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Pixelpark: Kauft Publicis die Agenturen noch in dieser Woche?
18.06.2008 Um Deutschlands zweitgrößten Internet- und Multimediadienstleister gibt es neue Markt-Gerüchte. Ein unmittelbar bevorstehendes Abtrennen der Agenturen zeichnet sich nach iBusiness-Informationen ab.
Verschiedene Hinweise deuten darauf hin, dass in allernächster Zeit ein Umbau von Pixelpark stattfindet. In der kürzlich veröffentlichten Tagesordnung zur Hauptversammlung von Pixelpark, die am 24. Juli stattfindet, fehlt jeder Hinweis auf das Übernahmeangebot. Dies läßt eigentlich nur zwei Schlüsse zu:
- Pixelpark konnte sich mit dem Interessenten nicht einigen. In dem Fall müsste der Agenturkonzern das laufende Jahr und 2009 selber stemmen, um die selbst gewollte"nachhaltige Steigerung von Umsatz und Ergebnis" zu realisieren.
- Der Vorstand zieht den Verkauf ohne Kenntnisnahme und Zustimmung der Aktionäre durch und stellt die Hauptversammlung kurzfristig vor vollendete Tatsachen. Nach Aussage von Finanzexperten ist Vorstandschef Riese zu diesem Schritt durchaus berechtigt.
Nach iBusiness-Informationen hat sich der Vorstand aber bereits für den Verkauf entschieden. So soll der Verkauf der Agenturen noch vor der Hauptversammlung Ende Juli in trockene Tücher gebracht werden. Ein verbindliches Angebot für die Kreativen erfolgte nach Informationen aus Konzernkreisen Anfang dieser Woche. Für einen Kaufpreis von 30 Millionen Euro sollen die Agenturen an den Mann gebracht werden. Das würde Pixelpark 10 Millionen Euro in die Kassen spülen - nach Abzug aller Verbindlichkeiten. Im Web wurde auch schon über einen Verkaufspreis von 40 Millionen Euro spekuliert.
Ein weiteres Indiz für die in sehr bald ausgeübte Verkaufsoption ist, dass der bei Pixelpark verbleibende Geschäftsbereich Systemtechnologie zum überwiegenden Teil in Hamburg angesiedelt ist. Der Umzug des Konzerns von Berlin nach Hamburg steht schon auf der Agenda für die Hauptversammlung. Allerdings sitzen auch die beiden Pixelpark-Töchter der Agentursparte Elephant Seven und Xplain an der Alster.
Die Mitte Mai von Pixelpark selbst vorgeschlagene Sonderdividende beim Verkauf der Agenturtöchter fehlt auf der Einladung zur Hauptversammlung . Da die Tagesordnung diese Sonderausschüttung nicht vorsieht, wird das Geld wohl in der AG verbleiben. Derzeit notiert die mit einem Emissionskurs von 15 Euro gestartete und in Boom- und Goldgräberzeiten der ersten Internetwelle mit weit über 300 Euro notierende Pixelpark-Aktie um 0,75 Euro. Ein Finanzexperte, der namentlich nicht genannt werden will, hält es für wahrscheinlich, dass durch den Verkauf der Agenturtöchter das frische Kapital nötiger sein könnte, als es Vorstand Michael Riese derzeit wahrhaben möchte. Mit Ausnahme der Aquise von Elephant Seven im letzten Jahr, habe "das Unternehmen schließlich einige Werte vernichtet", kritisiert der Analyst.
