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Studie: Fachverlage haben großen Nachholbedarf bei Digitalangeboten

von sr

25.04.2007 Die Auflagen der Fachzeitschriften sinken und die klassischen Business-Modelle der Fachpresse stehen angesichts des Internets vor dem Aus. Retten kann die Fachverlage nur der Shift hinein in die digitalen Medien. Doch die spielen trotz starkem Wachstum nach wie vor eine eher unbedeutende Rolle. Für Dienstleister öffnet sich hier ein riesiger Akquisemarkt, wie eine Studie jetzt belegt.

 (Bild: Microsoft)
Bild: Microsoft
Rund 2,9 Miiliarden Euro haben deutsche Fachverlage im Jahr 2006 erwirtschaftet, wie der Verband Deutsche Fachpresse   in seiner aktuellen Statistik mitteilt. Erlösquelle Nummer eins sind und bleiben demnach gedruckte Zeitschriften: Über Print-Fachzeitschriften wurden Umsätze in Höhe von 1,9 Milliarden Euro erzielt. Das entspricht einem Anteil von 64 Prozent am Gesamtumsatz.

Kaum eine Rolle spielen der Erhebung nach elektronische Medien für das Geschäft der Fachverlage. Nur 231 Millionen Euro haben die Verlag über digitale Angebote erwirtschaftet. Das entspricht einem Anteil von nur knapp acht Prozent am gesamten Umsatz. Weniger Geld bringen nur noch Dienstleistungen (131 Millionen Euro).

Dennoch: Im Vergleich zum Vorjahr sind die Umsätze aus elektronischen Medien um stolze 23 Prozent gestiegen. Solch eine Steigerungen konnten die Verlage sonst in keinem Geschäftsfeld verzeichnen. Zum Vergleich: Das Geschäft mit Print-Zeitschriften hat nur um vier Prozent zugelegt. "Elektronische Medien sind zu einem wichtigen Angebot im Portfolio der Fachmedien-Anbieter geworden", argumentiert die Deutsche Fachpresse.

Im Jahr 2006 gab es insgesamt 3.753 Fachzeitschriftentitel (Vorjahr: 3.687) mit einer verbreiteten Auflage von 491 Millionen Exemplaren (Vorjahr: 476 Millionen). Allerdings ist auch im vergangenen Jahr der Anteil der verkauften Exemplare weiter gesunken. Jetzt hat die verkaufte Auflage nur noch einen Anteil von 50 Prozent, also rund 245 Millionen Exemplare. 2005 lag dieser Anteil noch bei 53 Prozent (252 Millionen verkaufte Exemplare).

Die Fachpresse-Statistik beruht auf einer schriftlichen Befragung der Mitglieder der Deutschen Fachpresse im Zeitraum von Januar bis März 2007 anhand eines standardisierten Fragebogens.

Thema: Studie: Fachverlage haben großen Nachholbedarf bei Digitalangeboten

Kommentar von Joachim Graf

9.000 Kunden kämpfen ums Überleben

Schätzungsweise 9.000 deutschsprachige Fachzeitschriften gibt es. Und die meisten der Herren Verleger hoffen wohl, dass das Internet und die Weblogs, Wikipedia und Google, die Net Generation und die PDFs einfach eines Morgens wieder verschwunden sind. Und man zurückkehren kann zur guten alten Zeit der Kennzifferzeitschrift.

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 (jg)
Bild: jg
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Zu: Studie: Fachverlage haben großen Nachholbedarf bei Digitalangeboten

Es sind nicht nur die Fachverlage, die einen großen Nachholbedarf haben.

Bereits die Vereine und Verbände, die Auftraggeber der Fachverlage sind, tauschen oft genug Daten bsp. per Excel-Arbeitsmappe / Mail untereinander aus. Die Alternative einer zentralen Bereitstellung für die Geschäftsstelle und die bundesweit verstreuten Vorstandsmitglieder fehlt meistens.
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