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Die sieben Interaktiv-Trends der IFA 2013
05.09.2013 Vernetzung und die Suche nach dem nächsten großen Ding in puncto Endgerät sind die Kernthemen der IFA 2013. Und es zeigt sich: Dem Home Entertainment steht eine Datenexplosion bevor. Sieben Trends der Messe, die auch für die Interaktivbranche wichtig werden.
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Die Internationale Funkausstellung wird darum immer relevanter für die Digitalbranche. Konvergenz und Vernetzung sollen nach dem Willen der Anbieter endgültig den Markt durchdringen.
So wachsen vor allem die jüngsten IFA-Segmente in der Ausstellungsfläche: IFA iZone für alles rund um Smartphones und Tablet-PCs sowie IFA eLibrary für den Markt und das Umfeld der E-Books, erfreuen sich auch in diesem Jahr eines gesteigerten Interesses.
"Internationale Funkausstellung" - das heißt aber nach wie vor vor allem: "Fernsehen". Und, so der Kerntrend der Messe, wollen die Hersteller künftig mit verbesserten internetfähigen TV-Geräten beeindrucken. Und das TV endgültig das Prädikat 'interaktiv' erhalten.
Trend eins: Interaktives Fernsehen
Die Verschmelzung von Internet und TV gehört zu den Megatrends der diesjährigen IFA. Allerdings gibt es hier zwei gegenläufige Entwicklungen:
Smart-TV
Der gfu zufolge steht erst in 34 Prozent der deutschen Haushalte ein Smart-TV - wovon nur 58 Prozent mit dem Netz verbunden sind. Die Mehrzahl der Verbraucher nutzte jedoch die Onlinetauglichkeit nicht, weil Smart-TVs einfach schwer zu navigieren sind und somit kaum Interneterlebnis bieten. Deshalb hat die Branche die Initiative Smarter Fernsehen ins Leben gerufen, um zu erklären, was ein Smart-TV kann oder können soll. Zusätzlich wurde 2012 die Smart TV Alliance , in der die Hersteller gemeinsam offene Standards erarbeiten wollen, ins Leben gerufen. Ziel ist es, die Programmierung von Smart-TV-Apps für Entwickler zu vereinfachen und einen herstellerübergreifenden Standard zu schaffen. Die Allianz will mit dem Zusammenschluss die Entwicklung von plattformübergreifenden Smart-TV-Anwendungen vereinfachen. Denn aktuell ist die App-Entwicklung der Smart-TV-Anwendungen sehr komplex und aufwändig an verschiedene Plattformen der einzelnen Hersteller anzupassen.
Dennoch wird Smart-TV bei den Geräteherstellern ganz groß geschrieben. Viele Unternehmen zeigen neue Varianten. Dabei haben die Hersteller eher am Feinschliff der Geräte gearbeitet. Echte technische Neuheiten sucht man beim Smart-TV vergebens. Einfache Bedienbarkeit hat sich als einer der wichtigsten Trends bei der neuen Generation von Smart-TVs entwickelt. Allein die ständig wachsende Anzahl an verfügbaren Funktionen hatte bisher zu Unübersichtlichkeit geführt. Außerdem sollen neue Prozessoren die Darstellung verbessern, mehr Apps und Widgets für eine größere sorgenAuswahl und Fernbedienungen mit QWERTZ-Tastatur und weiterentwickelte Smartphone- und Tablet-Apps die Bedieung optimieren.
Second Screen
Ebenfalls ein großer Trend ist der Second Screen. Er soll das Fernsehen in zunehmender Form ergänzen. Im Gegensatz zum Smart-TV befindet sich der Second Screen näher am Zuschauer, am Puls der Interaktion. Denn die parallele Nutzung mehrerer Geräte entspricht stärker den Nutzungsvorstellungen als Lösungen, die nur auf das Fernsehgerät setzen. So nutzen immer mehr Konsumenten beim Fernsehen das Notebook, Tablet-PC oder Smartphone, um online zu surfen. Programmlieferanten und Infrastrukturbetreiber stellen sich auf diesen Trend ein und zeigen auf der Messe IFA in Berlin ihre neuen Entwicklungen. Bezahlsender Sky bietet seinen Kunden beispielsweise schon zahlreiche Angebote via Sky Go auf Tablets und Smartphones. Auch die Deutsche Telekom entwickelt eine neue Medienplattform als Entertain to go .
