei alle 22 Technologien gegenüber dem Vorjahr an Zustimmung gewonnen haben. Gegenüber dem Jahr 2023 ist lediglich die Sicht auf Digitale Menschen negativer geworden:
Welche Technologien im Vergleich zum Vorjahr positiver und negativer gesehen werden
Diese Technologien werden gegenüber der Vorjahresbefragung am stärksten positiver wahrgenommen:
- ChatGPT (plus 225 Punkte)
- Kryptowährungen (plus 223 Punkte)
- Chatbots (plus 187 Punkte)
- Digitaler Zwilling (plus 91 Punkte)
- Autonome Autos (plus 67 Punkte)
- Kollaborationstools (plus 63 Punkte)
- Digitale Menschen (minus drei Punkte gegenüber dem Jahr 2023)
Weniger Bekanntheit, mehr Hoffnung bei Technologien
Im Vergleich zum Vorjahr (Vorjahreswert: Dreiecke im Chart) werden zu Beginn des Jahres 2025 alle abgefragten Technologien positiver gesehen. Gleichzeitig sinkt die tatsächliche oder vermeintliche Bekanntheit der meisten Technologien, wie unser Übersichtschart zeigt:Wo die Technologiehoffnungen liegen
Wir haben die positiven und negativen Erwartungen der Menschen auf der senkrechten Achse und die Bekanntheit der jeweiligen Technologie auf der waagrechten Achse abgetragen. Man kann in der Folge drei Felder identifizieren, in denen sich die Technikhoffnungen und Ängste der Deutschen bewegen. Die Veränderungen gegenüber der Vorjahresbefragung sind anhand der grauen Dreiecke zu sehen.Die drei Quadranten:
1. Irrelevantes
Fediversum, digitaler Zwilling und Web 3 besitzen eine relativ niedrige Bekanntheit und trotz Wachstum eine nach wie vor eher durchschnittliche Akzeptanz. Sie werden von der Mehrheit der Bevölkerung ignoriert oder nicht wahrgenommen. Allerdings steigt die Wahrnehmung beim digitalen Zwilling - wohl, weil die digitale Transformation immer mehr Einzug hält. Auch die Blockchain ist im Quadrant der irrelevanten Technologien angekommen.
2. Gefahrenquellen
Kryptowährungen und menschenähnliche KI-Systeme werden trotzdem von der Mehrheit der Menschen nach wie vor als Gefahr eingeschätzt. Auch autonome Autos werden nur von wenigen Menschen positiv gesehen.3. Hoffnungsträger
sind vernetzte Computersysteme und Kollaborationstools, Lieferrobots und KI-Systeme. Während die KI-unterstützten Systeme an Bekanntheit zulegen, verlieren alle anderen Hoffnungsträger-Technologien an Bekanntheit.
Das Studiendesign: "Was denken Sie über die Auswirkungen von diesen neuen Techniken?"
Die folgenden 22 Techniken haben wir im einzelnen abgefragt. In Klammern angegeben sind die Kurzerklärungen, die die Umfrageteilnehmenden zusätzlich erhalten haben.- Augmented Reality (Integration von Onlineinhalten ins richtige Leben)
- Autonome Autos (Selbstfahrende Kfz)
- Blockchain (Speichersystem von Veränderungssignaturen für Dateien)
- Chatbots (KI-gesteuerte Chatautomaten)
- Cloudsysteme (Speichersysteme online)
- Consent Management (zur Speicherung von Nutzer-Einwilligungen auf Websites)
- Digitale Menschen (Weiterentwicklung von KI)
- Digitaler Zwilling (Digitale Version z.B. einer Fabrik zur Optimierung)
- Fediversum (dezentrales Internet wie Mastodon)
- Kollaborationstools (Onlinetools für gemeinsame Meetings, Planung etc…)
- Kryptowährungen (Digitale Währungen wie Bitcoin)
- Lieferrobots (autonome Robots zur Warenauslieferung)
- Maschinenlernen (Künstliche Intelligenz, die lernt)
- Metaverse (Internet als immersive 3D-Welt)
- Natural Language Processing NLP (Übersetzungs-KI wie DeepL)
- Non-Fungable Tokens NFT (unfälschbares Wasserzeichen für Dateien)
- Pflegerobots (autonome Robots in der Pflege)
- Servicerobots (autonome Robots z.B. in der Gastro)
- Super-Apps (Multi-Anwendungs-Apps)
- Virtual Reality (interaktive 3D-Welten)
- Web3 (vernetztes Internet 3. Generation)
- Wissens-Software wie ChatGPT (z.B. als Recherchesystem)
Nachvollziehbar ist, dass nur zwei Drittel der Menschen mit dem Begriff "Digitaler Zwilling" und mit dem Konzept von Web3 etwas anfangen können. Beides sind Technologiefelder, die eher ins Agenturumfeld oder in den Bereich der Netzwerkkonzeption gehören.
Interessant ist allerdings, dass Themenfelder, die in der Digitalbranche seit langem diskutiert werden (und die es mittlerweile auch aus der Fachpresse in die Mainstream-Medien geschafft haben), für mehr als jeden vierten Befragten unbekannt sind: Blockchain und Super-Apps sind für einen großen Teil der Bevölkerung völlig unbekannt. Das gilt auch für Consent-Management und - zurecht vergessen - NFTs und Metaversum.
Die Veränderung der Technologie-Wahrnehmung
Diese Technologien konnten ihre Bekanntheit am meisten steigern:
- ChatGPT (plus 13,7 Prozent seit 2023)
- Chatbots (plus 10,1 Prozent)
- Natural Language Processing (NLP) (plus 7,9 Prozent)
- Fediverse (-4,7 Prozent seit 2023)
- Web 3 (minus 4,1 Prozent)
- Super-Apps (minus 3,1 Prozent)
Übergreifend sehen wir eine Reihe von Technologien, die wir eher in eine "Meeeh"-Rubrik einordnen: Damit gemeint sind Technologien, die zwar in der (Digital-)Branche heiß diskutiert werden oder wurden - die aber für die Mehrheit der Bevölkerung eher irrelevant sind. Dazu gehören Fediversum und Web3 ebenso wie Super-Apps sowie digitale Zwillinge und Consentmanagement. Aber auch Blockchain und das Metaversum sind hier einzuordnen.
Trotz zum Teil heftiger Anstrengungen kann man mit diesen Begriffen aktuell offensichtlich keinen marketingtechnischen Blumentopf gewinnen.

