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Versandhandel: Online-Business überflügelt Kataloggeschäft

von sr

14.03.2007 Erstmals haben mehr westdeutsche Bundesbürger im Versandhandelsgeschäft online bestellt als über traditionelle Print-Kataloge, wie eine aktuelle Studie zeigt. Vor allem die kaufkräftige Zielgruppe der Generation 50plus entdeckt zunehmend die Vorzüge des Online-Shoppings für sich. Auf Print-Kataloge verzichten sollten Versandhändler aber dennoch nicht, wie weitere Studienergebnisse nahelegen.

Im Jahr 2006 haben die Westdeutschen im Versandhandelsgeschäft erstmals mehr online bestellt als über traditionelle Print-Kataloge. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie 'Versandhandel' vom Deutschen Versandhandelsinstitut  . Demnach haben im vergangenen Jahr 63,5 Prozent der Versandhandelskunden aus Westdeutschland online bestellt. Per Katalog geordert wurde von 63,2 Prozent dieser Kundengruppe. Im Jahr 2005 hatte der traditionelle Print-Katalog noch deutlich die Nase vorn. Damals bestellten noch 66 Prozent der Westdeutschen per Katalog und erst 52 Prozent dieser Kunden im Internet.

Auf Gesamtdeutschland bezogen werden die meisten Bestellungen aber noch über Kataloge getätigt. Dennoch ist laut Martin Groß-Albenhausen , Herausgeber der Zeitschrift Versandhausberater   auch hier deutlich der Trend zu erkennen, dass das Online-Geschäft immer stärker an Bedeutung gewinnt. Auf Kataloge verzichten sollten Händler seiner Einschätzung nach dennoch nicht: "Trotz des Internet-Booms kommt der Katalog nicht außer Mode", argumentiert Groß-Albenhausen.

Insgesamt bestellen 66 Prozent aller deutschen Versandhandelskunden über Kataloge und 59 Prozent per Internet. Der nach wie vor hohe Katalog-Anteil im Vergleich zur westdeutschen Auswertung basiert laut Groß-Albenhausen vor allem darauf, dass Bundesbürger aus Ostdeutschland eine weitaus engere Bindung zu Katalogen haben als ihre westdeutschen Mitbürger. So bestellen im Osten der Republik noch 77 Prozent der Deutschen im Versandhandel per Katalog und erst 46 per Internet.

Außerdem gibt es geschlechtsspezifische Unterschiede beim Bestellverhalten. So sind Männer der Studie nach deutlich online-affiner: 70 Prozent der Männer bestellen online und nur 54 Prozent per Katalog. Bei den Frauen ist es umgekehrt: 76 Prozent aller weiblichen Bundesbürgerinnen bestellen über Katalog und jede zweite online.

Die Studie zeigt auch, dass von Jahr zu Jahr immer mehr ältere Menschen das Internet zum Einkaufen im Versandhandel nutzen. Im vergangenen Jahr haben bereits 48 Prozent der 50-59-Jährigen im Versandhandelsgeschäft online bestellt. Vor einem Jahr lag dieser Wert erst bei rund 35 Prozent. Dagegen sinkt die Zahl der älteren Katalogbesteller jährlich, zwar langsam, aber kontinuierlich. Im vergangenen Jahr haben 75 Prozent der 50- bis 59-Jährigen per Katalog bestellt. Vor einem Jahr lag dieser Wert noch bei knapp 80 Prozent, vier Jahren sogar noch bei knapp 90 Prozent.

Generell geben Einkäufer der Studie nach auch wieder mehr Geld bei ihren Bestellungen aus. So liegt der durchschnittliche Wert aller Bestellungen (Print und online) derzeit bei 244 Euro: Ein kleines Plus im Vergleich zum durchschnittlichen Bestellwert von 237 Euro aus dem Vorjahr.

Für die Studie hat das Deutsche Versandhandelsinstitut über 1.000 Interviews mit Bundesbürgern ab 14 Jahren in Privathaushalten geführt.
Thema: Versandhandel: Online-Business überflügelt Kataloggeschäft

Kommentar von sr

Nischengeschäft Katalogbestellung

Das Online-Business entwickelt sich zunehmend zur tragenden Säule für das deutsche Versandhandelsgeschäft. Selbst wenn fast nur noch online geordert wird: Eine Bedeutung werden Print-Katalog auch in ein paar Jahren noch haben. Wenn auch vielleicht nur noch als Marketing-Tool und nicht als Abverkaufsmedium.

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 (Boris Giesl)
Bild: Boris Giesl
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