Tablet-PCs und Smartphones entwickeln sich immer mehr zu universellen Navigatoren durch Medienangebote und Funktionen. Das Zusammenspiel von großem Bildschirm und drahtlos vernetztem Mini-Schirm wird immer intelligenter. Schon jetzt existieren unzählige Anwendungsszenarien. So kann der Tablet-Rechner etwa den elektronischen Programmführer auf seinen mobilen Schirm rufen und auf diese Weise die Auswahl von Live-Sendungen oder die Programmierung von Aufnahmen erleichtern. Die Bildschirme von Smartphone und Tablet machen als Second Screen dem Fernsehbildschirm zunehmend Konkurrenz.
Wenn sich bei den TV-Geräten nicht bald was tut, könnte es sein, dass sich diese Geräte zwar weiterentwickeln, aber nur noch als Projektionsflächen für die Inhalte dienen. Der Markt für TV-Geräte stagniert allgemein und es ist ein Kannibalisierungseffekt durch Smartphones und Tablets zu erkennen. Noch gilt der Second Screen als Ergänzung zum Flat-TV. Lange wird diese Hierarchie wohl kaum Bestand haben: Statt First- oder Second Screens wird es schlicht Multiple Screens geben, zwischen denen man nahtlos wechselt. Denn egal ob Fernseher oder Smartphone, die Unterschiede zwischen den Geräten verschwinden.
Die Gerätehersteller müssen künftig mit nützlichen Funktionen und Services punkten, die die Verbraucherwünsche wirklich erfüllen. Die reine Bildqualität der neuen TV-Geräte ist kein ausschlaggebendes Argument, um das Geschäft anzukurbeln.
Trend zwei: Überarbeitete Display-Technik
Größere Bildschirmdiagonalen, bessere Bildqualität, mehr Funktionalität, schlankere Designs - das sind auch in diesem Jahr die Buzzwords der TV- und Display-Hersteller. Vor allem an der Auflösung schrauben die Konzerne. Geht es nach den Herstellern, ist die (Full-)HD-Auflösung ein alter Hut - auch wenn HDTV von Seiten der Fernsehsender erst seit jüngster Vergangenheit lückenlos gesendet wird. Aus dem Standard FullHD soll in den kommenden Jahren UltraHD beziehungsweise mindestens 4K werden. Entsprechend zeigen die großen TV-Hersteller internetfähige Geräte mit ultrahoher Auflösung - 4K-Fernseher genannt, weil sie rund 4000 Pixel darstellen können. Darüber hinaus tüfteln die Hersteller bereits an 8K-TVs. Diese Geräte warten dann also mit der 16-fachen HD-Auflösung auf.
Verhalten geht es zu bei der Entwicklung von Geräten mit OLED-Bildschirmen. Diese TV-Geräte kommen ohne Hintergrundbeleuchtung aus und liefern sehr kontrastreiche Bilder. Ihre Einführung hat sich wegen technischer Schwierigkeiten verzögert. Samsung und LG stellen auf der diesjährigen IFA OLED-TVs vor, die zeitgleich in Deutschland im Ladenregal stehen. LG zeigt seinen OLED-TV 55AE9809 mit gebogenem Display, Full-HD-Auflösung und 55 Zoll Diagonale. Beim Preis liegt in Deutschland bei rund 9.000 Euro.
Es wird Zeit ins Land gehen bis die ultrahochauflösenden Flimmerbretter im Mainstream ankommen. Die Hersteller von TV-Geräten kämpfen ums Überleben: Die Absatzzahlen sinken, der Preisdruck ist enorm. Denn im Fernsehermarkt herrscht eine gewisse Sättigung. In vielen Haushalten stehen bereits zwei, drei oder mehr Geräte. Viele haben bereits 3D und Internetzugang.
Hinzu kommen - ähnlich wie bei dem Thema 3D, über das in diesem Jahr kaum gesprochen wird - schlichtweg die fehlenden ultrahochauflösenden zuspielbaren Inhalte und die Unterstützung der TV-Sender. Auch die Option, dass sich ultrahochauflösendes TV via Online-Videotheken in den kommenden Jahren durchsetzen könnten, ist anzuzweifeln. Denn der erforderliche Datendurchsatz für den Content ist um ein vielfaches höher als die heutigen HD-Formate. Branchenexperten zufolge wären diese Services, die über das offene Internet laufen, heute nicht zu managen.
Trend drei: Smartwatch - The Next Big Zubehör
Samsung hat kurz vor der IFA in Berlin seine Smartwatch Galaxy Gear vorgestellt. Die besitzt einen 800 Megahertz Gigahertz-Prozessor besitzen, Kamera, Mikrofon und Lautsprecher im Armband aufweisen. Der OLED-Bildschirm dazu misst 1,6 Zoll, bei einer Auflösung von 320 x 320 Pixeln.
