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Versandhandel macht in Deutschland mehr Umsatz als gedacht
11.07.2006 (iBusiness) Laut Bundesverbandes des Deutschen Versandhandels (BVH) ist der deutsche Versandhandelsmarkt deutlich umsatzstärker als bisher angenommen. Eine Untersuchung von TNS Infratest prognostiziert dem Versandhandel für 2006 einen Umsatz von 26,3 Milliarden Euro - etwa 30 Prozent mehr als bislang bekannt. Motoren für die Wachstumsdynamik sind laut BVH der Onlinehandel, neue Bestellwege und Versandhandelsformen.
Die Multi-Channel-Versender haben mit einem Umsatz von 17,5 Milliarden Euro im Markt das größte Gewicht. Mit einem Onlinevolumen von über vier Milliarden Euro setzen die Multi-Channel-Versender mehr im Internet um als jede andere Versandform. Reine Internetversender erreichen ein Umsatzvolumen in Höhe von fast drei Milliarden Euro.
Ebay-Powerseller erzielen fast zwei Milliarden Euro Umsatz, Teleshoppingversender liegen bei knapp 1,3 Milliarden Euro. Die Versender aus dem Stationärhandel setzen eine halbe Milliarde Euro um. Der erst seit dem Jahr 2000 bestehende Apothekenversand kommt inzwischen auf ein Gesamtvolumen von mehr als einer Viertel Milliarde Euro.
Das Umsatzvolumen der im Internet bestellten Waren soll 2006 auf 10 Milliarden Euro steigen. Bereits jetzt laufen 44 Prozent aller Bestellungen im Versandhandel elektronisch ab. Dennoch bleibt der Katalog unverzichtbar in der direkten Kundenansprache, ohne ihn gäbe es die hohe Zahl der Internetbestellungen nicht. Beinahe drei Viertel aller Internetbesteller haben vor dem Onlinekauf den gedruckten Katalog des Versenders in die Hand genommen, so die Studie.
Laut der Untersuchungen sind zwei Dinge für eine Kaufentscheidung im Versandhandel entscheidend: Die Lieferung bis an die Haustür und die Tatsache, dass man im Versandhandel Dinge bestellen kann, die in Geschäften nur schwer, unter enorm viel Zeitaufwand oder gar nicht zu finden sind.
Im Zuge der kommenden Mehrwertsteuererhöhung rechnet die Versandhandelsbranche 2006 mit vorgezogenen Käufen. Für 2007 rechnet die Branche mit weniger Ausgabefreude. Laut Einschätzungen des Verbandpräsidenten Rolf Schäfer wird die Branche einen erheblichen Teil der steigenden Mehrwertsteuer nicht sofort an den Konsumenten weitergeben können.
