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Inkasso 2.0: Was die EMail-Adresse über die Zahlungsmoral verrät

09.05.2008 Aus einer EMail-Adresse lassen sich nicht nur Rückschlüsse auf die Persönlichkeit des Inhabers treffen, sondern auch auch über die Zahlungsbereitschaft der Kunden, so eine aktuelle Untersuchung. Datenbasis dieser Auswertung bilden mehr als 360.000 offene Forderungen, die anhand der verwendeten Bestell-E-Mailadressen verglichen wurden.

 (Bild: Microsoft)
Bild: Microsoft
Schon die E-Mailadresse gibt Online-Händler Hinweise zur Zahlungsbereitschaft von Internetkunden. Das zeigen die ersten Auswertungen der Deutschland-Studie 'Inkasso 2.0: Forderungseinzug im E-Commerce' des Osnabrücker Inkassounternehmens Mediafinanz  . Wenn Kunden nach einem Online-Kauf ihre Rechnung nicht zahlen, hätten diese besonders häufig ihre E-Mail-Adresse bei einem kostenlosen Anbieter. So bergen die Benutzer der E-Mailprovider Hotmail.de   , Alicedsl.de   und Msn.com   das höchste Zahlungsausfallrisiko. Onlinehome.de, online.de, beide vom Anbieter 1&1 Internet AG  , und T-online.de   haben hingegen relativ gute Erfolgsquoten.

Mediafinanz zufolge sehen sich Online-Händler immer häufiger mit Kunden konfrontiert, die die Anonymität des Internets ausnutzen wollen, um ihre bestellte Ware nicht zu bezahlen. Das werde ihnen von Anbietern kostenloser E-Mail-Adressen erleichtert, da hier bei einer Anmeldung nicht immer die wirkliche Identität überprüft wird. Die E-Mail-Adresse sei somit ein erster Hinweis auf Kunden mit womöglich schlechter Zahlungsmoral, so die Studienautoren.

Mediafinanz warnte allerdings, die Online-Händler sollten nicht allein nach der E-Mail-Adresse gehen, um die Zahlungswilligkeit ihrer Kunden abzuschätzen. Ein sicherer Weg, um sich generell vor Zahlungsausfällen zu schützen, ist die Bonitätsprüfung. Sie berücksichtigt weitere Merkmale hinsichtlich des Zahlungsverhaltens von Kunden. Insbesondere für Onlineshop-Betreiber bietet sich die Online-Zusammenarbeit mit Auskunftsdienstleistern an.
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