Apple, Microsoft und neuerdings auch Google haben ebenfalls Ambitionen eine Smartwatch auf den Markt zu bringen - nun scheint Samsung vorauszueilen. Das wird den Eifer der Konkurrenz nur beschleunigen und als Katalysator für die Produktentwicklung im Smartphone-Segment wirken. Allerdings ist die Smartwatch nicht geeignet eine Endgeräterevolution auszulösen., wie die iBusiness-Analyse Das Rennen um das Next Big Thing aufzeigte.
Smartwatches werden ein Zubehör zum Smartphone, vor allem bei Heavy-Nutzern erfreuen sich die Gadgets großer Beliebtheit: Endlich keinen Anruf mehr unter der Dusche verpassen, dank wasserfester Smartwtach. Nach und nach gesellen sich mehr und mehr spannende Anwendungen dazu, die die Uhren von der Spielerei zur echten Bereicherung und funktionalen Erweiterung machen - vor allem aus dem Bereich E-Health und Sport. Dennoch ist die Watch, egal wie smart, nicht nächstes großes Ding, sondern Übergangsappendix bei der Endgeräteevolution zu Datenbrille und Braininterface.
Trend vier: Heimvernetzung - Smart Home
Die Digitalisierung aller Lebens- und Arbeitsbereiche wird in den nächsten Jahren weiter stark zunehmen. Entsprechend ist ein Megatrend der IFA die Vernetzung von CE-Geräten untereinander. Aber auch ihre Verbindung mit Haushaltsgeräten, der Heizungsanlage oder der Beleuchtung sind eine weitere Entwicklung, die in Zukunft immer mehr an Bedeutung gewinnen wird. Smart Home ist das Stichwort. Die beteiligten Geräte erkennen einander automatisch und tauschen so digitale Inhalte aus. Unterwegs kann der Nutzer auf sein Heimnetzwerk zugreifen, beispielsweise um dort gespeicherte Daten abzurufen und einen TV-Mitschnitt zu programmieren.
Nach den Marktuntersuchungen der GFU lassen sich bereits 59 Prozent aller Konsumelektronik-Geräte mit dem Internet verbinden. Aber längst geht es nicht mehr nur um die Vernetzung des Heimkinos: Philips etwa kombiniert seine fernbedienbaren Hue-Leuchtmittel künftig mit den neuen Ambilight-Fernsehgeräten, Samsung kündigte eine Waschmaschine mit WLAN-Anschluss und eigener Service- und Steuerungs-App an.
Mit Smartphones kann heute fast der gesamte Haushalt gesteuert werden. So hat man beispielsweise beim Einkaufen direkten Zugriff auf den Kühlschrank zu Hause. Langes Überlegen im Supermarkt, ob zuhause noch genug Milch vorhanden ist, bleibt einem erspart. Der Kühlschrank schickt jetzt einfach eine SMS.
Ein weiteres Beispiel ist der LEO Smartkey . Dieser ist ein vollautomatischer Schlüsselbund in Form einer kleinen Box, in der bis zu sechs Schlüssel aufbewahrt und je nach Bedarf ausgefahren werden können. Ein weiteres Smart-Home-Beispiel ist tado , die erste Geolocation App für die Heizung, die erkennt, wo die Bewohner sich aufhalten und die Temperatur dementsprechend regelt. Doch auch außerhalb der eigenen vier Wände geht der Trend zum Netzwerk. Carzapp präsentiert eine neue Form von Carsharing, denn dort verdienen Autobesitzer Geld mit ihrem Auto, indem sie es an andere Personen vermieten. Die Hardware ermöglicht es, dass Mieter über ihr Smartphone Autos mieten und öffnen können.
Im Bereich der Consumer Electronic schreitet das Thema Vernetzung mit riesigen Schritten voran. Spielkonsolen, Musik und andere Unterhaltungsdienste zu vernetzen und mobil zugänglich zu machen, ist der Beginn gewesen. Kameras und Türen sind der nächste Schritt. Entsprechende Überwachungsdienste sind bereits verfügbar. Das sind die ersten wirklichen Gehversuche, die tatsächlich in Richtung Smart Home gehen, mit denen sich also das eigene Haus automatisieren und aus der Ferne steuern lässt.
Bei den Haushaltsgeräten, die zur IFA präsentiert werden, soll die Vernetzung von Geräten weiter vorangetrieben werden, ist aber noch nicht das große Thema. Den sich via Internet selbst nachfüllenden Kühlschrank gibt es zwar noch nicht, aber immerhin gibt es die ersten Waschmaschinen, die ihren Nutzern Nachrichten auf ein mobiles Gerät schicken, wenn die Wäsche fertig ist.
Trend fünf: Interfaces
Die IFA wird Fernbedienungen mit Tastatur auf der Rückseite oder mit Touchscreen vorführen - manche Fernbedienungen fungieren als Infrarot-Zeigegeräte, die einen Cursor auf dem Bildschirm steuern. Hinzu kommen erste Prototypen einer fortgeschrittenen Gestenerkennung - Fernseher, die Ziffern erkennen können, die ihr Besitzer mit dem Finger in die Luft schreibt. Auch Geräte mit Sprachinterfaces sollen laut Veranstalter neugieriger Besucher harren und angeblich ganze zusammenhängende Sätze erkennen und in Kommandos übersetzen können. Sogar die Vorführung eines Braininterfaces ist vorgesehen, das ohne alle äußeren Impulse auskommt und direkt Hirnströme zu Handlungen macht. Freilich ist der Blick auf solche Prototypen allenfalls ein Vorschuss auf eine Zukunft, die erst in mehreren Jahrzehnten Mainstream-tauglich wird.Der Enthusiasmus, mit dem sich die IFA um alternative Interfaces bemüht, hat einen klaren Treiber: die steigende Komplexität der Aufgaben, die Endgeräte bewältigen müssen - man denke hier etwa an die Funktionen eines Smart-TVs.
Den einen großen Standard wird es dabei nicht geben: Sprach- oder Gestensteuerung und die Handybedienung existieren nebeneinander und werden das heimische Erlebniszentrum steuern.
Denn je mehr die digitale und die physische Welt miteinander verschmelzen, um so mehr Interaktion werden Nutzer mit verschiedenen Endgeräten pflegen. Die Interfaces werden so vielseitig wie die Geräte. Wir steuern per Touch und Sprache, per Tasten und Bewegung, per Knopfdruck und per Handlung. Gewählt wird das Interface, das gerade am komfortabelsten ist. Das Handy ist bei der Gerätebedienung die wichtigste Schaltzentrale, aber nicht das einzige Interface.
Trend sechs: Datenexplosion und Public Cloud
Sony wird auf der IFA einen 4K-Festplatten-Player vorstellen. Der FMP-X1 soll zwei Terabyte Speicherplatz haben. Hier zeigt sich, welche Datenexplosion dem Home Entertainment bevorsteht, wenn sich eines Tages Ultra-HD-Auflösungen durchsetzen. So reicht Sonys 700 Euro teure Speicherlösung gerade mal für zehn Filme in 4K. Auch Smart-TV, IP-TV, der Online-Videokonsum über vernetzte Fernsehschirme - all das treibt den Datenverbrauch an, Big Data wird relevantes Thema für Home Entertainment. Hochauflösende Filme physisch (etwa auf einem Festplattenrekorder) zu besitzen wird aufgrund der Kosten für Speicherplatz nur noch begrenzt möglich sein - die Cloud wird zum Regal, aus dem der Nutzer seine Unterhaltungsinhalte hervorholt.Noch ist diesem Trend jedoch ein Verzögerungsschalter eingebaut: Zum einen fehlt es an den hochauflösenden Contents, zum anderen sind die UHD-Geräte aktuell noch viel zu teuer, um in nächster Zukunft in den Mainstream zu wandern. Da ein hochwertiges TV-Gerät eine erhebliche finanzielle Investition ist, kaufen sich Nutzer nur selten neueste Geräte - die Innovationszyklen der Technologien sind also deutlich kürzer als die Abstände zwischen dem Kauf zweier Geräte.
Langfristig jedoch wird Datentransfer und Datenspeicherung zu einem Thema, das sich nicht von der Zukunft der Heimunterhaltung lösen lässt. Die Cloud ist der künftige Content-Lieferant und Speicher für Entertainment-Inhalte.
Trend sieben: Endgeräte-Transformationen
Die IFA wird sogenannte Phablets zeigen, die größentechnisch in der Mitte zwischen Smartphone und Tablet liegen, es wird Laptops mit abnehmbarem Display geben, welche sich abgekoppelt als Tablets verwenden lassen. Bestes Beispiel für ein solch flexibles Endgerät ist das Asus Transformer Book Trio. Das abnehmbare 11,6-Zoll-Display wird zu einem Android-Tablet. Die Tastatur mit eigener CPU macht angeschlossen aus dem Display ein Notebook, das Keyboard kann wiederum als Desktop-PC-Einheit an einen Monitor angeschlossen werden.
Dies zeigt: Auf der IFA suchen die Hersteller nach dem ultimativen Endgerät - ihr Versuch, auf dem Weg zur Endgeräte-Agnostik möglichst weit voranzukommen, sind flexible Computer und nahtlos ineinander übergehende Mobilgeräte-Typen.
